Abschiedsrede von Präsident Barack Obama

CHICAGO – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Abschiedsrede, die US-Präsident Barack Obama kurz vor dem Ende seiner achtjährigen Amtszeit am 10. Januar 2017 im McCormick Place in Chicago (Illinois) hielt.

Hallo Chicago! Schön, wieder zu Hause zu sein. Ich danke Ihnen. Danke. Vielen herzlichen Dank. Danke. Bitte setzen Sie sich. Wir sind live auf Sendung, ich muss also wirklich anfangen. Daran, dass niemand meine Anweisungen befolgt, merkt man, dass ich schon nicht mehr viel zu sagen habe. Nehmen Sie bitte Platz.

Meine lieben amerikanischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, Michelle und ich sind sehr gerührt von all den guten Wünschen, die uns in den letzten Wochen erreicht haben. Aber heute Abend ist es an mir, mich zu bedanken. Unabhängig davon, ob wir immer oder fast nie einer Meinung waren, haben meine Gespräche mit Ihnen, den Amerikanerinnen und Amerikanern, in Wohnzimmern, Schulen, landwirtschaftlichen Betrieben, Fabriken, Restaurants oder auf entlegenen Militärstützpunkten dazu beigetragen, dass ich ehrlich geblieben bin, dass mir Inspiration und Kraft zum Weitermachen zuteilwurden. Jeden Tag habe ich etwas von Ihnen gelernt. Sie haben mich zu einem besseren Präsidenten und zu einem besseren Mann gemacht.

Ich kam mit Anfang 20 nach Chicago. Damals war ich noch dabei herauszufinden, wer ich eigentlich bin und welche Ziele ich im Leben habe. In einem Bezirk hier in der Nähe begann ich, mit Kirchengruppen zusammenzuarbeiten, die sich um entlassene Stahlarbeiter kümmerten. Auf der Straße lernte ich die Kraft des Glaubens und die stille Würde der Arbeiter angesichts schwieriger und verlustreicher Zeiten kennen.

Publikum: Noch vier Jahre! Noch vier Jahre! Noch vier Jahre!

PRÄSIDENT OBAMA: Das geht leider nicht.

Publikum: Noch vier Jahre! Noch vier Jahre! Noch vier Jahre!

PRÄSIDENT OBAMA: Hier habe ich gelernt, dass sich nur etwas verändert, wenn ganz normale Bürgerinnen und Bürger sich einsetzen, sich engagieren und sich zusammentun, um diese Veränderung einzufordern.

Nach acht Jahren als Präsident bin ich davon immer noch überzeugt. Und mit dieser Überzeugung stehe ich nicht alleine da. Sie ist das pulsierende Herz der amerikanischen Idee –  unseres mutigen Experiments der Selbstverwaltung. Es ist die Überzeugung, dass alle Menschen gleich geschaffen und von ihrem Schöpfer mit bestimmten unveräußerlichen Rechten ausgestattet wurden, zu denen Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehören. Es ist das Beharren darauf, dass diese Rechte zwar selbstverständlich, aber kein Automatismus sind, dass wir, das Volk, durch das Instrument der Demokratie eine vollkommenere Union schaffen können.

Welch radikale Idee. Unsere Gründer haben uns ein großartiges Geschenk gemacht: Die Freiheit, mit Schweiß, schwerer Arbeit und Vorstellungskraft unseren persönlichen Traum zu verfolgen, und das Gebot, dies gemeinsam zu tun, um einer größeren Sache, dem Gemeinwohl zu dienen.

240 Jahre lang hat der Aufruf unserer Nation zur Erfüllung staatsbürgerlicher Pflichten jeder neuen Generation Arbeit und Sinn gegeben. Er hat Patrioten dazu gebracht, sich für die Republik und gegen die Tyrannei zu entscheiden, Pioniere dazu, in den Westen aufzubrechen, Sklaven dazu, mithilfe der Underground Railroad den Weg in die Freiheit zu wagen. Er hat Zuwanderer und Flüchtlinge über die Weltmeere und den Rio Grande zu uns geführt. Er hat Frauen gedrängt, für ihr Wahlrecht zu kämpfen. Er hat Arbeitern die Kraft gegeben, sich zu organisieren. GIs haben dafür am Omaha Beach, in Iwo Jima, im Irak und in Afghanistan ihr Leben gelassen. Und Männer und Frauen von Selma bis Stonewall waren ebenfalls dazu bereit.

Das meinen wir also, wenn wir sagen, dass die Vereinigten Staaten außergewöhnlich sind – nicht, dass unsere Nation von Beginn an ohne Fehler war, sondern, dass wir die Fähigkeit bewiesen haben, uns zu ändern und nachfolgenden Generationen ein besseres Leben zu ermöglichen. Es stimmt, wir haben nicht immer gleichmäßige Fortschritte erzielt. Die Arbeit der Demokratie ist schwierig und von Auseinandersetzungen geprägt. Manchmal war sie blutig. Es fühlt sich oft so an, als ob wir zwei Schritte vorwärts und einen zurück gehen. Aber auf lange Sicht haben sich die Vereinigten Staaten immer nach vorn bewegt und ihr Gründungsversprechen, alle und nicht nur einige einzubeziehen, stets erweitert.

