Fünf Heldinnen der Bürgerrechtsbewegung, die Sie kennen sollten

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WASHINGTON – (AD) – Im Rahmen des Black History Month wollen wir an fünf Frauen der US-Bürgerrechtsbewegung erinnern. Wir veröffentlichen diesen Text von Mark Trainer, der am 22. Februar auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, erschienen ist.

Fannie Lou Hamer

„Ich bin es leid, und ich bin es leid, es leid zu sein!“, sagte Fannie Lou Hamer im Jahr 1964. Damit meinte sie ihre Aussage vor dem Zulassungsausschuss (Credentials Committee) der Democratic National Convention, in der sie auf bewegende Weise erzählte, wie man sie daran hindern wollte, ihr Wahlrecht zu erlangen. Außerdem beschrieb sie, wie sie nach ihrer Verhaftung in einem Gefängnis in Mississippi beinahe zu Tode geprügelt worden war, weil sie versucht hatte, Schwarze als Wähler registrieren zu lassen.

Hamer, ein Kind von Farmpächtern aus Mississippi, arbeitete beinahe ihr ganzes Leben auf Plantagen, bis sie wegen ihrer politischen Aktivitäten entlassen wurde. Hamer kehrte nach Mississippi zurück und organisierte Kampagnen zur Wählerregistrierung, darunter auch den Freedom Summer im Jahr 1964.

Amelia Boynton

Boynton 2008 bei einer Mahnwache an der Edmund-Pettus-Brücke in Alabama. (Foto: Stacey Wescott/Chicago Tribune/MCT via Getty Images)
Boynton 2008 bei einer Mahnwache an der Edmund-Pettus-Brücke in Alabama. (Foto: Stacey Wescott/Chicago Tribune/MCT via Getty Images)

Bereits von Kindesbeinen an wusste Amelia Boynton, dass das Recht zu wählen Macht bedeutete. Im Jahr 1920, als sie erst neun Jahre alt war, unterstütze sie ihre Mutter beim Einsatz für das Wahlrecht von Frauen. Boynton warb für ein Programm, mit dem das Wahlrecht für Afroamerikanerinnen und Afroamerikaner unterstützt wurde, und wurde so die erste schwarze Frau aus Alabama, die für einen Sitz im US-Kongress kandidierte.

1965 organisierte sie mit Martin Luther King jr. den Marsch nach Montgomery, der als Bloody Sunday in die Geschichte eingehen sollte, nachdem die Polizei die Teilnehmer angegriffen hatte. Boynton weigerte sich wegzulaufen, wurde niedergeschlagen und bewusstlos auf der Edmund-Pettus-Brücke zurückgelassen. Als Präsident Johnson im selben Jahr das Wahlrechtsgesetz (Voting Rights Act) unterzeichnete, war Boynton Ehrengast. Sie verstarb 2015 im Alter von 104 Jahren.

 

Septima Clark und Bernice Robinson

Septima Clark (sitzend) und Bernice Robinson 1987 (Foto: Karen Kasmauski/Corbis via Getty Images)
Septima Clark (sitzend) und Bernice Robinson 1987 (Foto: Karen Kasmauski/Corbis via Getty Images)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Septima Clark hatte ihre Lehrerausbildung abgeschlossen, als sie im Jahr 1919 feststellen musste, dass sie als Afroamerikanerin in ihrer Heimatstadt Charleston (South Carolina) nicht unterrichten durfte. Clark ging von Tür zu Tür und sammelte Unterschriften, bis das Verbot aufgehoben wurde. Und obwohl ihr Kampf für gleiches Entgelt für afroamerikanische Lehrer in Charleston 20 Jahre währte, war sie am Ende erfolgreich.

Clark eröffnete eine Schule auf Johns Island (South Carolina), in der Alphabetisierung- und Bürgerrechtskurse angeboten wurden, um den Afroamerikanerinnen und Afroamerikanern bei der Überwindung der diskriminierenden Gesetze zur Wählerregistrierung zu helfen. Sie bat ihre Cousine Bernice Robinson dort zu unterrichten. Robinson brachte ihren Schülern unter anderem bei, wie man eine Zeitung liest und Formulare ausfüllt. Die Abschlussprüfung bestand darin, sich als Wähler registrieren zu lassen und 80 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren erfolgreich. Dieses Modell der Bürgerschaftsschule (Citizenship School) hat sich in den gesamten Südstaaten etabliert, wobei Robinson für die Lehrerausbildung verantwortlich war. Es wurde ein effektives Mittel zur Stärkung der Rechte von Afroamerikanerinnen und Afroamerikanern in ihrem Kampf um soziale Gerechtigkeit.

Martin Luther King nannte Clark später die „Mutter der Bewegung“ und lud sie ein, ihn auf seiner Reise nach Schweden zu begleiten, wo er den Friedensnobelpreis erhalten sollte.

 

Diane Nash

Dianne Nash 1960 im Gespräch mit Walter Bradford, Bernard Lee and Charles H. Percy, Vorsitzender des Programmausschusses der Republikanischen Partei. (Foto: AP Images)
Dianne Nash 1960 im Gespräch mit Walter Bradford, Bernard Lee and Charles H. Percy, Vorsitzender des Programmausschusses der Republikanischen Partei. (Foto: AP Images)

Als Diane Nash im Jahr 1959 ihr Studium an die Fisk University in Tennessee verlegte, war sie erschüttert, wie mit afroamerikanischen Studentinnen und Studenten unter der Rassentrennung umgegangen wurde. Sie entstammte einer Familie aus der Mittelschicht in Chicago und so etwas war ihr völlig fremd. Sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Student Nonviolent Coordinating Committee, einer der wichtigsten Organisationen dieser Zeit.

Nash war maßgeblich für die Organisation der Freedom Rides verantwortlich, bei denen Bürgerrechtsaktivisten in Überlandbussen in den südöstlichen Teil der amerikanischen Südstaaten fuhren, um gegen die Rassentrennung zu protestieren.

1962 wurde sie zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil sie Schulkinder in gewaltfreien Taktiken unterrichtet hatte, obwohl das Urteil in Berufung später gekippt wurde. Nash setzte sich auch in den folgenden drei Jahrzehnten für gleiches Wahlrecht und den Zugang zu guter Bildung ein.

Originaltext: 5 civil rights heroines you should know