Die Vereinigten Staaten und Deutschland stehen Seite an Seite

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir den Namensartikel vom US-Botschafter Daniel R. Coats, der erstmals in der Mitteldeutschen Zeitung vom 6. November 2001 erschien.

Die Terroranschläge vom 11. September haben unsere Sichtweise – von uns selbst sowie der uns umgebenden Welt – grundlegend verändert. Die Nationen der Welt haben sich zu einem lange währenden Kampf gegen die Bedrohung des globalen Terrorismus zusammengeschlossen, und die Vereinigten Staaten und Deutschland stehen gemeinsam an vorderster Front dieses Bündnisses. Dieser Kampf erfordert von uns den Einsatz aller Instrumente nationaler und internationaler Überzeugungskraft – Diplomatie, Nachrichtendienste, Strafverfolgungs- und Finanzbehörden sowie das Militär.

Er erfordert auch – unsere eigenen Werte erfordern das – dass wir Nahrungsmittel, Medikamente und andere humanitäre Hilfsgüter für die Bedürftigen zur Verfügung stellen. Die Vereinigten Staaten sind bereits der größter Geber humanitärer Hilfe in Afghanistan mit 184 Millionen Dollar im vergangenen Jahr. Am 4. Oktober gab Präsident Bush die Bereitstellung zusätzlicher 320 Millionen Dollar an humanitärer Hilfe für Nahrungsmittel und Medikamente bekannt, um das afghanische Volk auf den bevorstehenden Winter vorzubereiten. Im Gegensatz dazu stehen die Taliban, die jahrelang verheerenden Schaden am Volk und an der Wirtschaft Afghanistans angerichtet haben und bis heute anrichten. Selbst vor dem 11. September hingen über fünf Millionen Menschen in Afghanistan für ihr bloßes Überleben von der internationalen Gemeinschaft ab.

Seit dem Tag nach den Terroranschlägen war die Unterstützung Deutschlands für den globalen Feldzug zur Bekämpfung des Terrorismus uneingeschränkt und unerschütterlich. Die Deutschen und ihre führenden Politiker erkannten sofort, dass die von uns jetzt unternommenen Schritte dauerhafte Auswirkungen auf die Fähigkeit der Terroristen haben werden, unsere Gesellschaft anzugreifen, und sie sind entschlossen in ihrer Verpflichtung zur Bekämpfung des Terrorismus an allen Fronten.

Gemeinsam mit unseren anderen europäischen NATO-Partnern erklärte Deutschland zum ersten Mal den Bündnisfall – die im Washingtoner Vertrag enthaltene Klausel „alle für einen und einer für alle“. Als eines der ersten Länder führt Deutschland gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Ermittlungen durch und hat bereits mehrere verdächtige Verschwörer verfolgt und verhaftet. Die Zusammenarbeit zwischen dem FBI und der deutschen Polizei ist weiterhin hervorragend.

Die lange Liste der Nationen – darunter Deutschland – die bei den Anschlägen vom 11. September Tote zu beklagen hatten, zeigt, dass die unschuldigen Opfer des Terrors allen Nationalitäten und allen Glaubensrichtungen angehören. Indem die Terroristen von eben den Freiheiten profitieren, die das Merkmal demokratischer Gesellschaften sind, berauben sie unschuldige Opfer ihres Lebens und uns alle unserer Sicherheit.

Wenn wir zusammen auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, werden Deutsche, Amerikaner und alle, die an diesen gemeinsamen Bestrebungen beteiligt sind, die Geisel des Terrors beseitigen. Präsident Bush und andere haben wiederholt betont, dass der Kampf, den wir führen, nicht leicht, kurz oder schmerzlos sein wird. Ich weiß, dass die vor uns liegenden Herausforderungen in den kommenden Wochen und Monaten häufig erschreckend erscheinen mögen; dennoch bieten sie uns auch enorme Chancen. Deutschland und die Vereinigten Staaten sind wieder einmal in einem gemeinsamen Kampf vereint, um nicht nur unserer Volk, sondern auch unsere Zivilisation und unsere grundlegenden Werte zu verteidigen. Ich bin überzeugt, dass wir mit Mut, Geduld und Entschlossenheit am Ende obsiegen werden. Und wir werden es gemeinsam tun.