Wenn ich Ihnen vor acht Jahren gesagt hätte, dass die Vereinigten Staaten eine schwere Rezession überwinden, die Autoindustrie neu beleben und über den längsten kontinuierlichen Zeitraum ihrer Geschichte Arbeitsplätze schaffen würden, wenn ich Ihnen gesagt hätte, dass wir in unseren Beziehungen zu den Bürgerinnen und Bürgern Kubas ein neues Kapitel aufschlagen und das iranische Atomprogramm stoppen würden, ohne einen einzigen Schuss abzugeben, und dass wir den Drahtzieher der Anschläge vom 11. September ausschalten würden, wenn ich Ihnen gesagt hätte, dass wir die Gleichberechtigung bei der Eheschließung erreichen und weiteren 20 Millionen Mitbürgern das Recht auf eine Krankenversicherung sichern würden – wenn ich Ihnen all das gesagt hätte, dann wären Sie vielleicht der Meinung gewesen, wir hätten uns unsere Ziele ein bisschen zu hoch gesteckt. Aber wir haben genau das geschafft. Sie haben es geschafft.

Sie waren der Wandel. Sie haben die Hoffnungen der Menschen erfüllt, und die Vereinigten Staaten sind heute an fast jedem Maßstab gemessen ein besserer, stärkerer Ort als zuvor.

In zehn Tagen wird die Welt Zeuge eines prägenden Elements unserer Demokratie.

[„Nein“-Rufe aus dem Publikum]

Nein, nein, nein, nein – des friedlichen Übergangs der Macht von einem frei gewählten Präsidenten auf den nächsten. Ich habe dem designierten Präsidenten Trump zugesagt, dass meine Administration die Übergabe so reibungslos wie möglich gestalten wird, ebenso wie Präsident Bush es bei mir getan hat. Denn es liegt an uns zu gewährleisten, dass unsere Regierung die vielen Herausforderungen bewältigen kann, denen wir uns weiterhin gegenübersehen.

Und wir verfügen über die Mittel dafür. Wir haben alles, was wir brauchen, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Schließlich sind wir nach wie vor die wohlhabendste, mächtigste und am angesehenste Nation der Welt. Unsere jungen Menschen, unsere Energie, unsere Vielfalt und Offenheit, unsere grenzenlose Fähigkeit, Risiken einzugehen und uns neu zu erfinden, bedeuten, dass die Zukunft uns gehören sollte. Aber dieses Potenzial können wir nur entfalten, wenn unsere Demokratie funktioniert. Nur, wenn unser Politik die Anständigkeit unserer Bürgerinnen und Bürger besser widerspiegelt. Nur, wenn wir alle, unabhängig von Parteizugehörigkeit oder Einzelinteressen, dazu beitragen, dass wir das Gespür für unsere gemeinsamen Ziele wieder entwickeln, das wir gerade jetzt so dringend brauchen.

Und darauf möchte ich mich heute Abend konzentrieren: auf den Zustand unserer Demokratie. Sie müssen wissen, dass Demokratie keine Einheitlichkeit verlangt. Unsere Gründer haben miteinander diskutiert. Sie haben gestritten. Irgendwann haben sie Kompromisse gefunden. Von uns erwarteten sie das Gleiche. Aber sie wussten, dass Demokratie ein Gefühl grundlegender Solidarität erfordert, den Gedanken, dass wir trotz aller äußerlichen Unterschiede in einem Boot sitzen, dass wir gemeinsam aufsteigen oder fallen.

In unserer Geschichte hat es immer wieder Augenblicke gegeben, in denen diese Solidarität in Gefahr war. Der Anfang dieses Jahrhunderts war ein solcher Augenblick. Eine schrumpfende Welt, zunehmende Ungleichheit, demografischer Wandel und das Schreckgespenst des Terrorismus: Diese Kräfte waren nicht nur eine Bewährungsprobe für unsere Sicherheit und unseren Wohlstand, sondern auch für unsere Demokratie. Wie wir diesen Herausforderungen für unsere Demokratie begegnen, wird über unsere Fähigkeit bestimmen, unsere Kinder auszubilden, gute Arbeitsplätze zu schaffen und unser Land zu verteidigen. Mit anderen Worten: Es wird über unsere Zukunft bestimmen.

