Der Einfluss deutscher Einwanderer auf die Vereinigten Staaten

Traditionell gekleidete und kostümierte Nachfahren deutscher Einwanderer versammeln sich um ein winterliches Lagerfeuer am Deutsch-Amerikanischen Institut in St. Paul (Minnesota). (Foto: Erika Larsen/National Geographic Creative)

Die Vereinigten Staaten sind ein Einwanderungsland. Menschen aus allen Teilen der Welt strömen seit jeher ins Land. Anlässlich des Internationalen Tags der Migranten am 18. Dezember beschreibt dieser Artikel von Mary Jane Maxwell den Einfluss deutscher Einwanderer auf die Vereinigten Staaten. Der Beitrag erschien am 14. Dezember 2017 auf ShareAmerica, einer offiziellen Website des US-Außenministeriums.

Fünfköpfige Familie auf Schwarzweißfoto (Foto: National Park Service)
Drei Generationen einer deutschen Familie bei der Ankunft in Ellis Island in New York, einer Sammelstelle für Einwanderer zu Beginn des 20. Jahrhunderts (Foto: National Park Service)

Ohne die Traditionen deutscher Einwanderer wäre Weihnachten in den Vereinigten Staaten nicht wiederzuerkennen. Die Tradition des geschmückten Weihnachtsbaums und die Figur des Weihnachtsmanns, der Geschenken bringt, kamen mit deutschen Familien ins Land, erfreuten sich aber bald allgemeiner Beliebtheit. Beides spielt heute in den Vereinigten Staaten zu Weihnachten eine wichtige Rolle.

Mädchen und Junge in deutschen Trachten (Foto: Sherry L. Brukbacher)
Kinder in Trachten beim alljährlichen Deutschen Fest (German Fest) in Milwaukee, einem der größten deutschen Feste in Nordamerika. Dort werden deutsche Volkstänze, deutsche Musik und deutsches Essen präsentiert. (Foto: Sherry L. Brukbacher)

Unter den ersten europäischen Einwanderern in der neuen Welt waren auch einige Deutsche, die sich 1608 zusammen mit den Engländern in Jamestown (Virginia) ansiedelten. Auf der Suche nach Land und religiöser Freiheit ließen sie sich im 18. Jahrhundert überwiegend in Pennsylvania und New York nieder.

Zwischen 1820 und 1870 wanderten beinahe acht Millionen Deutsche in die Vereinigten Staaten ein. Die meisten ließen sich in den nördlichen Bundesstaaten des mittleren Westens nieder – in North und South Dakota, Minnesota und Wisconsin. Nach den Einwanderern aus dem Vereinigten Königreich bilden die Nachfahren deutscher Einwanderer die zahlenmäßig zweitgrößte Gruppe in den Vereinigten Staaten. Mit Blick auf die Gesamtbevölkerung, zu der mehr als 40 Millionen Nachfahren von Einwanderern zählen, machen sie beinahe 15 Prozent aus.

Amerikanerinnen und Amerikaner deutscher Abstammung haben in vielerlei Hinsicht zur Entwicklung der Vereinigten Staaten beigetragen. So baute beispielsweise ein deutscher Einwanderer und Ingenieur, John Roebling, die berühmte Brooklyn Bridge in New York, die 1883 eröffnet wurde.

Menschen laufen über eine Brücke (Foto: Loic Venance/AFP/Getty Images)
Menschen auf der Brooklyn Bridge in New York am 2. Juli 2017. (Foto: Loic Venance/AFP/Getty Images)

Deutschstämmige Amerikaner haben viele erfolgreiche US-Unternehmen gegründet:

William Boeing, dessen Eltern 1868 in die Vereinigten Staaten einwanderten, gründete 1916 die Firma Aero Products Company. 1917 benannte er das Unternehmen in Boeing Airplane Company um. Heute ist Boeing das weltweit größte Luftfahrtunternehmen.

Levi Strauss kam 1847 in die Vereinigten Staaten. 1853 gründete er mit Levi Strauss & Company in San Francisco das erste Unternehmen, das Jeanshosen herstellte. Die Jeans von Levi sind heute weltweit bekannt.

Heinrich Engelhard Steinweg migrierte 1850 mit seiner Frau und seinen acht Kindern nach New York. Er änderte seinen Namen mit Blick auf die neue Heimat in Henry Steinway und gründete 1853 die Klaviermanufaktur Steinway & Sons. Heute findet man die Klaviere von Steinway in beinahe jedem Konzertsaal auf der Welt.

Originaltext: German influence helped shape America