Diensthunde beim Militär

Paris, ein Diensthund der Koalitionsstreitkräfte, am 23. Februar 2013 vor einem Einsatz während einer Schura in Khak-E-Safed in der Provinz Farah in Afghanistan. Foto des U.S. Marine Corps Obergefreiten Pete Thibodeau.

 

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag von Brittany Brown zum Blog DoDLive, dem offiziellen Blog des US-Verteidigungsministeriums, der von Bryan Niegel redigiert und am 23. März veröffentlicht wurde.

 

Haben Sie sich jemals gefragt, wann oder wie Diensthunde beim Militär zu dem geworden sind, was sie heute sind? Als Hundehalter und -liebhaber haben mich Gebrauchshunde, ihre gute Ausbildung und ihr Gehorsam schon immer fasziniert. Es ist schon schwierig genug, meine Hündin dazu zu bekommen, auf mich zu hören, wenn ich ihren Namen rufe oder ihr verbieten will, ein Eichhörnchen zu jagen. Ich frage mich immer, wie die Ausbilder von Diensthunden sie dazu bekommen, so gut zu gehorchen, und wie dieses Programm überhaupt ins Leben gerufen wurde.

Obergefreiter der U.S. Air Force David J. Filchak und sein Beagle Turbo, ein Diensthund der US-Armee, suchen in einem Fahrzeug nach Betäubungsmitteln. Turbo ist einer der Drogenspürhunde des Stützpunkts und hat eine Erfolgsquote von 95 Prozent.

Hunde gab es bei der U.S. Army schon immer. Sie dienten aber eher als Maskottchen oder wurden zu anderen inoffiziellen Zwecken genutzt. Erst im Zweiten Weltkrieg wies die Army ihnen eine offizielle Funktion zu. Im Januar 1942 gründeten die Mitglieder des American Kennel Club und andere Hundeliebhaber eine zivile Organisation mit dem Namen Dogs for Defense. Sie wollten Hunde ausbilden, um sie für die Army entlang der Küste der Vereinigten Staaten als Wachhunde einzusetzen. Im Wissen um diese Bemühungen kam Oberstleutnant Clifford C. Smith, Leiter des Plant Protection Branch der Inspection Division (Quartermaster Corps), mit seinem Befehlshaber, Generalmajor Edmund B. Gregory, zusammen und schlug vor, die Army könne Wachhunde an Nachschublagern einsetzen. Gregory genehmigte ein Pilotprogramm, und am 13. März 1942 billigte der Staatssekretär für Kriegsangelegenheiten, Robert P. Patterson, den Antrag Gregorys und gründete das K-9 Corps.

 

Hier sind einige Fakten über das K-9 Corps und Diensthunde beim Militär:

 

Das K-9 Corps nahm anfangs 32 unterschiedliche Hunderassen in die Ausbildung auf. Bis 1944 wurde diese Liste auf sieben reduziert: Deutsche Schäferhunde, Dobermänner, Belgische Schäferhunde, Siberian Huskies, Farm Collies, Eskimo Dogs und Malamutes.

 

Das Quartermaster Corps übte mit Hunden in der Ausbildung, um Gefallene auf dem Schlachtfeld aufzuspüren. Die ersten Tests mit den Hunden fanden am 4. Mai 1944 in den Carlisle Barracks statt. Die Army gab dieses Programm aber wieder auf, da die Hunde nicht zwischen unversehrten, verwundeten oder gefallenen Soldaten unterschieden.

 

Master-at-Arms Seaman Apprentice Randy Tallmann fungiert am 10. Januar 2013 in San Diego während eines kontrollierten Aggressionstrainings als bewegliches Ziel für einen Hund. Diese Übungseinheiten werden durchgeführt, um die Hunde darauf zu trainieren, nicht kooperative Tatverdächtige zu unterwerfe

Mehr als eine Million Hunde waren während des Ersten Weltkriegs auf beiden Seiten im Einsatz, übermittelten über ein komplexes System von Schützengräben Nachrichten und waren für die Soldaten in gewisser Weise eine psychologische Unterstützung. Der berühmteste Hund dieses Krieges war Rin Tin Tin, ein von deutschen Militärhunden zurückgelassener Welpe, der 1918 in Frankreich aufgegriffen und in die Vereinigten Staaten gebracht wurde, wo er 1922 in dem Stummfilm The Man from Hell’s River sein Filmdebüt hatte.

 

Der bekannteste Hund des Zweiten Weltkriegs war Chips, ein deutscher Schäferhund der 3. Infanteriedivision der Army. Er war ein ausgebildeter Wachhund, der sich bei einem Einsatz in Italien von seinem Halter löste, eine feindliche Maschinengewehrstellung angriff und die gesamte Einheit zur Kapitulation zwang. Dem verwundeten Chips wurde das Distinguished Service Cross, ein Silver Star und das Purple Heart verliehen, die ihm später aufgrund einer Regel der Army aberkannt wurden, die die offizielle Auszeichnung von Tieren untersagt.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm das Military Police Corps die Verantwortung für die Ausbildung von Diensthunden des Militärs. Sie machten sich auch weiterhin in anderen Konflikten verdient.

U.S. Navy Master-at-Arms 3rd Class Christopher Coolahan und sein Militärhund Meky, die der Camp Lemonnier Base Security zugeteilt sind, nehmen am 30. Januar 2013 an einer kontrollierten Trainingseinheit in Camp Lemonnier (Dschibuti) teil. Diensthunde werden beim Militär für Festnahmen, als Suchhunde

Die Army setzte während des Koreakrieges etwa 1.500 und während des Vietnamkrieges etwa 4.000 Hunde ein.

 

Der Militärhund Gabe, der mittlerweile außer Dienst ist, hat im Irak an über 200 Einsätzen teilgenommen, und wurde bei den American Humane Association Hero Dog Awards in Los Angeles zum American Hero Dog des Jahres 2012 ernannt.

 

Zumindest der Tradition nach hat jeder militärische Gebrauchshund den Rang eines Unteroffiziers. Man sagt, dieser Brauch wurde eingeführt, damit ihre Hundeführer davon abgehalten werden, ihre Tiere zu misshandeln. Daher stehen sie immer einen Rang über ihrem Halter.

 

Originaltext: War Dogs