Erste afroamerikanische Astronautin in der Internationalen Raumstation

Jeanette Epps, US-Astronautin der NASA (links), mit dem japanischen Astronauten Koichi Wakata im Johnson Space Center in Texas (NASA)
Jeanette Epps, US-Astronautin der NASA (links), mit dem japanischen Astronauten Koichi Wakata im Johnson Space Center in Texas (NASA)

WASHINGTON – (AD) – Anlässlich des Black History Month veröffentlichen wir nachfolgend einen Text von Michael Buchanan über die erste afroamerikanische Astronautin an Bord der Internationalen Raumstation, der am 25. Januar 2017 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, erschienen ist.

Im Mai 2018 wird Jeanette Epps als erstes afroamerikanisches Besatzungsmitglied an Bord der Internationalen Raumstation gehen.

Während ihrer sechsmonatigen Weltraummission wird die Luft- und Raumfahrtingenieurin aus Syracuse (New York) Forschungsprojekte und Experimente durchführen, die für die Mars-Mission der NASA wichtig sind.

Offizielles Foto von Jeanette Epps (NASA)
Jeanette Epps (NASA)

Epps sagte, sie freue sich auf die Arbeit in Schwerelosigkeit. „Sobald man [die Schwerkraft] hinter sich lässt, kann man die wahre Natur der Dinge erkennen“, so Epps. Sie erklärte, dass Wissenschaftler aufgrund von Experimenten in Schwerelosigkeit bereits Erkenntnisse über Genetik und Zellstrukturen gewonnen hätten.

Es wird Epps erster Weltraumflug sein.

Sie hätte nie gedacht, dass sie einmal in den Weltraum fliegen würde. Als sie neun Jahre alt war, warf ihr älterer Bruder einen Blick auf ihr Zeugnis. „Du kannst Luft- und Raumfahrtingenieurin, Ärztin oder vielleicht sogar Astronautin werden – sie nehmen jetzt auch Frauen“, sagte er ihr. Die NASA hatte gerade bekannt gegeben, dass Sally Ride die erste Amerikanerin im Weltraum sein würde.

Epps lachte und sagte, dass dies ihrer Meinung praktisch unmöglich sei. Und fügte hinzu: „Aber ich kann auf jeden Fall Luft- und Raumfahrtingenieurin werden.“ Das tat sie dann auch und machte im Jahr 2000 ihren Doktor an der Universität von Maryland. Nach einer kurzen Tätigkeit als Wissenschaftlerin bei der Ford Motor Company und für die Regierung, hatte Epps das Gefühl, alle für die Raumfahrt erforderlich Eigenschaften mitzubringen.

Epps wurde aus beinahe 3,500 Bewerbern als eine von 14 Kandidatinnen und Kandidaten für den NASA-Ausbildungsjahrgang 2009 ausgewählt.

Wegbereiter

Epps Aufenthalt an Bord der Internationalen Raumstation wird das Vermächtnis schwarzer Astronautinnen fortsetzen. Mae Jemison war 1992 die erste afroamerikanische Frau im Weltraum; sie nahm an einer Mission der Raumfähre Endeavour teil. Joan Higginbotham und Stephanie Wilson nahmen an Missionen zum Bau der Internationalen Raumstation teil. In dem Film Hidden Figures geht es um afroamerikanische Mathematikerinnen, die bei der NASA bahnbrechende Arbeit leisteten und einige der größten Erfolge der Weltraumbehörde ermöglichten.

Vor ihrem Flug im Jahr 2018 wird Epps fortlaufend ausgebildet. Sie hat bereits Schulungen in den Bereichen Weltraumspaziergang, Robotik, Flugzeugsteuerung, Geologie und Russisch absolviert.

Sie verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, jungen Menschen dabei zu helfen, ihr Potenzial in Wissenschaft und Mathematik zu entdecken, wie sie es tat.

„Alles, was man neu erlernt, ist am Anfang schwierig“, erläutert Epps. „Wenn man aber weitermacht und Zeit und Mühe investiert, wird es irgendwann leicht.“

Originaltext: Meet the 1st African-American crew member on the space station