WISE-Gruppe will Frauen für technische Sicherheitsberufe gewinnen

Einige der WISE-Frauen des Diplomatischen Sicherheitsdienstes bei einer Abschlussfeier für frisch ausgebildete Sicherheitsingenieurinnen und Sicherheitstechnikerinnen am 6. Februar 2017 in Arlington (Virginia). Foto: US-Außenministerium
Einige der WISE-Frauen des Diplomatischen Sicherheitsdienstes bei einer Abschlussfeier für frisch ausgebildete Sicherheitsingenieurinnen und Sicherheitstechnikerinnen am 6. Februar 2017 in Arlington (Virginia). Foto: US-Außenministerium

WASHINGTON – (AD) – Anlässlich des Women’s History Month veröffentlichen wir einen Text über Frauen in den technischen Bereichen des Diplomatischen Sicherheitsdienstes (Diplomatic Security Service – DSS) und über die Schwierigkeit, Frauen für MINT-Fächer zu begeistern und auch in diesen Berufen zu halten. Der Text von Angela French aus dem Büro für Öffentlichkeitsarbeit des DSS über die Gruppe der WISE-Frauen erschien am 13. März 2017 auf DipNote, einer Website des US-Außenministeriums.

Schon in dem Text Damals und heute: zwei Sonderermittler in unterschiedlichen Zeiten, den wir vor einem Monat anlässlich des Black History Month übersetzt haben, ging Special Agent Richardson darauf ein, dass Frauen im DSS unterrepräsentiert sind.

Der Women’s History Month ist ein guter Anlass, Ihnen die Frauen im technischen Diplomatischen Sicherheitsdienst vorzustellen: die WISE-Gruppe! (WISE = Women in Security Engineering) Diese Frauen setzen sich für ein Arbeitsumfeld ein, in dem Frauen einbezogen und unterstützt werden und das die Betreuung und Beratung zukünftiger Generationen weiblicher Sicherheitsspezialistinnen fördert.

Celia Moorhead, die Leiterin der Abteilung für Sicherheitstechnik und Computerschulungen, leitet die Initiative. Sie hofft, dass die Gruppe Sicherheitsingenieurinnen und Sicherheitstechnikerinnen an Auslandsposten als Unterstützungssystem dienen wird.

„Wenn man im Ausland ist, verliert man leicht den Überblick über das, was in der Zentrale geschieht“, sagt Moorhead. „Und wenn man neu ist, ist es nicht immer leicht, sich im US-Außenministerium und im DSS zurechtzufinden.“

21 der 204 Sicherheitsingenieure (Security Engineering Officers – SEOs) im Diplomatischen Sicherheitsdienst, also etwa zehn Prozent, sind Frauen. Und nur zwei der 144 Spezialistinnen für Sicherheitstechnik im DSS, also nur etwa ein Prozent, sind Frauen.  Zwar arbeiten im US-Außenministerium und im DSS  Frauen in anderen MINT-Bereichen, beispielsweise als Neurowissenschaftlerinnen, Enterprise-Architects, Wirtschaftsprüferinnen, Geografinnen, Information Resource Specialists et cetera, aber die Zahlen liegen unter dem landesweiten Durchschnitt. Den Statistiken der National Science Foundation aus dem Jahr 2016 zufolge machen Frauen zwar etwa die Hälfte der Erwerbsbevölkerung mit College-Abschluss aus, sind aber nur zu 29 Prozent in wissenschaftlichen und technischen Berufen vertreten. Untersuchungen zeigen auch, dass Wissenschaftlerinnen und Technikerinnen dazu neigen, eher in den Sozialwissenschaften sowie den Agrar-, Bio- und Umweltwissenschaften zu arbeiten als in den Ingenieur- und Computerwissenschaften oder der Mathematik.

Moorhead, die selbst Sicherheitsingenieurin ist, weiß wie schwer es ist, Frauen zu finden, die sich nicht nur für die MINT-Fächer interessieren, sondern zudem über Erfahrung in der Strafverfolgung verfügen.

Ein Forum für Führungskräfte des DSS 2016 und eine Happy Hour für Frauen, bei der der Abteilungsleiter für Diplomatische Sicherheit, Gregory Starr, die Anwesenden bat, bei der verstärkten Anwerbung von Frauen für den DSS zu helfen, inspirierten Moorhead dazu, WISE zu gründen. Sie stellte fest, dass der DSS die Einstellung von Frauen zwar nachdrücklich förderte, aber über kein bestehendes Programm verfügte, um die eingestellten Frauen auch zu halten.

