Politik und Geschichte

Nach der Unabhängigkeit von Großbritannien nahmen die Vereinigten Staaten 1797 zunächst diplomatische Beziehungen zum Königreich Preußen und dann 1871 zum Deutschen Kaiserreich auf. Die deutsch-amerikanischen Beziehungen wurden 1917 während des Erstens Weltkriegs beendet, und die Vereinigten Staaten erklärten Deutschland den Krieg. Die Beziehungen wurden 1921 wieder aufgenommen, während des Zweiten Weltkrieges 1941 aber wieder abgebrochen, als das von den Nationalsozialisten regierte Deutschland den Vereinigten Staaten den Krieg erklärte. Nach dem Krieg wurde Deutschland in vier Zonen aufgeteilt, die von den alliierten Mächten besetzt wurden. Berlin wurde ebenfalls geteilt. 1955 nahmen die Vereinigten Staaten diplomatische Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland auf, die aus den amerikanischen, britischen und französischen Besatzungszonen hervorgegangen war. 1974 nahmen die Vereinigten Staaten diplomatische Beziehungen zur Deutschen Demokratischen Republik auf, die aus der sowjetischen Besatzungszone entstanden war. Westdeutschland und Ostdeutschland wurden 1990 wiedervereinigt.

Die Vereinigten Staaten setzen sich für die Erhaltung von Frieden und Sicherheit in Europa ein. Die deutsch-amerikanischen Beziehungen stehen dabei seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Zentrum ihres Engagements in Deutschland. Deutschland spielt eine zentrale Rolle in europäischen Fragen und ist in der Organisation des Nordatlantikvertrags (NATO) und der Europäischen Union ein wichtiger Partner für die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa. Die Politik der Vereinigten Staaten gegenüber Deutschland ist auf die Wahrung und Festigung enger und reger Beziehungen zu Deutschland ausgerichtet, nicht nur als Freunde und Handelspartner, sondern auch als Bündnispartner, die den gleichen Institutionen angehören. Die Vereinigten Staaten sind sich bewusst, dass Sicherheit und Wohlstand in den Vereinigten Staaten und Deutschland erheblich voneinander abhängen. Die bilateralen politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Beziehungen fußen auf engen Konsultationen und enger Abstimmung auf höchster Ebene. Die Vereinigten Staaten und Deutschland kooperieren aktiv in internationalen Foren.

Als Bündnispartner in der NATO arbeiten die Vereinigten Staaten und Deutschland Seite an Seite zur Wahrung von Frieden und Freiheit. Amerikanische und deutsche Soldaten arbeiten bei NATO- und UN-Einsätzen auf der ganzen Welt effektiv zusammen, was sich zum Teil auf die gemeinsame Ausbildung und den gemeinsamen Aufbau von Fähigkeiten in US-Militäreinrichtungen in Deutschland zurückführen lässt. Die beiden Länder haben ihre diplomatische Zusammenarbeit auch auf die militärische Ebene ausgeweitet; sie führten auf dem Balkan Maßnahmen zur Friedenserhaltung durch und arbeiteten zusammen, um die Entstehung freier, demokratischer Staaten in ganz Mittel- und Osteuropa zu unterstützen. Deutschland ist ein integraler Bestandteil der unter UN-Mandat stehenden Internationalen Streitkräfte zur Förderung der Sicherheit in Afghanistan. Deutsche und amerikanische Marineeinheiten werden auch zur Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika entsandt. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten war Deutschland ein verlässlicher Verbündeter der Vereinigten Staaten im Kampf gegen Terrorismus.

Entwicklungshilfe der Vereinigten Staaten für Deutschland

Es gibt keine Entwicklungshilfe der Vereinigten Staaten für Deutschland.

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen

Als zwei der führenden Handelsnationen der Welt engagieren sich die Vereinigten Staaten und Deutschland gemeinsam für eine offene und wachsende Weltwirtschaft. Deutschland ist Mitglied der Europäischen Union, und 2007 war das Land die treibende Kraft bei der Gründung des Transatlantischen Wirtschaftsrates (TEC), einem politischen Gremium, dessen Ziel es ist, die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union durch die Förderung von Wirtschaftswachstum durch vermehrten Handel und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu vertiefen. Deutschland und die Vereinigten Staaten halten regelmäßig informelle Handelsgespräche (Informal Commercial Exchange Talks – ICE) ab, um wirtschaftliche Themen auf bilateraler Basis informell zu besprechen.

Die Vereinigten Staaten sind der größte Exportmarkt Deutschlands außerhalb der EU (Stand 2011). Wenn die EU-Länder einbezogen werden, befinden sich die Vereinigten Staaten noch immer auf Platz zwei – lediglich hinter Frankreich. Im Jahr 2011 hat Deutschland Waren im Wert von 97 Milliarden US-Dollar in die Vereinigten Staaten exportiert. Deutschland ist der weltweit fünftgrößte Handelspartner der Vereinigten Staaten und der wichtigste Importeur amerikanischer Waren in der EU (Stand 2011). 2011 beliefen sich die amerikanischen Exporte nach Deutschland auf über 49 Milliarden US-Dollar.

Die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen werden von enormen gegenseitigen Investitionen gefördert. 2010 beliefen sich die deutschen Direktinvestitionen in den Vereinigten Staaten auf 213 Milliarden US-Dollar, während die amerikanischen Direktinvestitionen in Deutschland 106 Milliarden US-Dollar betrugen. Deutsche Investitionen werden unter anderem in Schlüsselindustrien wie der Chemieindustrie, dem Transport- oder dem Dienstleistungssektor sowie der Finanzbranche getätigt. Insgesamt beschäftigen deutsche Firmen in etwa 500.000 amerikanische Arbeitnehmer.

Der deutsch-amerikanische Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag (U.S.-German Treaty of Friendship, Commerce and Navigation) stellt US-Investoren den deutschen gleich und ermöglicht den freien Kapitalfluss zwischen beiden Ländern. Die Besteuerung von US-Firmen innerhalb Deutschlands wird durch das Doppelbesteuerungsabkommen geregelt.

Deutschlands Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

Deutschland und die Vereinigten Staaten gehören einer Reihe internationaler Organisationen an, darunter die Vereinten Nationen, die NATO, der Euro-Atlantische Partnerschaftsrat, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die G20, die G8, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Internationale Währungsfonds, die Weltbank und die Welthandelsorganisation. Deutschland hat darüber hinaus auch Beobachterstatus bei der Organisation Amerikanischer Staaten.

» Allgemeines zu Städte-Partnerschaften

» Sister Cities (in engl.)