Schusswaffenangriffe in Texas und Ohio

Nach den Angriffen in Texas und Ohio hielt US-Präsident Donald Trump am 5. August 2019 eine Rede, in der er die Amerikanerinnen und Amerikaner aufruft, den Opfern geeint beizustehen.

Guten Morgen. Meine amerikanischen Mitbürgerinnen und Mitbürger: Heute Morgen steht unser Land unter Schock, es herrscht Entsetzen und Trauer. An diesem Wochenende wurden bei zwei schrecklichen Angriffen über 80 Menschen verwundet oder getötet.

Am Samstagmorgen betrat ein bösartiger Mann ein Walmart-Geschäft, in dem Familien für ihre Lieben einkauften. Er erschoss 20 Menschen und verwundete 26 weitere, unter ihnen auch liebenswerte kleine Kinder.

Dann, am frühen Sonntagmorgen, eröffnete in Dayton (Ohio) ein weiteres gestörtes Monster das Feuer in einer belebten Straße in der Innenstadt. Er tötete neun Menschen, darunter seine eigene Schwester, und verletzte 27 weitere.

Die First Lady und ich trauern mit den Amerikanerinnen und Amerikanern und beten mit ihnen für die Opfer, ihre Familien und die Überlebenden. Wir werden ihnen stets zur Seite stehen. Wir werden niemals vergessen.

Diese barbarischen Gemetzel sind ein Angriff auf unsere Gemeinden, ein Anschlag auf unser Land, ein Verbrechen gegen die gesamte Menschheit. Wir sind entsetzt und angewidert von dieser abscheulichen, boshaften Tat, von der Grausamkeit, dem Hass, der Niedertracht, dem Blutvergießen und dem Terror. Unsere Herzen brechen beim Gedanken an die Familien, denen Eltern, Kinder, Ehemänner und Ehefrauen aus den Armen, aus dem Leben gerissen wurden. Amerika weint für die Gefallenen.

Wir sind eine liebevolle Nation, und unsere Kinder haben einen Anspruch darauf, in einer gerechten, friedlichen und liebevollen Gesellschaft aufzuwachsen. Arm in Arm tragen wir gemeinsam die Last der Trauer; wir bitten Gott im Himmel, den Schmerz der Leidenden zu lindern, und wir schwören mit nachdrücklicher Entschlossenheit zu handeln.

Ich möchte den vielen Polizisten danken, die auf diese Gräueltaten mit dem außergewöhnlichen Anstand und Mut amerikanischer Helden reagiert haben.

Ich habe mit dem Gouverneur von Texas, Greg Abbott, dem Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, mit Bürgermeister Dee Margo von El Paso und Bürgermeisterin Nan Whaley aus Dayton (Ohio) gesprochen, ihnen unsere tiefe Betroffenheit übermittelt und unsere Unterstützung zugesichert.

Heute sprechen wir auch dem mexikanischen Präsidenten Obrador und der mexikanischen Bevölkerung unser Beileid für die Mexikanerinnen und Mexikaner aus, die bei dem Schusswaffenangriff in El Paso ums Leben kamen. Eine furchtbare, furchtbare Sache.

Ich stehe auch in engem Kontakt mit Justizminister Barr und dem Leiter des FBI, Christopher Wray. Die Bundesbehörden sind vor Ort, und ich habe sie angewiesen, jede nötige Unterstützung zu leisten – was auch immer gebraucht wird.

Der Schütze in El Paso hat ein Manifest im Internet veröffentlicht, das von rassistischem Hass erfüllt ist. Unser Land muss Rassismus, Fanatismus und den Glauben an die Vorherrschaft der Weißen geeint verurteilen. Diese dunklen Ideologien müssen besiegt werden. Hass hat in den Vereinigten Staaten keinen Platz. Hass verzerrt den Verstand, verwüstet das Herz und verschlingt die Seele. Wir haben das FBI gebeten, alle weiteren Ressourcen zu benennen, die es benötigt, um bei Hassverbrechen und Terrorismus im Inland zu ermitteln und dies zu unterbinden.

Wir müssen erkennen, dass das Internet eine gefährliche Plattform für die Radikalisierung gestörter Menschen und die Durchführung kranker Taten bietet. Wir müssen Licht in die dunklen Tiefen des Internets bringen und Massenmorde stoppen, bevor sie ihren Anfang nehmen. Das Internet wird auch für Menschenhandel, illegale Verbreitung von Drogen und viele andere verabscheuungswürdige Verbrechen benutzt. Wir können und werden die Gefahren des Internets und der sozialen Medien nicht ignorieren.

In den 20 Jahren, die seit Columbine vergangen sind, hat unser Land mit zunehmendem Entsetzen und Grauen beobachtet, wie ein Amoklauf auf den nächsten folgte, immer wieder, Jahrzehnt für Jahrzehnt.

