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Dezember 28, 2023

Amerikanerinnen und Amerikaner, die 2023 von uns gegangen sind

Im Jahr 2023 sind viele bekannte und einflussreiche amerikanische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verstorben – auch unser ehemaliger Botschafter John C. Kornblum. Kornblum trat 1964 in den diplomatischen Dienst der Vereinigten Staaten ein und bekleidete im Laufe seiner Karriere viele wichtige Positionen, darunter ab 1985 die des Gesandten und stellvertretenden Stadtkommandanten der Vereinigten Staaten im amerikanischen Sektor von West-Berlin. Die letzte Station seiner politischen Laufbahn war von 1997 bis 2001 der Posten des Botschafters der Vereinigten Staaten in Deutschland. In dieser Position leitete er auch den Umzug der US-Botschaft von Bonn nach Berlin im Jahr 1999. Nach seinem Ausscheiden aus dem Auswärtigen Dienst blieb Kornblum in Deutschland, arbeitete in der Wirtschaft und engagierte sich ehrenamtlich für die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Er starb am 21. Dezember 2023 in Nashville (Tennessee).

Lauren Monsen gibt in ihrem Artikel, der am 26. Dezember 2023 auf ShareAmerica erschien, einen kurzen Einblick in das Leben weiterer in diesem Jahr verstorbener Amerikanerinnen und Amerikaner (Illustrationen: D. Thompson).

 

Einige der im Jahr 2023 verstorbenen Amerikanerinnen und Amerikaner haben in den Bereichen Kunst, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft sowie Innen- und Außenpolitik wichtige Beiträge geleistet.

Die Vereinigten Staaten haben im letzten Jahr den Sänger Tony Bennett, den ehemaligen US-Botschafter bei den Vereinten Nationen Bill Richardson, die preisgekrönte Dokumentarfilmerin Nancy Buirski, den einflussreichen TV-Produzenten Norman Lear, den ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger und die Basketball-Legende Willis Reed verloren.

ShareAmerica gedenkt ihrer und erinnert an einige andere wichtige Amerikanerinnen und Amerikaner, die von uns gegangen sind.

Zeichnung: Sandra Day O'Connor neben der Flagge der Vereinigten Staaten (D. Thompson/US-Außenministerium)

Sandra Day O’Connor

Die ehemalige Richterin am Supreme Court, Sandra Day O‘Connor, war die erste Frau am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten und half so, anderen Frauen den Weg zu ebnen. Sie fand nach ihrem Jurastudium an der Universität Stanford, das sie als eine der Jahrgangsbesten abgeschlossen hatte, keine Stelle bei einer Anwaltskanzlei, weil Anwältinnen damals allgemein nicht erwünscht waren. Sie war jedoch vier Jahre lang stellvertretende Generalstaatsanwältin in Arizona und Senatorin im Bundesstaat Arizona, bevor sie zur Richterin gewählt wurde. 1981 nominierte Präsident Ronald Reagan sie als Richterin für den Obersten Gerichtshof, wo sie von 1981 bis 2006 ihren Einfluss geltend machte. Ihre Stimme war ausschlaggebend für ein Urteil, das es einer Bundesbehörde bei Untätigkeit eines Bundesstaates erlaubt, Maßnahmen zur Reduzierung von Luftverschmutzung zu ergreifen, und sie beeinflusste das Gericht dahingehend, Menschen in bestimmten Fällen das Recht auf eine zweite ärztliche Meinung zuzugestehen. Sie starb am 1. Dezember im Alter von 93 Jahren.

 

Zeichnung von Rosalynn Carter (D. Thompson/US-Außenministerium)

Rosalynn Carter

Die ehemalige First Lady Rosalynn Carter, Ehefrau des ehemaligen Präsidenten Jimmy Carter, sagte vor dem Kongress zugunsten der Abdeckung psychischer Erkrankungen durch die Krankenversicherung aus, setzte sich für die Unterstützung pflegender Angehöriger ein und kämpfte für Frauenrechte. Sie wurde oft als die politisch aktivste First Lady der Vereinigten Staaten seit Eleanor Roosevelt bezeichnet.

Nach ihrer Zeit im Weißen Haus waren sie und ihr Mann gemeinsam im wohltätigen Bereich aktiv und engagierten sich gemeinsam für den Bau von Häusern für Bedürftige und für die Gründung des Carter Center, eine gemeinnützige Organisation, die sich für Konfliktprävention, die Stärkung der Demokratie und die Bekämpfung von Krankheiten in aller Welt einsetzt. 1999 erhielten sie und ihr Mann die Freiheitsmedaille des Präsidenten, die höchste zivile Ehrung der Vereinigte Staaten. Sie starb am 19. November im Alter von 96 Jahren.

