Black Panther bricht mit Stereotypen

Schauspielerin Lupita Nyong'o (links) und Letitia Wright spielen Filmfiguren, die das fiktive afrikanische Land Wakanda im Film Black Panther verteidigen. (Foto: Marvel Studios 2018)

Seit einigen Wochen läuft der Hollywood-Film Black Panther auch in hiesigen Kinos. Die freiberufliche Autorin Lenore T. Adkins widmet diesem Film, der mit hartnäckigen Filmklischees bricht, einen eigenen Artikel, der am 14. März 2018 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, erschien.

Black Panther, der erste Hollywood-Kinohit über einen schwarzen Superhelden und mit fast ausschließlich schwarzen Schauspielerinnen und Schauspielern, ist zu einer internationalen Sensation geworden. Der Film schlägt alle Zuschauerrekorde und bricht mit hartnäckigen Stereotypen über Afrikaner und Frauen.

Der Film, der auf der gleichnamigen Comic-Buchreihe basiert, erzählt die Geschichte von König T’Challa, dem Herrscher von Wakanda, einem fiktiven, futuristischen und isolierten afrikanischen Land. T’Challa, gespielt von Chadwick Boseman, verwandelt sich im Kampf gegen das Böse, das Wakanda bedroht, in sein geschmeidiges Alter Ego, den Black Panther.

Mann und zwei Frauen entfernen sich von futuristischem Flugzeug (Foto: Marvel Studios 2018).
Schauspieler Chadwick Boseman (Mitte) spielt den Black Panther, einen König, der zur Verteidigung seines Landes auf Hightechausrüstung wie dieses Fluggerät zurückgreift. (Foto: Marvel Studios 2018)

Seit seinem weltweiten Start Mitte Februar hat der bahnbrechende Film an den Kinokassen über eine Milliarde US-Dollar eingespielt. Es ist der finanziell erfolgreichste Film eines schwarzen Regisseurs (Ryan Coogler) und der zweiterfolgreichste der Marvel Studios, die auch für Riesenerfolge wie Die Avengers, Iron Man und Der unglaubliche Hulk verantwortlich sind.

„Black Panther zeigt, wenn man eine gute Geschichte erzählt, dann kann ein überwiegend von Schwarzen getragener Film mit einem talentierten schwarzen Regisseur und talentierten schwarzen Schauspielern sowie einer guten Vermarktung weltweit erfolgreich sein“, so Darnell Hunt, Dekan für Sozialwissenschaften an der University of California (Los Angeles).

Luftaufnahme von Straßen und zylindrischen, mit Metall verzierten Gebäuden am Horizont (Foto: Marvel Studios 2018).
Vogelperspektive von Wakanda, eines autarken, futuristischen und fiktiven ostafrikanischen Staates, der Heimat des Black Panther (Foto: Marvel Studios 2018).

Hunt zufolge genießt Black Panther aus drei Gründen weltweite Aufmerksamkeit: Erstens ist der Film Teil des beliebten Marvel-Universums, daher gibt es für den Film schon ganz automatisch ein Publikum, zweitens macht die Vorstellung einer technologisch fortschrittlichen afrikanischen Gesellschaft die Zuschauer neugierig und drittens sind die schauspielerische Leistung, die Regie und die Kameraführung einfach „umwerfend“.

„Aus diesem Grund ist der Film weltweit so erfolgreich an den Kinokassen“, so Hunt.

Einflussreiche Frauen

Afrikanische Frauen werden als wichtige Säulen der Gesellschaft Wakandas dargestellt. Prinzessin Shuri, gespielt von Letitia Wright, ist für die technologischen Entwicklungen zuständig (siehe unten). Okoye, die von Danai Gurira dargestellt wird, spielt eine geradlinige Generalin, die im Dienste Wakandas steht. Nakia, gespielt von Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong’o, ist eine Spionin. Und Angela Bassett spielt als Ramonda die Königinmutter Wakandas.

Bild zweier Frauen in ihren Filmkostümen (Foto: Marvel Studios 2018)
Schauspielerin Angela Bassett spielt die Königinmutter Ramonda, die Mutter von Black Panther, hier umgeben von Kriegerinnen. (Foto: Marvel Studios 2018)

Darüber hinaus haben in Black Panther diverse Schauspielerinnen und Schauspieler internationale Wurzeln. So wurde Nyong’o in Mexiko geboren, ihre Eltern stammen aber aus Kenia. Gurira wurde in Iowa geboren, ihre Eltern stammen aus Simbabwe, und Wright kam in Guyana zur Welt, wuchs aber in England auf.