Wir dürfen nicht zulassen, dass wir uns machtlos fühlen. Wir können und werden dieser üblen Seuche Einhalt gebieten. Zu dieser Aufgabe gehört es, die Erinnerung an diejenigen, die wir verloren haben, in Ehren zu halten, indem wir als ein Volk handeln. Offene Wunden können nicht heilen, wenn wir gespalten sind. Wir müssen echte, überparteiliche Lösungen anstreben. Dafür müssen beide Parteien zusammenkommen. Das wird die Vereinigten Staaten wahrhaft sicherer und besser für alle machen.

Erstens müssen wir die Frühwarnzeichen besser erkennen und danach handeln. Ich weise das Justizministerium an, in Partnerschaft mit den Behörden der Kommunen, der Bundesstaaten und des Bundes sowie mit den Social-Media-Unternehmen an Instrumenten zu arbeiten, mit denen man Amokläufer erkennen kann, bevor sie angreifen.

Bei dem Monster an der Parkland High School in Florida beispielsweise gab es viele Anzeichen, die gegen ihn sprachen, aber niemand hat entschieden gehandelt. Niemand hat etwas getan. Warum nicht?

Zweitens dürfen wir nicht erlauben, dass Gewalt in unserer Gesellschaft verherrlicht wird. Dazu zählen auch die grauenvollen, grässlichen Videospiele, die heutzutage zum Alltag gehören. Es wird gestörten Jugendlichen zu einfach gemacht, sich mit einer Gewalt verherrlichenden Kultur zu umgeben. Das müssen wir unterbinden oder maßgeblich reduzieren, und zwar sofort. Kultureller Wandel ist schwierig, aber jeder Einzelne von uns kann sich dafür entscheiden, eine Kultur aufzubauen, die den inhärenten Wert und die Würde jedes menschlichen Lebens zelebriert. Das müssen wir tun.

Drittens müssen wir unsere Gesetze für psychisch kranke Menschen ändern, damit wir besser erkennen können, ob ein psychisch gestörter Menschen, Gewalttaten verüben könnte, und wir müssen gewährleisten, dass diese Menschen nicht nur eine Behandlung erhalten, sondern, falls notwendig, auch zwangsuntergebracht werden. Die psychische Erkrankung und der Hass betätigen den Abzug, nicht die Waffe.

Viertens müssen wir gewährleisten, dass Menschen, die als Gefahr für die Öffentlichkeit angesehen werden, keinen Zugang zu Schusswaffen bekommen und dass ihnen, sollte dies doch gelingen, die Schusswaffen in einem schnellen ordnungsgemäßen Verfahren abgenommen werden können. Deshalb habe ich Gesetze zu Frühwarnzeichen gefordert, die auch als Verordnungen zum Schutz bei außergewöhnlichen Gefahren bekannt sind.

Ich weise das Justizministerium heute außerdem an, Gesetzesvorschläge einzubringen, die gewährleisten, dass bei Hassverbrechen und Massenmorden die Todesstrafe verhängt wird, und dass die Todesstrafe schnell, entschlossen und ohne jahrelange Verzögerungen ausgeführt wird.

Dies sind nur einige der Bereiche, in denen wir zusammenarbeiten können. Ich bin bereit zuzuhören und alle Vorschläge zu erörtern, die funktionieren und etwas bewirken können.

Republikaner und Demokraten haben bewiesen, dass sie überparteilich zusammenarbeiten können, um gegen dieses Übel vorzugehen. Voriges Jahr haben wir STOP Gewalt an Schulen und Fix NICS verabschiedet und damit Zuschüsse zur Verbesserung der Sicherheit an Schulen gewährt sowie strengere Überprüfungen beim Kauf von Schusswaffen eingeführt. Auf meine Weisung hin hat das Justizministerium Schnellfeuerkolben verboten. Im vergangenen Jahr haben wir eine Rekordzahl von Straftätern wegen Delikten im Zusammenhang mit Schusswaffen verurteilt. Aber wir müssen noch sehr viel mehr tun.

Es ist an der Zeit, destruktive Parteipolitik beiseite zu lassen – so zerstörerisch – und den Mut aufzubringen, auf Hass mit Einheit, Zuwendung und Liebe zu reagieren. Die Zukunft liegt in unserer Hand. Die Vereinigten Staaten werden sich der Herausforderung stellen. Wir haben immer gewonnen, und wir werden immer gewinnen. Die Entscheidung liegt ganz allein bei uns. Sie liegt nicht bei psychisch kranken Monstern, sondern bei uns.

Wenn wir nach all den Jahren großartige Gesetze verabschieden, werden wir sicherstellen, dass die Opfer dieser Angriffe nicht umsonst gestorben sind.

Möge Gott die Erinnerungen an jene segnen, die ums Leben kamen. Möge Gott sie schützen. Möge Gott alle Opfer schützen – von Texas bis Ohio. Möge Gott die Opfer und ihre Familien segnen. Möge Gott Amerika segnen.

Vielen herzlichen Dank. Danke.

Originaltext: Remarks by President Trump on the Mass Shootings in Texas and Ohio