 

Zeichnung von Dianne Feinstein vor dem Kapitol der Vereinigten Staaten (D. Thompson/US-Außenministerium)

Dianne Feinstein

Senatorin Dianne Feinstein aus Kalifornien, die dienstälteste Senatorin in der Geschichte der Vereinigten Staaten, hatte eine schwierige Kindheit, wurde jedoch zur Wegbereiterin für Frauen in der Politik. 1978 wurde sie die erste Bürgermeisterin von San Francisco und 1992 als erste Frau von in ihrem Heimatstaat in den US-Senat gewählt. Sie war bekannt für ihr Engagement für progressive Ziele wie die Reglementierung des Waffenbesitzes und die Gleichstellung der Ehe, gehörte über 30 Jahre dem Senat an und hatte als erste Frau den Vorsitz in mächtigen Senatsausschüssen wie dem Geschäftsordnungs- und dem Nachrichtendienstausschuss des Senats. Sie starb am 29. September im Alter von 90 Jahren.

 

Zeichnung von Jimmy Buffett beim Gitarrespielen (D. Thompson/US-Außenministerium)

Jimmy Buffett

Singer-Songwriter Jimmy Buffett, der in seinen Stücken das entspannte Leben besang, begeisterte mit seinen Hymnen auf Strände, Boote und Freizeit Unmengen von Fans. Sein Musikstil war eine Mischung aus Country und karibischen Klängen, so auch sein berühmtester Song Margaritaville. Zwar hatte er das Image eines liebenswerten Faulpelzes, doch Buffett arbeitete ohne Unterlass, er stand auf der Bühne, schrieb Bücher und eröffnete als Unternehmer eine Restaurantkette, Casinos und Wohnanlagen für Seniorinnen und Senioren. 2006 wurde er in die National Songwriters Hall of Fame in Nashville aufgenommen. Er starb am 1. September im Alter von 76 Jahren.

 

Zeichnung von John Goodenough, der eine Batterie in der Hand hält (D. Thompson/US-Außenministerium).

John Goodenough

Wissenschaftler John Goodenough wurde 2019 gemeinsam mit M. Stanley Whittingham und Akira Yoshino für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien, die den Bau tragbarer Elektrogeräte, Herzschrittmacher und E-Autos ermöglichten, mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Goodenough war Leiter des Labors für Anorganische Chemie an der Universität Oxford, bevor er 1986 an die Fakultät der University of Texas in Austin wechselte, wo er mit 97 Jahren, als er den Nobelpreis erhielt, noch immer unterrichtete und forschte. Er war der älteste Nobelpreisträger der Geschichte und sagte, er sei dankbar, nicht mit 65 in die Rente gezwungen worden zu sein: „Wer 97 Jahre alt wird, kann alles erreichen.“ Goodenough starb am 25. Juni im Alter von 100 Jahren.

 

Zeichnung von Roger Payne, im Hintergrund eine Walflosse im Meer (D. Thompson, US-Außenministerium)

Roger Payne

Mit seiner Entdeckung, dass Wale füreinander singen, löste der Biologe Roger Payne eine weltweite Bewegung zum Schutz der Wale aus. Darüber hinaus nahm er die Gesänge der Wale auf und machte daraus das Album Songs of the Humpback Whale, das sich 1970 extrem gut verkaufte und ein Bewusstsein dafür schuf, wie bedroht die Tiere sind. Er beschrieb die Gesänge der Wale als „überschwängliche, ununterbrochene musikalische Klangwellen“ und stellte fest, dass der Gesang der Riesensäuger, ob allein oder zu mehreren gesungen, im Meer über tausende Kilometer Entfernung zu hören sei. Die Walgesänge hatten eine so starke emotionale Wirkung, dass sich daraus eine Bewegung zur Beschränkung des kommerziellen Walfangs entwickelte. Payne gründete auch die gemeinnütze Organisation Ocean Alliance, deren Aufgabe die Erforschung und der Schutz von Walen und ihres Lebensraumes ist. Er starb am 10. Juni mit 88 Jahren.

 

Zeichnung, auf der Grace Bumbry beim Singen zu sehen ist (US-Außenministerium/D. Thompson)

Grace Bumbry

Die berühmte Opernsängerin Grace Bumbry trat 1961 als erste Schwarze Künstlerin bei den Bayreuther Festspielen auf, wo sie die Rolle der Venus in Richard Wagners Tannhäuser sang. Ihre Besetzung sorgte zunächst für Diskussionen, doch mit ihrem sanften Mezzosopran gewann sie die Kritikerinnen und Kritiker schnell für sich. Am Premierenabend erhielt sie 30 Minuten lang stehende Ovationen und 42 Vorhangrufe. Nachdem sie als Mezzosopran große Erfolge erzielt hatte, war die Opernwelt schockiert, als sie in den Siebzigerjahren in den Sopran wechselte. Danach sang sie in beiden Lagen. Dank ihr öffneten sich anderen Schwarzen Sängerinnen und Sängern Türen, und 2009 verlieh ihr US-Präsident Barack Obama den Kennedy Center Award for the Arts. Sie starb am 7. Mai im Alter von 86 Jahren.

