Frankreich war Amerikas erster Verbündeter

Anlässlich der Feiern zum französischen Unabhängigkeitstag besuchte Präsident Donald J. Trump Paris. Nachstehend veröffentlichen wir die Rede, die er am 13. Juli im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor dem Élysée-Palast gehalten hat.

Vielen Dank, Präsident Macron. Melania und ich freuen uns außerordentlich, mit Ihnen und Ihrer Frau zusammenzukommen. Ihr Nationalfeiertag ist fantastisch und wir freuen uns sehr auf die Feierlichkeiten. Sie werden eindrucksvoll sein – morgen, am Jahrestag des Sturms auf die Bastille.

Es ist uns eine Ehre, Ihr wirklich ausgesprochen schönes Land mit seiner stolzen Geschichte und seinen wunderbaren Einwohnern zu besuchen. Danke, dass Sie mir einige der erstaunlichsten Bauwerke der Welt gezeigt haben. Sie waren wunderschön anzusehen. Vielen Dank.

Der Sturm der Franzosen auf die Bastille veränderte den Lauf der Menschheitsgeschichte. Der Geist der Revolution und der Kampf um die Freiheit vereinen unsere beiden Länder untrennbar miteinander. Frankreich ist Amerikas erster und ältester Verbündeter. Vielen Menschen ist das nicht bewusst. Seit General Lafayette sich den Amerikanern in ihrem Kampf um die Unabhängigkeit anschloss, sind unser Schicksal und unsere Bestimmung zweifelsohne miteinander verknüpft. Seitdem ist viel Zeit vergangen, aber wir sind miteinander verbunden – und, wie ich meine, heute vielleicht sogar mehr denn je. Die Beziehungen sind sehr gut.

Bei diesem Besuch wollen wir auch an ein anderes wichtiges Ereignis erinnern. Vor 100 Jahren traten die Vereinigten Staaten in den ersten Weltkrieg ein. Als der Präsident mich einlud, erwähnte er, dass das 100 Jahre her sei – und ich sagte, Herr Präsident, ich werde kommen. Das ist eine große, bedeutende Zeitspanne – 100 Jahre.

Wir gedenken der vielen Zehntausend Amerikaner, die in diesem tapferen und sehr harten Krieg ihr Leben ließen. Wir wollen auch den heroischen Taten der französischen Soldaten Tribut zollen und werden niemals den Mut vergessen, den sie in der Schlacht an der Marne und zahllosen anderen Kämpfen gezeigt haben. Mehr als eine Million französische Soldaten gaben ihr Leben für die Verteidigung der Freiheit hin. Ihr Opfer ist eine immerwährende Würdigung Frankreichs und der Freiheit. Französische und amerikanische Patrioten haben gemeinsam gekämpft, haben gemeinsam Blut vergossen und sind gemeinsam im Kampf um unsere Länder und Kulturen gefallen.

Heute sind wir mit neuen Bedrohungen konfrontiert, die von Schurkenstaaten wie Nordkorea, Iran und Syrien sowie jenen Regierungen ausgehen, die sie finanzieren und unterstützen. Wir sehen uns auch ernsthaften Bedrohungen durch Terrororganisationen gegenüber, die einen Krieg gegen Unschuldige führen. Morgen ist es ein Jahr her, dass in Nizza fröhliche Feierlichkeiten anlässlich des Unabhängigkeitstags zum Blutbad wurden. Wir alle erinnern uns daran, wie grausam das war. Wir trauern um die 86 Menschen, die damals aus unserer Mitte gerissen wurden, und wir beten für ihre Angehörigen. Wir bekräftigen erneut auch unseren Entschluss, uns weiterhin geeint gegen diese Feinde der Menschlichkeit zu stellen und ihnen ihr Territorium, ihre Gelder, ihre Netzwerke und ihre ideologische Unterstützung zu nehmen.

Heute haben Präsident Macron und ich besprochen, wie wir unsere essenzielle Sicherheitspartnerschaft stärken können. Wir hatten gerade ein Treffen mit unseren Generälen und Vertretern beider Regierungen, das sehr gut verlaufen ist. Frankreich hat hervorragende Fähigkeiten im Bereich der Terrorismusbekämpfung. Die französischen Truppen leisten beispielsweise in Mali tapfere Dienste, um diese Triebkräfte des Mordes und der Zerstörung zu besiegen. Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten verstärken ihr Engagement, um den Terrorismus zu besiegen.