Erstens kann unsere Demokratie nicht funktionieren, wenn wirtschaftliche Chancen nicht allen offenstehen. Die gute Nachricht lautet, dass die Wirtschaft wieder wächst. Löhne, Einkommen, der Wert von Eigenheimen und der Renten – all das steigt wieder. Die Armutsrate sinkt. Die Reichen zahlen einen gerechteren Steueranteil, während der Aktienmarkt alle Rekorde bricht. Die Arbeitslosenquote befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Die Zahl der Nichtversicherten war nie geringer. Die Kosten der Gesundheitsfürsorge steigen so langsam wie in den letzten 50 Jahren nicht. Ich habe gesagt, und das meine ich auch so: Wenn jemand einen Plan aufstellen kann, der nachweislich besser ist als das, was wir an unserem Gesundheitssystem verbessert haben und in dessen Rahmen mehr Menschen zu geringeren Kosten versichert werden können, dann werde ich diesen Plan öffentlich unterstützen.

Denn das ist schließlich unsere Motivation, wenn wir ein öffentliches Amt übernehmen. Es geht nicht darum, zu punkten oder Lorbeeren einzuheimsen, sondern darum, Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Doch trotz all der Fortschritte, die wir gemacht haben, wissen wir, dass das nicht ausreicht. Unsere Wirtschaft funktioniert weniger gut und wächst langsamer, wenn einige Wenige ihren Wohlstand auf Kosten einer wachsenden Mittelschicht oder der Leitern erzielen, die den Aufstieg in die Mittelschicht erlauben. Das ist das wirtschaftliche Argument. Aber große Ungleichheit schadet auch unserem demokratischen Ideal. Während das eine Prozent ganz oben einen größeren Anteil an Vermögen und Einkommen angehäuft hat, wurden zu viele Familien in den Innenstädten und auf dem Land abgehängt: der entlassene Fabrikarbeiter, die Kellnerin oder die Pflegekraft, die gerade so über die Runden kommen und Schwierigkeiten haben, ihre Rechnungen zu bezahlen. Sie sind überzeugt, dass sich die Spielregeln zu ihren Ungunsten auswirken, dass die Regierung nur den Interessen der Mächtigen dient – damit sind wachsender Zynismus und eine stärkere Polarisierung in unserer Politik vorprogrammiert.

Aber für diese langfristige Entwicklung gibt es keine schnellen Lösungen. Ich stimme zu, unser Handel sollte nicht nur frei, sondern auch gerecht sein. Die nächste Welle des wirtschaftlichen Umbruchs wird allerdings nicht vom Ausland ausgehen. Sie wird durch das unerbittliche Tempo der Automatisierung ausgelöst werden, die viele gute Mittelschichtsarbeitsplätze überflüssig macht.

Wir werden daher einen neuen Gesellschaftsvertrag eingehen müssen, damit unsere Kinder die Ausbildung bekommen, die sie brauchen, damit Arbeitnehmer sich gewerkschaftlich organisieren können, um bessere Löhne auszuhandeln, damit das soziale Sicherheitsnetz widerspiegelt, wie wir heute leben. Und wir müssen die Steuergesetze weiter reformieren, damit Konzerne und Einzelpersonen, die am meisten von dieser neuen Wirtschaft profitieren, nicht ihre Pflichten gegenüber dem Land vernachlässigen, das ihren Erfolg ermöglicht hat.

Wir können darüber streiten, wie wir diese Ziele am besten erreichen. Aber in Bezug auf die eigentlichen Ziele können wir uns keine Selbstgefälligkeit leisten. Denn wenn wir nicht Chancen für alle schaffen, werden die Unzufriedenheit und die Kluft, die unseren Fortschritt blockieren, in den kommenden Jahren nur noch größer werden.

Es gibt eine weitere Bedrohung für unsere Demokratie, die so alt ist wie unsere Nation selbst. Nach meiner Wahl war von einem Amerika die Rede, in dem die ethnische Herkunft keine Rolle mehr spielt. Diese Vorstellung, wenn auch gut gemeint, war nie realistisch. Die ethnische Herkunft ist und bleibt eine mächtige und oft spaltende Kraft in unserer Gesellschaft. Ich bin alt genug um zu wissen, dass die Beziehungen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen heute besser sind als vor 10, 20 oder 30 Jahren, egal, was manche sagen. Das zeigt sich nicht nur in Statistiken, sondern auch in der Einstellung junger Amerikanerinnen und Amerikaner aus dem gesamten politischen Meinungsspektrum.

Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinmüssen. Es gibt für uns alle noch viel zu tun. Wenn jedes wirtschaftliche Problem als Kampf zwischen einer schwer arbeitenden weißen Mittelschicht und einer unwürdigen Minderheit dargestellt wird, dann werden sich Arbeitnehmer jeglicher Couleur mit den kläglichen Resten zufriedengeben müssen, während die Reichen sich weiter in ihre privaten Enklaven zurückziehen. Wenn wir nicht bereit sind, in die Kinder von Zuwanderern zu investieren, nur weil sie anders aussehen als wir, mindern wir auch die Aussichten für unsere eigenen Kinder, denn diese dunkelhäutigen Kinder werden einen immer größeren Teil der amerikanischen Arbeitnehmerschaft stellen. Und wir haben gezeigt, dass unsere Wirtschaft kein Nullsummenspiel sein muss. Letztes Jahr sind die Einkommen aller gestiegen, unabhängig von ethnischer Herkunft, Alter oder Geschlecht.