Hinzu kommen die schwarzen US-Schauspielerinnen und -Schauspieler Boseman, Bassett und Michael B. Jordan, sowie Oscar-Preisträger Forest Whitaker und Golden-Globe-Gewinner Sterling K. Brown. Außerdem spielen Schauspieler aus England, von der Elfenbeinküste, aus Südaufrika, Trinidad und Tobago sowie Uganda mit.

Ein Mittel gegen Stereotype

Filme wie Black Panther und Hidden Figures, die erfolgreiche schwarze Frauen als Wissenschaftlerinnen, Mathematikerinnen, Technologieexpertinnen und Ingenieurinnen darstellen, sind eine positive Kraft, die die Auffassung infrage stellen, schwarze Frauen könnten auf diesen Gebieten nicht erfolgreich sein, so Laurie O’Brien, Psychologieprofessorin an der Tulane University.

„Schwarze Frauen und Mädchen sehen diese Filme und sagen sich dann vielleicht ‚Wow, ich kann mir vorstellen, wie sie zu sein, sie ist so cool’“, erläutert O’Brien.

Bild zweier Mädchen im Kino, die den Film kostümiert anschauen (Foto: Yasuyoshi Chiba/AFP/Getty Images)
Mädchen im Superheldinnenkostüm bei einer Vorführung von Black Panther in 3D am 14. Februar in einem Kino in Nairobi (Kenia). (Foto: Yasuyoshi Chiba/AFP/Getty Images)

Anders als andere Hollywood-Filme zeigt Black Panther Schwarze nicht als Randfiguren – beispielsweise als kecke Nebendarsteller – oder in anderer, abwertender Weise, meint Hunt. In Wakanda entscheiden die Afrikanerinnen und Afrikaner über ihr eigenes Schicksal. „Dieser Film wirkt beinahe wie ein Gegenmittel gegen unzählige Jahre negativer und entmenschlichender Darstellungen von Afrikanern“, fügt er hinzu. „Meiner Meinung nach kommt er aus diesem Grund so gut bei Schwarzen auf der ganzen Welt an.“

Nach dem unerwarteten Erfolg von Black Panther hat Disney eine Million US-Dollar an Boys and Girls Clubs of America gespendet, einer gemeinnützigen Organisation, die Kinder aus einkommensschwachen Familien unterstützt und Jugendprogramme auf den Gebieten Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik fördert. Die Walt Disney Company ist die Muttergesellschaft der Marvel Studios, die Black Panther produziert haben.

Schaukasten:

Prinzessin Shuri in ihrem Labor (Foto: Marvel Studios 2018)
Schauspielerin Letitia Wright als Shuri, führende Wissenschaftlerin in einem fiktiven afrikanischen Land. (Foto: Marvel Studios 2018)

Shuri, die Prinzessin von Black Panther, entwickelt Hightechgeräte aus Vibranium, einem seltenen und mystischen Metall, das Wakanda mit Energie versorgt und um das Wakanda alle Welt beneidet.

Einige der Erfindungen von Prinzessin Shuri:

Black Panther mit Maske (Foto: Marvel Studios 2018)
Foto: Marvel Studios 2018
  • T’Challas kugelsicherer Black-Panther-Anzug und seine Maske nehmen kinetische Energie auf und setzen sie gegen Angreifer ein.
Drei Frauen im Kriegerinnen-Kostüm (Foto: Marvel Studios 2018)
Foto: Marvel Studios 2018
  • Die mit Vibranium verflochtenen Kimoyo-Perlen an den Kampfanzügen der Kriegerinnen haben verschiedene technologische Funktionen, darunter auch die Unterstützung der Genesung eines fiktiven CIA-Agenten nach einer Schussverletzung.
Frau mit Handwaffen (Foto: Marvel Studios 2018)
Foto: Marvel Studios 2018
  • Ein mächtiger Energiestoß in Gestalt eines brüllenden Panthers schießt aus diesen Vibranium-Handfeuerwaffen. Shuri setzt sie im Kampf ein, um die Ordnung in Wakanda wiederherzustellen.

Originaltext: Black Panther shatters stereotypes and promotes science