Wir machen auch gewaltige Fortschritte. Am Anfang dieser Woche wurde die Stadt Mosul von irakischen Truppen mit umfassender Unterstützung der Vereinigten Staaten und der internationalen Allianz von der IS-Herrschaft befreit. Jetzt müssen wir gemeinsam mit der irakischen Regierung, unseren Partnern und unseren Verbündeten in der Region daran arbeiten, das bisher Erreichte zu konsolidieren und sicherzustellen, dass der Sieg auch ein Sieg bleibt, anders als beim letzten Mal.

In der vergangenen Woche haben die Staats- und Regierungschefs der G20 das Recht souveräner Staaten bekräftigt, ihre eigenen Grenzen zu kontrollieren. Wir müssen von innen heraus stark sein, um uns gegen Bedrohungen von außen zu schützen. Die westlichen Staaten sehen sich auch mit hausgemachten inländischen Herausforderungen konfrontiert, etwa mit übermäßiger staatlicher Bürokratie, die unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft die Kraft entzieht.

Deshalb möchte ich Präsident Macron zu seinem mutigen Aufruf für „weniger Bürokratie“ – ein guter Vorsatz – „weniger Bürokratie“ – das würde uns auch gut tun – und für ein Europa, das seine Bürger beschützt, gratulieren. Wir sind nicht durch das Erlassen von Vorschriften groß geworden. Und, Herr Präsident, auch in den Vereinigten Staaten haben wir so viele Vorschriften abgeschafft wie nie zuvor. Darauf sind wir sehr stolz – in den letzten sechs Monaten –, dass wir es unserer Bevölkerung ermöglicht haben, ihre Träume zu verfolgen. Darum geht es doch. Damit diese Träume aber auch verwirklicht werden können, müssen wir uns ungerechten Handelspraktiken entgegenstellen, die unsere Arbeiter benachteiligen, und Handelsabkommen vorantreiben, die für beide Seiten wirksam und fair sind.

Präsident Macron und ich sind uns beide der Verantwortung bewusst, den Interessen unserer Länder Priorität einzuräumen und uns gleichzeitig respektvoll gegenüber der Welt zu zeigen, in der wir leben. Wir leben in einer sehr komplexen Welt. Das müssen wir anerkennen. Die Vereinigten Staaten sind weiterhin entschlossen, im Umweltschutz führend zu sein und gleichzeitig Energiesicherheit und Wirtschaftswachstum fördern.

Die Freundschaft zwischen unseren Ländern – und zwischen uns persönlich, wie ich hinzufügen möchte – ist unzerstörbar. Unsere gelegentlichen Meinungsverschiedenheiten sind nichts im Vergleich zu den unvergänglichen Verbindungen von Kultur, Bestimmung und Freiheit, die uns vereinen – und die uns so fest vereinen. So lange wir stolz darauf sind, wer wir sind, woher wir kommen, wie wir dorthin gekommen sind, wo wir heute stehen und was wir als freie und demokratische Nationen erreicht haben, gibt es nichts, was wir gemeinsam nicht erreichen könnten.

Mit Frankreichs Unterstützung konnten wir unsere Unabhängigkeit sichern. Viele Menschen vergessen das. In der Amerikanischen Revolution kämpften tausende französische Soldaten Seite an Seite mit amerikanischen Soldaten, damit, wie Lafayette sagte, die Freiheit ein Land ihr eigen nennen konnte. Seither kämpfen tapfere Helden aus beiden Ländern für dieselben edlen Werte und dieselbe gerechte Sache.

Morgen wird die französische Trikolore wieder einmal stolz neben dem amerikanischen Sternenbanner wehen. Unsere tapferen Soldaten werden Seite an Seite marschieren und uns alle dazu anspornen, das Geburtsrecht der Freiheit zu schützen und zu hegen, das unsere Vorfahren mit ihrem Schweiß und ihrem Blut für uns erkämpft haben.

Präsident Macron, vielen Dank, dass Sie Melania und mich zu diesen historischen Feierlichkeiten eingeladen haben. Wir danken Ihnen und Ihrem großartigen Land. Möge Gott Frankreich segnen, und möge Gott die Vereinigten Staaten segnen.

Vielen herzlichen Dank. Danke. Vielen Dank, Herr Präsident.

Originaltext: Remarks by President Trump and President Macron of France in Joint Press Conference