Wenn wir also ernsthaft wollen, dass es beim Thema ethnische Herkunft vorangeht, müssen die Gesetze gegen Diskriminierung geachtet werden – am Arbeitsplatz, im Wohnungswesen, in der Bildung und im Strafrecht. So verlangen es unsere Verfassung und unsere höchsten Ideale.

Aber Gesetze alleine reichen nicht aus. Es muss einen Gesinnungswandel geben. Das wird nicht von jetzt auf gleich geschehen. Es dauert oft Generationen, bis sich gesellschaftliche Einstellungen ändern. Aber wenn unsere Demokratie in dieser zunehmend vielfältigen Nation funktionieren soll, dann muss jeder Einzelne von uns versuchen, den Rat eines großartigen Protagonisten der amerikanischen Belletristik zu befolgen – den von Atticus Finch, der sagte: „Nie versteht man jemanden wirklich, so lange man sich nicht in ihn hineinversetzt, dessen Haut überstreift und darin herumspaziert.“

Für Schwarze und andere Minderheiten bedeutet das, dass wir unsere eigenen, sehr realen Kämpfe um Gerechtigkeit mit den Herausforderungen verbinden müssen, vor denen eine Menge Menschen in diesem Land stehen –nicht nur Flüchtlinge, Zuwanderer, die arme Landbevölkerung oder Transgender-Amerikaner, sondern auch der weiße Typ mittleren Alters der, von außen betrachtet, Vorteile zu genießen scheint, dessen Welt aber durch wirtschaftliche, kulturelle und technologische Veränderungen auf den Kopf gestellt wurde. Wir müssen aufmerksam sein und zuhören.

Für weiße Amerikaner heißt das, sie müssen erkennen, dass die Folgen der Sklaverei und der Jim-Crow-Gesetze in den Sechzigern nicht einfach verschwanden, dass Minderheitengruppen keinen umgekehrten Rassismus praktizieren oder politisch korrekt sind, wenn sie ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen. Wenn sie friedlich demonstrieren, fordern sie keine Sonderbehandlung, sondern die Gleichbehandlung, die unsere Gründer versprochen haben.

Für hier geborene Amerikanerinnen und Amerikaner bedeutet es, dass es die Stereotype, die es heute in Bezug auf Zuwanderer gibt, fast mit demselben Wortlaut auch in Bezug auf Iren, Italiener und Polen gab, von denen es hieß, sie würden den grundlegenden Charakter der Vereinigten Staaten zerstören. Und siehe da, die Vereinigten Staaten wurden durch die Anwesenheit dieser Neuankömmlinge nicht geschwächt. Die Neuankömmlinge machten sich die Überzeugung dieses Landes zu eigen und stärkten damit unsere Nation.

Wir müssen uns also alle mehr anstrengen, unabhängig von unserer gesellschaftlichen Position. Wir alle müssen davon ausgehen, dass all unsere Mitbürger dieses Land ebenso sehr lieben wie wir, dass sie harte Arbeit und Familie ebenso sehr wertschätzen, wie wir, dass ihre Kinder ebenso neugierig, hoffnungsfroh und liebenswert sind wie unsere eigenen.

Das ist nicht leicht. Viele von uns fühlen sich inzwischen sicherer, wenn sie sich in ihrem eigenen Mikrokosmos zurückziehen, sei es in der Nachbarschaft, auf dem Campus ihrer Colleges, in Gotteshäusern oder insbesondere in den Feeds der sozialen Medien, wo wir uns mit Menschen umgeben, die aussehen wie wir, unsere politischen Ansichten teilen und unsere Ansichten nie infrage stellen. Die Entstehung offener parteipolitischer Gräben, die zunehmende Ausbildung wirtschaftlicher und regionaler Schichten, die Zersplitterung unserer Medien in Sender für jeden Geschmack – all das lässt dieses Auseinanderdividieren natürlich, ja sogar unvermeidlich erscheinen. Wir fühlen uns in unserem Mikrokosmus immer sicherer, so dass wir anfangen, unabhängig vom Wahrheitsgehalt nur noch Informationen zu vertrauen, die zu unserer Meinung passen, statt uns unsere Meinung anhand der vorhandenen Fakten zu bilden.

Und diese Entwicklung stellt die dritte Bedrohung für unsere Demokratie dar. Aber Politik ist ein Kampf der Ideen. Darauf ist unsere Demokratie ausgelegt. Im Verlauf einer hitzigen Debatte kristallisieren sich unsere unterschiedlichen Ziele und die unterschiedlichen Möglichkeiten heraus, diese Ziele zu erreichen. Aber ohne Übereinstimmung bei den grundlegenden Sachverhalten, ohne die Bereitschaft, neue Informationen zuzulassen und einzuräumen, dass ein Gegner womöglich ein gutes Argument anführt und Wissenschaft und Vernunft wichtig sind, werden wir weiter aneinander vorbeireden und es somit unmöglich machen, Gemeinsamkeiten und Kompromisse zu finden.

