Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Präsident Kennedy

Foto: US-Botschaft Berlin
Foto: US-Botschaft Berlin

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die der amtierende Gesandte, Jeffrey Hovenier, am 29. Mai 2017 anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Präsident Kennedy im Rathaus Schöneberg gehalten hat.

 

Bezirksbürgermeisterin Schöttler,
Regierender Bürgermeister Müller,
sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine große Freude und Ehre, heute gemeinsam mit Ihnen Präsident John F. Kennedys zu gedenken. Kennedy war der erste Präsident, der im 20. Jahrhundert geboren wurde und der jüngste Mann, der je in das Amt des Präsidenten gewählt wurde. Nachdem er auf so tragische Weise ums Leben kam, lebt das jugendliche, von Lebenskraft strotzende Bild, das wir mit Präsident Kennedy verbinden, als Symbol eines Idealismus weiter, nach dem wir alle noch immer streben. Der Optimismus und die Zuversicht, die seine Präsidentschaft kennzeichneten, sind noch heute, weit in das zweite Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts hinein, von Relevanz.

In den Vereinigten Staaten finden heute und in den kommenden Wochen zahlreiche Veranstaltungen und Initiativen zu seinem Gedenken statt, bei denen sein Vermächtnis gewürdigt wird. Hauptanliegen dieser Veranstaltungen ist es, jüngere Generationen dazu zu inspirieren, die Bedeutung der Werte zu entdecken, die Kennedys Präsidentschaft im Kern ausmachten. Hier in Berlin, wo seine Worte und Taten von überaus großer Bedeutung waren, sind diese Feierlichkeiten anlässlich seines 100. Geburtstages in der Tat etwas Besonderes. Insbesondere für die Generation der jungen Menschen, die in den turbulenten Sechzigerjahren erwachsen wurden, hatte seine Botschaft eine starke Aussagekraft. Deshalb bin ich sehr froh, dass heute so viele junge Menschen hier sind.

Ich persönlich freue mich insbesondere auf die Lesungen mit Caspar Phillipson und Anders Agner Pedersen, die Präsident Kennedys Reden vortragen werden.

Der berühmte Satz aus seiner Amtsantrittsrede wird den Amerikanerinnen und Amerikanern sowie Menschen aus aller Welt immer im Gedächtnis bleiben: „Fragen Sie nicht, was Ihr Land für Sie tun kann, sondern, was Sie für Ihr Land tun können.“ Dieser Satz fasst das Vermächtnis von Präsident John F. Kennedy treffend zusammen und spricht uns noch heute an. Das zeigt sich im zivilgesellschaftlichen Engagement dies- und jenseits des Atlantiks.

Auch seine Reden in Berlin sind unvergessen. In der Tat hat Jackie Kennedy ein Jahr nach der Ermordung des Präsidenten an Willy Brandt geschrieben, der damals Regierender Bürgermeister Berlins war. Sie schrieb, wie seltsam es sei, dass die Menschen sich am deutlichsten an die Worte ihres Ehemannes erinnern, die er nicht einmal in seiner eigenen Sprache gesagt hatte.

„Ich bin ein Berliner.” Die Worte von Präsident Kennedy hier vor dem Rathaus Schöneberg wurden zum einprägsamsten Satz des Kalten Krieges. Berlin wurde zu einem dauerhaften Symbol dafür, wie man die Herausforderungen bewältigen kann, die an die Freiheit gestellt werden.

Präsident Kennedy besuchte an diesem Junitag damals auch die Freie Universität Berlin. Die Rede, die er dort hielt, kann nicht in vier Worten zusammengefasst werden, denn der Präsident ging dort, dem universitären Rahmen angemessen, ausführlicher auf den Gedanken ein, der hinter der Aussage „Ich bin ein Berliner“ stand. Er sprach mit den Studierenden darüber, was es bedeutet, „Weltbürger“ zu sein. Was heißt das heute?

Präsident John F. Kennedy stand in erster Linie für die Überzeugung, dass jeder von uns etwas verändern kann – und dass es an uns ist, genau das zu versuchen. Er stand für die Überzeugung, dass uns keine Grenzen gesetzt sind – ganz besonders dann nicht, wenn wir zusammenarbeiten.

Das nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, lohnt sich ganz bestimmt, im transatlantischen wie auch im globalen Kontext. Nochmals: Es ist mir eine Ehre, heute aus diesem Anlass mit Ihnen zu feiern.