Boston: Die Stadt, die Maßstäbe setzt

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text über die Stadt Boston (Massachusetts), der am 29. August 2013 vom Büro für internationale Informationsprogramme veröffentlicht wurde.

Die Stadt Boston ist für ihre Schlüsselrolle während der Amerikanischen Revolution und ihre hervorragenden Bildungseinrichtungen bekannt. Boston ist die Hauptstadt von Massachusetts und das politische und wirtschaftliche Zentrum Neu-Englands. Mit seinen 4,6 Millionen Einwohnern zählt der Großraum Boston zu den zehn größten Ballungsräumen der Vereinigten Staaten.

Erkunden Sie die historischen Viertel, in denen die ersten amerikanischen Patrioten eine Heimat fanden und Generationen von Einwanderern willkommen geheißen wurden. Spazieren sie entlang des Bostoner Freedom Trail mit seinen roten Backsteinfassaden und seiner „smaragdgrünen Kette“ aus Grünanlagen, zu denen auch der berühmte Boston Common gehört. Die reiche Vergangenheit der Stadt findet ihre Fortsetzung in ihrer florierenden Gegenwart als globaler Vorreiter für Innovationen.

Damals und heute

Vor der Kolonisierung durch die Europäer war das Gebiet um Boston von den Massachusett bewohnt, einem Algonkin-Stamm, der dem Bundesstaat seinen Namen gab.

1620, als die Pilgerväter Plymouth gründeten, kamen die ersten religiösen Dissidenten aus England nach Massachusetts und Cape Cod Bay. 1630 führte John Winthrop eine als Puritaner bekannte Gruppe in die Gegend der Shawmut-Halbinsel und gründete die Stadt Boston. Ihr Hafen trug zu wachsendem Wohlstand und steigenden Bevölkerungszahlen bei, was die Stadt in der Mitte des 18. Jahrhunderts zur größten in Britisch-Nordamerika machte.

Boston war die Geburtsstätte der Amerikanischen Revolution. Spannungen zwischen den Kolonisten und den britischen Truppen führten 1770 zum Massaker von Boston, 1773 zur Boston Tea Party und 1774 zu den Unerträglichen Gesetzen (Intolerable/Coercive Acts), die Massachusetts das Recht auf Selbstverwaltung entzogen und die Stadt unter Militärrecht stellten. Statt den anderen Kolonien als warnendes Beispiel zu dienen, lösten die britischen Maßnahmen gegen Boston Empörung, Widerstand und Solidarität aus. Als britische Truppen 1775 versuchten, außerhalb der Stadt militärische Bestände der Kolonisten zu beschlagnahmen, wurden sie von der Miliz der Kolonisten davon abgehalten und der Unabhängigkeitskrieg begann.

Wichtige Daten:

1632 – Boston wird Hauptstadt der Massachusetts Bay Colony.

1635 – die erste öffentliche Schule in Amerika, die Boston Latin School, nimmt ihren Betrieb auf.

1704 – The Boston News-Letter, die erste regelmäßig erscheinende amerikanische Zeitung, wird veröffentlicht.

1706 – der amerikanische Wissenschaftler, Erfinder, Diplomat, Humorist und Staatsmann Benjamin Franklin wird in Boston geboren.

1775 – die neu gebildete amerikanische Kolonialarmee fordert die britischen Truppen in Boston am Bunker Hill heraus.

1848 – die Boston Public Library wird die erste mit öffentlichen Mitteln unterstützte Stadtbibliothek.

1876 – Alexander Graham Bell demonstriert das erste Telefon.

1897 – die Bostoner U-Bahn nimmt als erstes unterirdisches Bahnsystem in Nordamerika den Betrieb auf.

1897 – Läufer nehmen am ersten Boston Marathon teil, dem ältesten, jährlich stattfindenden Marathonlauf der Welt.

1917 – John F. Kennedy, der 1960 zum Präsidenten gewählt werden wird, wird im Bostoner Vorort Brookline geboren.

1955 – dem Bürgerrechtler Martin Luther King, jr. wird von der Boston University der Doktortitel in Theologie verliehen.

2013 – der Boston Marathon wird von Bombenanschlägen getrübt, bei denen drei Menschen getötet und 264 verletzt werden.

„Das Athen der Vereinigten Staaten“

Bildung ist ein zentraler Bestandteil der Geschichte und Bedeutung von Boston. Im Stadtteil Cambridge befindet sich die Harvard University, die älteste amerikanische Hochschule und eine der renommiertesten Universitäten der Welt. Im Einzugsgebiet Boston sind jedoch noch 66 weitere Colleges und Universitäten angesiedelt, darunter das Massachusetts Institute of Technology (MIT) und das Boston College.

Die angesagten Bezirke Bostons wie Beacon Hill mit seinen Reihenhäusern im Federal Style und den  Kopfsteinpflasterstraßen im Licht von Gaslampen stehen im starken Kontrast zu den modernen Einkaufsbezirken wie Newbury Street und der Charlestown Waterfront, Heimat der USS Constitution. Boston ist berühmt für seine Gerichte mit Meeresfrüchten wie Clam Chowder und Hummersandwiches. Ye Olde Union Oyster House, das 1826 öffnete, ist eines der ältesten Restaurants der Vereinigten Staaten, und der Bull and Finch Pub diente als Modell für die Fernsehserie Cheers aus den Achtzigerjahren.

Auch durch Filme wie Good Will Hunting und die beliebte Krimiserie Spenser von Robert Parker haben die Menschen, die Kultur und die Bezirke von Boston Eingang in die Populärkultur gefunden. Sportfreunde werden einen Besuch in Fenway Park, der Heimat der Boston Red Sox, genießen. Das Stadion wurde 1912 eröffnet und ist damit die älteste Profisportstätte der Vereinigten Staaten.

Die Bewohner

Als Haupthafen von Neuengland war Boston stetiger Anlaufpunkt für Zuwanderer aus der ganzen Welt.

Der Volkszählung 2010 zufolge leben in Boston 53,9 Prozent Weiße, 24,4 Prozent Afroamerikaner, 17,5 Prozent Hispanier oder Latinos und 8,9 Prozent Asiaten. Laut einer Schätzung von 2012 zählt die Stadt 636.479 Einwohner.

Die Landschaft

Boston ist die einzige Hauptstadt eines US-Bundesstaats auf der zusammenhängenden Landmasse der Vereinigten Staaten, die an der Küste liegt. Boston wurde auf einer Halbinsel gegründet, die durch den Charles River und Massachusetts Bay entstand und einen natürlichen Hafen bildet. In den 300 Jahren seit seiner Gründung hat sich Boston durch die Einebnung von Hügeln und die Trockenlegung von Sumpf- und Wattgebieten auf das Dreifache seiner ursprünglichen Fläche ausgedehnt.

Das Klima

Die Winter in Neuengland sind kalt, aber da Boston an der Küste liegt, ist das Klima moderater als im Inland. Der kälteste Monat ist mit einer Durchschnittstemperatur von zwei Grad Celsius der Januar, der heißeste ist mit durchschnittlich 23 Grad Celsius der Juli. In Boston schneit es von Dezember bis März. Küstenstürme, auch nor’easters genannt, sorgen für einen Großteil des Niederschlags.

Originaltext: Boston, Massachusetts: America’s City of Firsts