Und gehört nicht genau das zu den Dingen, die Politik oft so entmutigend machen? Wie kann es sein, dass Mandatsträger sich über Defizite aufregen, wenn wir vorschlagen, in die Vorschulbildung von Kindern zu investieren, aber nicht, wenn wir die Steuern für Unternehmen senken? Wie können wir ethische Verfehlungen unserer eigenen Partei entschuldigen, die andere Partei aber für dasselbe Verhalten verurteilen? Diese selektive Klassifizierung von Fakten ist nicht nur unehrlich – sie ist kontraproduktiv. Denn wie schon meine Mutter immer zu mir gesagt: Irgendwann holt einen die Realität ein.

Denken wir an die Herausforderung des Klimawandels. In nur acht Jahren haben wir unsere Abhängigkeit von ausländischem Öl um die Hälfte reduziert. Wir nutzen doppelt so viel erneuerbare Energien und haben die Welt zu einem Abkommen mit dem Potenzial geführt, diesen Planeten zu retten. Aber wenn wir nicht mutiger handeln, werden unsere Kinder nicht mehr die Zeit haben, über die Existenz des Klimawandels zu diskutieren. Sie werden damit beschäftigt sein, seine Auswirkungen zu bekämpfen: mehr Umweltkatastrophen, mehr wirtschaftliche Verwerfungen, Wellen von Klimaflüchtlingen, die Zuflucht suchen.

Wir können und sollten uns darüber auseinandersetzen, wie wir das Problem am besten angehen. Aber es einfach zu leugnen ist nicht nur Verrat an zukünftigen Generationen, sondern Verrat an der grundlegenden Geisteshaltung dieses Landes – am Geist der Innovation und praxisorientierten Problemlösung, der unsere Gründerväter geleitet hat.

Es ist diese aus der Aufklärung hervorgegangene Einstellung, die uns zu einer Wirtschaftsmacht gemacht hat, die uns in Kitty Hawk und Cape Canaveral Flügel verliehen hat, die Krankheiten heilt und dafür gesorgt hat, dass Computer alltäglich wurden.

Es ist diese Einstellung, der Glaube an Vernunft und Unternehmertum und die Vorherrschaft des Rechts über die Macht, die es uns ermöglicht hat, während der Weltwirtschaftskrise den Verlockungen von Faschismus und Tyrannei zu widerstehen und nach dem Zweiten Weltkrieg mit anderen Demokratien eine neue Weltordnung aufzubauen, die nicht nur auf militärischer Macht oder nationalen Beziehungen fußte, sondern auf Prinzipien aufbaute: auf Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten, Religions-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit und einer unabhängigen Presse.

Diese Ordnung wird nun infrage gestellt – erst von gewalttätigen Fanatikern, die behaupteten, für den Islam zu sprechen, und zuletzt von Autokraten in anderen Ländern, die in freien Märkten, offenen Demokratien und der Zivilgesellschaft an sich eine Bedrohung für ihre Macht sehen. Die Gefahr, die sie alle für unsere Demokratie darstellen, reicht viel weiter als eine Autobombe oder Rakete. Sie steht für die Angst vor Wandel, die Angst vor Menschen, die anders aussehen, sprechen oder beten, für die Verachtung der Rechtsstaatlichkeit, die Politiker zur Verantwortung zieht, für die Nichtakzeptanz von Andersdenkenden und Meinungsfreiheit, für die Überzeugung, dass Schwerter, Schusswaffen, Bomben und die Propagandamaschinerie entscheiden, was wahr und was richtig ist.

Dank des außergewöhnlichen Mutes unserer Soldatinnen und Soldaten, dank der Mitarbeiter unserer Nachrichtendienste, der Strafverfolgung und der Diplomaten, die unsere Streitkräfte unterstützen, hat in den letzten acht Jahren keine ausländische Terrororganisation erfolgreich einen Angriff auf unser Land geplant und verübt. Und obwohl Boston, Orlando, San Bernardino und Fort Hood uns daran erinnern, wie gefährlich Radikalisierung sein kann, sind unsere Strafverfolgungsbehörden heute effektiver und wachsamer denn je. Wir haben Zehntausende Terroristen ausgeschaltet – auch Bin Laden. Die globale Koalition gegen die IS-Terrormiliz, die wir anführen, hat die Hälfte der IS-Anführer eliminiert und dem IS knapp die Hälfte seines Gebiets genommen. Die IS-Terrormiliz wird zerstört werden, und niemand, der die Vereinigten Staaten bedroht, wird je sicher sein.

Allen, die gedient haben oder noch dienen, möchte ich sagen, dass es die größte Ehre meines Lebens war, Ihr Oberbefehlshaber zu sein. Wir alle schulden Ihnen großen Dank.

