Diese Experten suchen nach Spuren von Atom- und Chemiewaffen

US-Außenministerium/Doug Thompson

In diesem Artikel von Christopher Connell für die ShareAmerica-Website des US-Außenministeriums vom 13. April 2018 wird die Arbeit der Inspekteure der Internationalen Atomenergie-Organisation und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen erläutert.

Sie arbeiten in Overalls und mit Helmen, in Laborkitteln und Schutzanzügen. Ihre Arbeit führt sie in spiegelblanke, mit modernster Technologie ausgestattete Fabriken und an Orte, an denen der Rauch der Bomben, die Krater in den Boden gerissen haben, sich noch nicht verzogen hat.

Ihre Aufgabe besteht darin, die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern und aufzuklären, ob beispielsweise ein Chemiewaffenanschlag vor Kurzem für den Tod Dutzender Menschen in Duma in Syrien verantwortlich war.

Die Inspekteure werden von der Internationalen Atomenergie-Organisation in Wien und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen in Den Haag in den Niederlanden entsandt.

Beide Teams arbeiten in internationalem Auftrag daran, die Vertragsstaaten zur Einhaltung ihrer Verpflichtung anzuhalten, keine Atomwaffen zu entwickeln oder Chemiewaffen einzusetzen.

Mit tragbaren Geräten in Koffern unternehmen die Teams Routineinspektionen der Atom- und Chemiewaffenfabriken eines Landes oder werden kurzfristig entsandt, beispielsweise nach Vorfällen wie dem Bombenangriff in Duma am 7. April, bei dem 43 Menschen getötet wurden.

Die Internationale Atomenergiebehörde ist eine autonome Organisation, die dem System der Vereinten Nationen angehört. Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen ist eine unabhängige Organisation, die eng mit den Vereinten Nationen zusammenarbeitet.

Informationen überprüfen

Die Atominspekteure nehmen Abstriche von Geräteoberflächen in nuklearen Aufbereitungsanlagen, um Staub für die Analyse zu sammeln, anhand derer festgestellt werden kann, ob ein Land heimlich waffenfähiges angereichertes Uran oder Plutonium herstellt.

Die Internationale Atomenergie-Organisation beschäftigt über 800 Inspekteure und Analysten aus zahlreichen Ländern. In einem Video, das die Arbeit der Teams erklärt, erläutert Inspekteur Pablo Alvarez die Aufgabe: „Wir überprüfen die Informationen, von denen man uns versichert, sie seien die Wahrheit.“

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen hat 450 Mitarbeiter, darunter 90 Inspekteure. Für ihre Arbeit wurde ihr 2013 der Friedensnobelpreis verliehen.

Die Inspekteure befragen Opfer, Augenzeugen und medizinisches Personal. Sie haben außerdem die Möglichkeit, bei Autopsien anwesend zu sein. Sie nehmen chemische und biomedizinische Proben sowie Umweltproben, die sie vor Ort oder an zwei Dutzend Partnerlaboren weltweit analysieren.

Die 192 Länder, die das Verbot von Chemiewaffen unterzeichnet haben und zu denen auch Syrien gehört, haben zugestimmt, die Arbeit der Inspekteure zuzulassen.

Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem der Einsatz von Senfgas und anderen Nervengasen auf beiden Seiten weit verbreitet war, wurden Chemiewaffen geächtet.

Syrien stimmte nach einem Chemiewaffenanschlag 2013 zu, seine chemischen Munitionsbestände unter Aufsicht internationaler Inspekteure zu vernichten. Allerdings wurden sowohl das Assad-Regime als auch die Rebellen beschuldigt, danach Anschläge verübt zu haben, bei denen Menschen durch Nervengas getötet wurden.

Originaltext: These sleuths detect nuclear and chemical weapons