Auftaktveranstaltung „WELTWEITES EXIL“

„Weltweites Exil“ heißt die Veranstaltungsreihe, die unser Gesandter, James D. Melville jr., heute Abend in Zusammenarbeit mit Lea Rosh vom Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V. eröffnete. Zwei Tage nach dem 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Arbeitslagers Auschwitz-Birkenau hat Eberhard Schmidt, Vorstandsmitglied des Förderkreises, ein Gespräch mit dem Schriftsteller Manfred Flügge über die Rolle des US-Journalisten Varian Fry geführt. Dank Varian Frys Rettungsnetzwerkes, das er in Frankreich betrieb, konnten bis zu 4.000 Juden sowie verschiedene Regimekritiker dem Holocaust im Dritten Reich entkommen. Unter den Geretteten befanden sich auch zahlreiche Künstler, Intellektuelle oder Schriftsteller wie Heinrich Mann oder Golo Mann, die Zuflucht in Amerika fanden. Der Schauspieler Gerd Wameling las zusätzlich aus einer Auswahl von Varian Frys überlieferten Briefen vor. In seiner Ansprache bezifferte Herr Melville den traurigen Rekord von 51 Million Menschen, die sich dieses Jahr weltweit auf der Flucht befinden. Dies entspricht der höchsten Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg. „Aus dem Erinnern ergibt sich ein Auftrag“, betonte unser Gesandter die Botschaft von Präsident Gaucks Rede anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar.

Mehrere Veranstaltungen beleuchten dieses Jahr die Rolle der USA als Exil-Land für Juden und andere Menschen, die im Zweiten Weltkrieg vor Verfolgung flohen. Ein Terminüberblick ist auf der Website des Förderkreises einsehbar.