Aber unsere Art zu leben zu verteidigen, ist nicht nur die Aufgabe unserer Streitkräfte. Wenn wir der Angst nachgeben, kann die Demokratie zusammenbrechen. Ebenso wie wir als Bürger also wachsam für Angriffe von außen bleiben müssen, müssen wir uns auch vor einer Schwächung der Werte in Acht nehmen, die uns zu dem machen, was wir sind.

Deshalb habe ich in den letzten acht Jahren daran gearbeitet, den Kampf gegen den Terrorismus auf ein stabileres rechtliches Fundament zu stellen. Deshalb haben wir Folter untersagt, die Schließung von Guantanamo vorangetrieben und unsere Überwachungsgesetze zum Schutz der Privatsphäre und der bürgerlichen Freiheiten reformiert. Deshalb lehne ich die Diskriminierung von muslimischen Amerikanerinnen und Amerikanern ab, die ebenso patriotisch sind wie wir.

Deshalb können wir uns nicht aus großen, globalen Auseinandersetzungen zur Stärkung der Demokratie, der Menschenrechte, der Rechte von Frauen und von LGBTI heraushalten. So unvollkommen unsere Bemühungen auch sein mögen, so angebracht es auch erscheinen mag, diese Werte zu vernachlässigen, es gehört zur Verteidigung der Vereinigten Staaten. Denn der Kampf gegen Extremismus, Intoleranz, Sektierertum und Chauvinismus ist Teil des Kampfes gegen Autoritarismus und nationalistische Aggression. Wenn Freiheit und die Achtung der Menschenrechte weltweit an Bedeutung verlieren, werden Kriege zwischen Nationen wahrscheinlicher und unsere eigenen Freiheiten auf lange Sicht gefährdet.

Seien wir also wachsam, aber nicht ängstlich. Die IS-Terrormiliz wird versuchen, unschuldige Menschen zu töten. Aber sie kann die Vereinigten Staaten nicht besiegen, solange wir unsere Verfassung und unsere Prinzipien in diesem Kampf nicht verraten. Rivalen wie Russland oder China können mit unserem internationalen Einfluss nicht konkurrieren, solange wir nicht aufgeben wofür wir stehen und uns in die Gruppe der großen Länder einreihen, die ihre kleineren Nachbarn schikanieren.

Damit komme ich zu meinem letzten Punkt: Unsere Demokratie ist dann in Gefahr, wenn wir sie als selbstverständlich erachten. Wir alle sollten uns, unabhängig von unserer Parteizugehörigkeit, an die Aufgabe machen, unsere demokratischen Institutionen wieder aufzubauen. Wenn die Wahlbeteiligung in den Vereinigten Staaten zu den niedrigsten in den entwickelten Demokratien gehört, sollten wir es den Wählern leichter machen, nicht schwerer. Wenn das Vertrauen in unsere Institutionen gering ist, sollten wir den schädlichen Einfluss des Geldes auf unsere Politik verringern und im öffentlichen Dienst auf die Prinzipien von Transparenz und Ethik pochen. Wenn die Arbeit im Kongress nicht so funktioniert, wie sie sollte, sollten wir unsere Kongressbezirke so aufteilen, dass Politiker dazu ermutigt werden, an den gesunden Menschenverstand zu appellieren und nicht an starre Extreme.

Aber denken Sie immer daran, nichts von alledem geschieht von selbst. Es hängt alles von unserer Beteiligung ab, davon, dass wir alle Verantwortung als Staatsbürger übernehmen, egal, in welche Richtung das Pendel der Macht gerade schwingt.

Unsere Verfassung ist ein bemerkenswertes, wunderbares Geschenk. Aber eigentlich ist sie nur ein Stück Pergamentpapier. Sie selbst hat keine Macht. Wir, das Volk, geben ihr Macht. Wir, das Volk, verleihen ihr Bedeutung – mit unserer Partizipation, den Entscheidungen, die wir treffen und den Bündnissen, die wir schmieden. Ob wir uns für unsere Freiheiten einsetzen oder nicht, ob wir die Rechtsstaatlichkeit achten und durchsetzen oder nicht – das bleibt uns überlassen. Die Vereinigten Staaten sind kein zerbrechliches Gebilde. Aber es gibt keine Garantie dafür, dass wir auf unserer langen Reise zur Freiheit immer erfolgreich vorankommen.

George Washington schrieb in seiner Abschiedsrede, dass Selbstverwaltung das Fundament unserer Sicherheit, unseres Wohlstands und unserer Freiheit bildet, aber „aus unterschiedlichen Gründen und Lagern viel Mühe darauf verwendet werden wird, in Ihrem Geiste den Glauben an diese Wahrheit zu schwächen.“ Und so müssen wir diese Wahrheit „mit Argusaugen“ hüten und „beim ersten Verdacht eines Versuchs, auch nur einen Teil unseres Landes vom Rest zu entfremden oder die heiligen Verbindungen zu schwächen“, die uns zu einem machen, uns diesem entgegenstellen.