 

Zeichnung, auf der Harry Belafonte beim Singen zu sehen ist (US-Außenministerium/D. Thompson)

Harry Belafonte

Der in New York als Sohn jamaikanischer Eltern geborene Sänger, Schauspieler und Aktivist Harry Belafonte machte mit seinen Aufnahmen von Day-O, Matilda, Jamaica Farewell und anderen Hits in den Fünfziger- und Sechzigerjahren die Calypso-Musik in den Vereinigten Staaten populär. Er spielte außerdem in zahlreichen Filmen mit, darunter Carmen Jones (1954) und Island in the Sun (1957). Als Anhänger von Martin Luther King jr. und anderen Größen der Bürgerrechtsbewegung engagierte sich Belafonte im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika und war die treibende Kraft hinter dem von zahlreichen Stars gesungenen Song We Are the World aus dem Jahr 1985, der geschrieben wurde, um Spenden für die humanitäre Hilfe für Sudan und Äthiopien zu sammeln. Belafonte sagte, der Rat seiner Mutter – „Nimm Ungerechtigkeit niemals einfach kritiklos hin“ – sei der Auslöser für seinen Aktivismus gewesen. 1989 wurde er mit dem Kennedy-Preis, 1994 mit der National Medal of Arts und 2000 mit dem Grammy Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Belafonte starb am 25. April im Alter von 96 Jahren.

 

Zeichnung von Judith Heumann, die vor einer Menschenmenge spricht (US-Außenministerium/D. Thompson)

Judith Heumann

Die als „Mutter der Behindertenrechtsbewegung“ bekannte Judith Heumann war bei großen Demonstrationen ganz vorne mit dabei und maßgeblich an der Verabschiedung von Gesetzen zu Rechten von Menschen mit Behinderungen beteiligt. Sie überlebte als Kind eine Polio-Erkrankung und war den Großteil ihres Lebens auf einen Rollstuhl angewiesen, wehrte sich allerdings gegen Klischees über Menschen mit Behinderungen: „Eine Behinderung wird für mich erst dann zur Tragödie, wenn die Gesellschaft es versäumt, uns die Dinge zur Verfügung zu stellen, die wir zum Leben brauchen – zum Beispiel Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder barrierefreie Gebäude.“ Mit ihrer Arbeit bei der Weltbank und als Sonderberaterin für internationale Behindertenrechte im US-Außenministerium hob Heumann die zentrale Bedeutung dieser Rechte für die internationale Entwicklungs- und Außenpolitik hervor. Sie starb am 4. März im Alter von 75 Jahren.

 

Zeichnung von Wayne Shorter mit Saxophon (US-Außenministerium/D. Thompson)

Wayne Shorter

Der Jazz-Saxophonist und Komponist Wayne Shorter gilt weithin als einer der originellsten und kreativsten Jazzmusiker der letzten sechzig Jahre. Er arbeitete eng mit den Jazz-Größen Art Blakey und Miles Davis zusammen und war Mitbegründer des Jazz-Fusion-Ensembles Weather Report. Der 12-fache Grammy-Preisträger Shorter war für seine Vielseitigkeit und seine fantasievollen Soli auf dem Tenor- und Sopransaxophon bekannt, wobei er sich frei zwischen Bebop und Improvisation bewegte. Der Washington Post sagte er einmal: „Wenn du auf die Bühne gehst, musst du alle deine Grammys, deine Auszeichnungen, alle Zeitungsartikel über dich vergessen. Geh in deinem Schlafanzug da raus und erzähle eine Geschichte.“ Shorter, der 2018 mit dem Kennedy-Preis ausgezeichnet wurde, starb am 2. März im Alter von 89 Jahren.

 

Zeichnung von Burt Bacharach am Klavier, auf dem seine Preise stehen (US-Außenministerium/D. Thompson)

Burt Bacharach

Der Songwriter Burt Bacharach komponierte im Laufe seiner langen Karriere, die in den Fünfzigerjahren begann, mehr als 70 Top-40-Hits. Gemeinsam mit dem Texter Hal Davis schrieb er Klassiker wie I Say a Little Prayer (gesungen von Aretha Franklin), The Look of Love (gesungen von Dusty Springfield) und Raindrops Keep Fallin’ on My Head, das einen Oscar und einen Grammy gewann. Die Zusammenarbeit mit der Sängerin Dionne Warwick brachte eine Reihe unvergesslicher Hits hervor, darunter Walk On By und Do You Know the Way to San Jose. Bacharach, der oft als eine der wichtigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Pop-Musik des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird, starb am 8. Februar im Alter von 94 Jahren.

Originaltext: Americans we lost in 2023