Wildereikrise: Maßnahmen zum Schutz des Breitmaulnashorns

Das Südliche Breitmaulnashorn ist die letzte, nicht unter dem Schutz des Gesetzes über bedrohte Arten (Endangerd Species Act – ESA) stehende Nashornart.

 

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium über Wilderei vom 12. September 2013.

Als Reaktion auf die anhaltende Wildereikrise, die zu einer erheblichen Verringerung der Nashornpopulationen weltweit führt, hat der U.S. Fish and Wildlife Service (USFWS) im Rahmen des Gesetzes über bedrohte Arten sofortige Maßnahmen zum Schutz des Südlichen Breitmaulnashorns ergriffen.

Das ESA bietet ein wichtiges Sicherheitsnetz für Fischarten sowie wild lebende Tiere und Pflanzen und hat bereits die Ausrottung Hunderter bedrohter Arten verhindert sowie die Wiederansiedlung vieler anderer gefördert.

Durch die Ausdehnung des ESA-Schutzes auf das Breitmaulnashorn – die letzte verbleibende ungeschützte Nashornart – schließt der USFWS eine Lücke, die von skrupellosen Wilderern und Wildtier-Schmugglern ausgenutzt wird, die die globale Nachfrage nach dem Horn des Nashorns zu Geld machen wollen.

Die am 9. September von Innenministerin Sally Jewell im Forum des Weißen Hauses für den Kampf gegen den Handel mit wild lebenden Tieren und Pflanzen (White House Forum to Combat Wildlife Trafficking) angekündigten Maßnahmen werden das Südliche Breitmaulnashorn als bedrohte Art im Rahmen der „Ähnlichkeitsregel“ des ESA schützen. Darüber hinaus werden internationale Strafverfolgungsbemühungen im Kampf gegen Wilderei und gegen den Handel mit dem Horn des Nashorns unterstützt. Vor seiner abschließenden Entscheidung wird der USFWS die Öffentlichkeit 30 Tage anhören; die Schutzmaßnahmen im Rahmen des ESA treten aber mit sofortiger Wirkung in Kraft, so die Behörde.

„Als Umschlagplatz und Zielort illegaler Produkte aus dem Horn des Nashorns spielen die Vereinigten Staaten eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Wilderei und dem Handel mit wild lebenden Tieren und Pflanzen. Neben der Ausdehnung des Schutzes auf das südliche Breitmaulnashorn sondieren wir darüber hinausgehende rechtliche Bestimmungen und politische Optionen, um unsere Fähigkeiten bei der Ermittlung gegen und Strafverfolgung von Wilderern und Wildtier-Schmugglern zu verbessern“, so Dan Ashe, USFWS-Direktor, in einem Beitag auf der Website der Behörde. „Wir blicken auf eine lange Tradition im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel zurück und setzen uns für die Zusammenarbeit mit internationalen Strafverfolgungsbehörden ein, um gegenwärtige und zukünftige Probleme anzugehen.“

Die Nashornwilderei hat der Behörde zufolge ein Rekordniveau erreicht. Allein in Südafrika seien im Jahr 2012 669 Nashörner und in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits 446 Nashörner getötet worden. Diese „beispiellose Tötungsorgie“ werde durch die steigende Nachfrage nach Horn geschürt, das nach überlieferten Heilmethoden in dem unbegründeten Glauben zermahlen und konsumiert werde, dass es Krankheiten heilen könne. Der Hauptbestandteil des Horns ist Keratin – die gleiche Substanz, die man in Fingernägeln findet – und wissenschaftliche Tests haben wiederholt gezeigt, dass es keinerlei medizinischen Wert hat.  Das Horn von Nashörnern wird auch verwendet, um zeremonielle Gefäße für Trankopfer und andere Schnitzereien herzustellen.

Vier der fünf heute wild lebenden Nashornarten – das Spitzmaulnashorn, das Panzernashorn, das Sumatranashorn und das Java-Nashorn – werden im Rahmen des ESA vollständig als bedrohte Art geschützt. Das Breitmaulnashorn ist das fünfte und deckt zwei Unterarten ab: das Südliche und das Nördliche Breitmaulnashorn. 1970 lebte das Südliche Breitmaulnashorn nur noch in Südafrika; seither wurde es in Botswana, Namibia, Swasiland und Simbabwe – seinen ursprünglichen Verbreitungsgebieten wieder ausgewildert. Das Nördliche Breitmaulnashorn, das zuletzt in freier Wildbahn im Osten der Demokratischen Republik Kongo gesehen wurde, wird ebenfalls als bedrohte Art geschützt; es ist frei lebend womöglich bereits ausgestorben. Sein Verwandter, das Südliche Breitmaulnashorn, das in noch wesentlich höhere Anzahl vorkommt, musste der USFWS zufolge bisher noch nicht geschützt werden.

Der USFWS zufolge wäre die Unterscheidung zwischen dem Horn und den Hornprodukten des Südlichen Breitmaulnashorns und der bedrohten Java-, Sumatra-, Panzer- und Spitzmaulnashörner sowie dem Nördlichen Breitmaulnashorn ohne zerstörende Gentests schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Diese Schwierigkeit hat es den Wildtier-Schmugglern ermöglicht, das Horn der bedrohten Nashornarten falsch als Horn des Breitmaulnashorns auszuzeichnen, um so die Verkaufs- und Transportbeschränkungen zu umgehen.

Im Rahmen des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen (CITES) unterliegt das Südliche Breitmaulnashorn Ein- und Ausfuhrbeschränkungen, und diese neue Maßnahme verbietet den Verkauf oder das Anbieten zum Verkauf dieser Art oder von Teilen dieser Art oder von aus ihr hergestellten Produkten im zwischenstaatlichen Handel; damit deckt sich die Regelung mit der für alle anderen Nashornarten. Die angedrohte Klassifizierung wird an den aktuellen Genehmigungsanforderungen für Sportjäger bezüglich Trophäen des Südlichen Breitmaulnashorns nichts ändern.

Die USFWS setzt sich mit einer Vielzahl vorn Partnern und der Öffentlichkeit aktiv für einen besseren und innovativeren Weg zum Erhalt und der Wiederansiedlung bedrohter Arten ein.

Lesen Sie hiermehr über das Gesetz über bedrohte Arten.

Weitere Informationen über USFWS Endangered Species Program’s Branch of Foreign Species finden Sie auf der Website des USFWS.

Originaltext: Poaching Crisis Prompts Action to Protect Southern White Rhino