Amerika, wir schwächen diese Verbindungen, wenn wir erlauben, dass unser politischer Dialog so zerstörerisch wird, dass integre Menschen nicht mehr bereit sind, in den öffentlichen Dienst einzutreten, so ungeschliffen vor Hass, dass wir Amerikanerinnen und Amerikaner, die anderer Meinung sind als wir, nicht nur als fehlgeleitet, sondern als böse betrachten. Wir schwächen diese Verbindungen, wenn wir einige von uns als amerikanischer definieren als andere, wenn wir das gesamte System als zwangsläufig korrupt abschreiben und uns zurücklehnen und den von uns gewählten Politikern die Schuld in die Schuhe schieben, ohne zu bedenken, dass wir zu ihrer Wahl beigetragen haben.

Es fällt uns allen zu, unsere Demokratie eifersüchtig und sorgenvoll zu hüten, die schöne, uns übertragene Aufgabe anzunehmen, kontinuierlich weiter zu versuchen, unser großartiges Land zu verbessern. Denn trotz aller äußerlichen Unterschiede tragen wir doch alle den gleichen stolzen Titel des wichtigsten Amts in einer Demokratie: Wir sind Staatsbürgerinnen und -bürger. Staatsbürgerinnen und -bürger.

Sehen Sie, das fordert unsere Demokratie von uns. Sie braucht Sie. Nicht nur, wenn eine Wahl bevorsteht, nicht nur, wenn es um ihre eigenen Interessen geht, sondern ein ganzes Leben lang. Wenn Sie genug davon haben, online mit Fremden zu streiten, versuchen Sie, im echten Leben mit einem von ihnen zu sprechen. Wenn etwas verbessert werden muss, dann krempeln Sie die Ärmel hoch und unternehmen Sie etwas. Wenn Sie von ihren gewählten Vertretern enttäuscht sind, schnappen Sie sich ein Klemmbrett, sammeln Sie Unterschriften und kandidieren Sie selbst. Machen Sie mit. Tauchen Sie ein. Bleiben Sie dran.

Mal werden Sie gewinnen, mal werden Sie verlieren. An das Gute in anderen Menschen zu glauben, kann ein Risiko sein, und es wird Zeiten geben, in denen Sie der politische Prozess enttäuschen wird. Aber wer das Glück hat, Teil dieser Arbeit zu sein und sie hautnah zu erleben, kann darin Energie und Inspirationen finden, das kann ich Ihnen versichern. Und man sieht sich in seinem Glauben an die Vereinigten Staaten – und die Amerikanerinnen und Amerikaner – öfter bestätigt als enttäuscht.

Für mich gilt das auf jeden Fall. In den letzten acht Jahren habe ich in die hoffnungsvollen Gesichter junger Absolventinnen und Absolventen und der Nachwuchsoffiziere unserer Streitkräfte geblickt. Ich habe mit trauernden Familien geweint, die Antworten gesucht haben, und in einer Kirche in Charleston Trost gefunden. Ich habe erlebt, wie unsere Wissenschaftler einem gelähmten Mann halfen, seinen Tastsinn wiederzuerlangen. Ich habe gesehen, wie verwundete Soldaten, die man teilweise schon aufgegeben hatte, wieder laufen konnten. Ich habe gesehen, wie unsere Ärzte und Freiwilligen nach Erdbeben beim Wiederaufbau geholfen und sich ausbreitende Pandemien gestoppt haben. Ich habe erlebt, wie kleine Kinder durch ihr Verhalten und ihre Großzügigkeit an unsere Verpflichtung appellierten, für Flüchtlinge zu sorgen, uns für den Frieden einzusetzen und uns vor allem umeinander zu kümmern.

Dieser Glaube, den ich vor all den Jahren nicht weit von hier in die Fähigkeit der ganz normalen Amerikanerinnen und Amerikaner gesetzt habe, Wandel zu bewirken – dieser Glaube wurde auf so vielfältige Weise belohnt, wie ich es mir nicht hätte träumen lassen. Und ich hoffe, das gilt auch für Ihren Glauben. Einige von Ihnen, die heute hier sind oder zu Hause zuschauen, waren 2004, 2008 oder 2012 dabei – und vielleicht können Sie immer noch nicht fassen, dass wir es wirklich geschafft haben. Glauben Sie mir, damit sind Sie nicht allein.

Michelle – Michelle LaVaughn Robinson, Mädchen aus der South Side, in den letzten 25 Jahren warst du nicht nur meine Frau und die Mutter meiner Kinder, sondern auch meine beste Freundin. Du hast eine Rolle angenommen, um die du nicht gebeten hast, und du hast sie dir zu eigen gemacht, mit Anmut, mit Charakterstärke, mit Stil und mit Humor. Du hast das Weiße Haus zu einem Ort gemacht, der allen Menschen gehört. Die junge Generation steckt sich höhere Ziele, weil sie dich als Vorbild hat. Du hast mich stolz gemacht. Und du hast unser Land stolz gemacht.