„Für Inklusion und Mitarbeiterbindung tragen alle Verantwortung“, sagt Moorhead. „WISE kann dazu beitragen, diese Lücke zu schließen und Frauen im Sicherheitsbereich miteinander zu vernetzen und zu unterstützen.“

Damaris Garcia, Leiterin der Ausbildungsabteilung für Sicherheitsingenieure und WISE-Mitglied, hat festgestellt, dass neue Mitarbeiter zufriedener mit ihrem Arbeitsplatz sind, wenn sie das Gefühl haben, dass sich die Kollegen kümmern und nicht über sie geurteilt wird, wenn sie Fragen stellen oder um Rat bitten.

„Frauen im Bereich Sicherheitstechnik sind immer noch dünn gesät. Wenn Frauen also als Mentorinnen für Frauen auftreten, können unsere Sicherheitsspezialistinnen konkret über die Herausforderungen für Frauen am Arbeitsplatz und im auswärtigen Dienst sprechen“, erklärt Garcia.

Jeanne Kinnett, Leiterin der Abteilung Gebäudesicherheitstechnik im DSS, fügt hinzu, dass die Einbeziehung von Frauen auf allen Ebenen der Organisation – von der Anwerbung über formelle Besprechungen bis hin zu Gesprächen am Rande – die Mitarbeiterbindung wahrscheinlich fördern würde.

„Mitarbeiterbindung hängt unmittelbar mit der Einbeziehung der Mitarbeiter zusammen, und gerade diese Kultur ist in einer Organisation vielleicht am schwersten zu kontrollieren“, sagte Kinnett.

Zu den Herausforderungen, die alle Beamten im auswärtigen Dienst bewältigen müssen, auch die Sicherheitsingenieurinnen und Spezialistinnen für Sicherheitstechnik, gehören das Schaffen eines Gleichgewichts zwischen Familie und Beruf sowie die vielen Dienstreisen. Garcia erklärt, dass die Mitarbeiter in diesen beiden Berufen oft für mehrere Auslandsvertretungen in einer Region verantwortlich sind und daher trotz ihrer eigentlichen Verwendung im Inland häufig zu diesen Vertretungen reisen müssen, um sie zu unterstützen. Es kommt vor, dass sie auch an Dienstorten eingesetzt werden, an denen sie von ihrer Familie getrennt sind.

Garcia hat einige Anregungen, wie Frauen Familie und Beruf besser in Einklang bringen können, beispielsweise könne man die Mitarbeiterinnen ermutigen, Veranstaltungen zum Thema Frauen und Beruf zu besuchen. Sie sagt, dass eine vom DSS finanzierte Kinderbetreuung an mehr Dienstorten, an denen DSS-Mitarbeiter eingesetzt werden, ebenfalls hilfreich wäre. Zwar betrifft Kinderbetreuung alle Mitarbeiter, die Eltern sind, allerdings erklärten in einer Umfrage vom Pew Research Center vom November 2015 64 Prozent aller Mütter in Haushalten, in denen zwei Elternteile leben, dass sie mehr Verantwortung für die Koordinierung der Termine und Aktivitäten der Kinder übernehmen als ihr Ehemann oder Partner.

WISE befindet sich noch am Anfang. Im Januar traf sich die Gruppe zum ersten Mal in der Mittagspause, um bei einem mitgebrachten Essen Vorschläge und Ideen für die Zukunft der Gruppe zu sammeln. Die Frauen planen, sich in Zukunft vierteljährlich zum Mittagessen zu treffen. Die Gruppe hat eine Satzung verfasst und damit begonnen, eine interne Website mit Angeboten zu füllen, darunter Stellenangebote, Informationen, Erfolgsgeschichten von Frauen in technischen Berufen, ein Diskussionsforum und vieles mehr. Die Gruppe hat auch vor, Referentinnen und Referenten und einflussreiche Führungspersönlichkeiten einzuladen, Schulungsmaterial zusammenzustellen und mehr Kontakte zu Schulen vor Ort aufzunehmen, um zukünftige Sicherheitsingenieurinnen und -technikerinnen für diese Berufe zu begeistern.

„Im Moment konzentrieren wir uns darauf, auf Frauen aufmerksam zu machen, die als Sicherheitsingenieurinnen und Spezialistinnen für Sicherheitstechnik im DSS arbeiten und ein offenes Forum für aktuelle und zukünftige Sicherheitsspezialistinnen zu schaffen“, so Moorhead.

Originaltext: WISE Women Encourage Inclusion and Retention in Technical Security Fields