Eine Organisation, die sich überall für sichere, geordnete Migration einsetzt

Diese Rohingya-Kinder in einem Lager in Teknaf (Bangladesch) gehörten zu den Hunderttausenden, die aus Burma geflohen sind. (Foto: Zakir Hossain Chowdhury/Anadolu Agency/Getty Images)

In diesem Artikel vom 9. März 2018 geht Christopher Connell von ShareAmerica, einer offiziellen Website des US-Außenministeriums, auf die Geschichte und Rolle der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ein.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) wurde 1951 ins Leben gerufen, als die Länder Westeuropas noch die Herausforderung bewältigen mussten, dass Millionen von Menschen durch den Zweiten Weltkrieg entwurzelt worden waren. Die Organisation kümmerte sich um die logistischen Aspekte ihrer Rückkehr in die alte oder ihren Umzug in eine neue Heimat.

Heute gehören der zwischenstaatlichen Organisation 169 Länder an, die zusammenarbeiten, um zu gewährleisten, dass sich globale Migration auf sichere, geordnete und würdevolle Weise vollzieht.

Die Vereinigten Staaten und Belgien waren bei der Gründung der IOM federführend, und die Vereinigten Staaten sind seitdem ein zentraler Partner für die Arbeit der Organisation. Die Behörde ist ein Beispiel für die Art von Organisationen, mit denen die Vereinigten Staaten – weltweit großzügigstes Geberland humanitärer Hilfe – zusammenarbeiten, um Menschen in Not zu helfen.

„Migration ist weltweit ein bedeutendes Thema“, sagt Ken Isaacs, ein Vizepräsident bei Samaritan’s Purse, einer kirchlichen US-Wohltätigkeitsorganisation. Die Vereinigten Staaten wünschen sich Isaacs als Kandidaten für den Posten des nächsten IOM-Generaldirektors. Bei einer Wahl im Juni werden die Mitgliedsländer darüber entscheiden.

Der 65-jährige Isaacs hat persönlich Hilfseinsätze von Samaritan’s Purse in Dutzenden Ländern geleitet, unter anderem im Irak, in Äthiopien, Eritrea, Südsudan, Haiti, Kosovo, Afghanistan, Pakistan und auf den Philippinen.

Isaacs erklärt, sein „persönliches Mitgefühl und sein Drang, sich um Menschen zu kümmern, spiegeln das Anliegen der US-Regierung und ihre anhaltende Unterstützung der IOM wider“.

Weltweit gibt es eine Milliarde Migranten. Davon haben 258 Millionen ihr Heimatland verlassen, 750 Millionen sind Binnenmigranten. Unter ihnen sind Einwanderer, Wanderarbeiter und Flüchtlinge, die vor Umstürzen, Hungersnöten sowie vor von Menschen verursachten Katastrophen oder Naturkatastrophen geflüchtet sind.

„Wir erleben eine grenzüberschreitende Wanderungsbewegung, die es in diesem Ausmaß noch nie gegeben hat“, schrieb kürzlich William Lacy Swing, der seit zehn Jahren Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration ist. Die IOM reagiert schnell: sei es bei den ungarischen Flüchtlingen 1956, den vietnamesischen Boat People 1975, den Überlebenden des asiatischen Tsunami und des pakistanischen Erdbebens 2004 – 2005 oder den Hunderttausenden Rohingya, die während der derzeitigen Krise vor Verfolgung in Burma nach Bangladesch geflohen sind.

Die Internationale Organisation für Migration hat ihren Sitz in Genf, aber 97 Prozent ihrer 10.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in den fast 400 Büros überall auf der Welt tätig, womit die IOM laut Swing die größte UN-Organisationen ist, die vor Ort aktiv ist. Die IOM war zunächst eine eigenständige Organisation, gehört aber seit 2016 den Vereinten Nationen an.

Als Reaktion auf die sich weltweit am schnellsten verschärfende Flüchtlingskrise hat die Organisation ihren Mitarbeiterstab in Bangladesch in kurzer Zeit auf 600 verdreifacht. Die Mitarbeiter der IOM kümmern sich um das Lagermanagement, sorgen dafür, dass den Rohingya Wasser und sanitäre Einrichtungen zur Verfügung stehen und dass die Zugangsstraßen befahrbar sind.

Swing, der US-Botschafter in vier afrikanischen Ländern und Haiti war, geht nach zwei Amtszeiten von je fünf Jahren an der Spitze der Organisation mit 83 Jahren in Rente.

Junge sitzt auf der Straße auf seinen Habseligkeiten
Ein irakischer Junge sitzt auf den Habseligkeiten seiner Familie in einem Zwischenlager in Mosul (Irak), nachdem die Stadt von der IS-Terrormiliz befreit wurde. (Foto: Mohamed el-Shahed/AFP/Getty Images)

Originaltext: An agency working far and wide for safe, orderly migration