Malia und Sasha, ihr seid unter diesen sehr eigentümlichen Umständen zu zwei großartigen jungen Frauen herangewachsen. Ihr seid intelligent und schön, aber was noch wichtiger ist, ihr seid freundlich, rücksichtsvoll und voller Leidenschaft. Ihr habt die Last des Lebens in der Öffentlichkeit mit einer solchen Leichtigkeit getragen. Von allen Dingen, die ich in meinem Leben erreicht habe, bin ich am stolzesten darauf, euer Vater zu sein.

Joe Biden – der rauflustige Junge aus Scranton, der zum Lieblingskind des Staates Delaware heranwuchs: Du warst der erste, für dessen Nominierung ich mich entschieden habe, und ich hätte keine bessere Entscheidung treffen können. Nicht nur, weil du ein großartiger Vizepräsident warst, sondern weil ich mit dir auch einen Bruder gewonnen habe. Wir lieben dich und Jill wie Familienangehörige, und eure Freundschaft war eine der großen Freuden unseres Lebens.

Meinen bemerkenswerten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich sagen: Ich habe acht Jahre lang aus Ihrer Energie geschöpft, in einigen Fällen sogar noch sehr viel länger, und ich habe jeden Tag versucht, zurückzugeben, was Sie ausgestrahlt haben: Herz, Charakter und Idealismus. Ich habe Sie älter werden, heiraten, Kinder kriegen und unglaubliche eigene Wege antreten sehen. Auch in harten und frustrierenden Zeiten haben Sie sich von Washington nie unterkriegen lassen. Sie haben sich gegen Zynismus gewappnet. Und das einzige, das mich noch stolzer macht als all das Gute, das wir zusammen erreicht haben, ist der Gedanke an all die großartigen Dinge, die Sie noch erreichen werden.

Ihnen allen – allen Helfern, die in eine neue Stadt gezogen sind, jeder freundlichen Familie, die sie willkommen geheißen hat, allen Freiwilligen, die an Türen geklopft haben, allen jungen Leuten, die zum ersten Mal gewählt haben, allen Amerikanerinnen und Amerikanern, die die harte Arbeit des Wandels geleistet und gelebt haben: Sie sind die besten Unterstützer und Helfer, die man sich wünschen könnte, und ich werde Ihnen auf ewig dankbar sein. Denn Sie haben die Welt verändert. Das haben Sie.

Und deshalb werde ich beim Verlassen dieser Bühne heute Abend dieses Land noch optimistischer sehen als damals, als wir angefangen haben. Denn ich weiß, dass unsere Arbeit nicht nur sehr vielen Amerikanerinnen und Amerikanern geholfen hat und sie – insbesondere die jungen Leute da draußen – inspiriert hat, daran zu glauben, dass sie etwas bewirken und nach den Sternen greifen können.

Ich möchte Ihnen sagen, dass ich diese Generation – uneigennützig, altruistisch, kreativ, patriotisch – in jedem Winkel der Vereinigten Staaten sehe. Sie glauben an ein gerechtes und alle einbeziehendes Amerika. Sie wissen, dass ständiger Wandel schon immer eine prägende Eigenschaft der Vereinigten Staaten war und dass man ihn nicht fürchten, sondern annehmen sollte. Sie sind bereit, die harte Arbeit der Demokratie fortzusetzen. Sie werden bald mehr sein als wir, und deshalb glaube ich, dass die Zukunft in guten Händen liegt.

Meine lieben amerikanischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, es war die größte Ehre meines Lebens, Ihnen zu dienen. Und ich werde nicht damit aufhören. Vielmehr werde ich bei Ihnen bleiben, als Bürger, bis ans Ende meiner Tage. Aber zunächst einmal, habe ich an Sie, ob Sie jung oder jung geblieben sind, als Ihr Präsident eine letzte Bitte: dieselbe Bitte, die ich hatte, als Sie vor acht Jahren auf mich gesetzt haben. Ich bitte Sie, zu glauben. Nicht an meine Fähigkeit, Wandel zu bewirken – sondern an Ihre.

Ich bitte Sie, festzuhalten an dem Glauben, der in unseren Gründungsdokumenten verankert ist, an der Idee, die Sklaven und Gegner der Sklaverei flüsternd weitertrugen, an dem Geist, der von Einwanderern und Siedlern und denen besungen wurde, die für Gerechtigkeit marschierten, an dem Credo, das von denen bekräftigt wurde, die Flaggen von Schlachtfeldern im Ausland auf den Mond brachten, an dem Credo, das jede Amerikanerin und jeder Amerikaner im Herzen trägt, dessen Geschichte noch nicht geschrieben ist: Ja, wir schaffen das.

Ja, wir haben es geschafft. Ja, wir schaffen das.

Danke. Möge Gott Sie segnen. Möge Gott die Vereinigten Staaten von Amerika weiterhin segnen.

Originaltext: Remarks by the President in Farewell Address