Glossar zu den Wahlen in den Vereinigten Staaten

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir ein Glossar über Begriffe aus dem amerikanischen Wahlsystem, das im Dezember 2011 vom Büro für internationale Informationsprogramme veröffentlicht wurde.

Absentee voting – Briefwahl

Das Briefwahlverfahren ermöglicht es Wählern, die kein Wahllokal aufsuchen können, dennoch ihre Stimme abzugeben. Es gibt verschiedene Gründe dafür, warum Wähler am Wahltag verhindert sind. Dazu gehören beispielsweise ein Wohnsitz im Ausland, Krankheit, Reisen oder Militärdienst. Dank der Briefwahl können registrierte Wähler ihre Stimme per Post abgeben. Ein Bundesgesetz, das Uniformed and Overseas Citizens Absentee Voting Act, regelt die Briefwahl für Präsidentschaftswahlen. Bestimmungen für die Briefwahl bei anderen Wahlen werden von den Bundesstaaten festgelegt und sind je nach Bundesstaat unterschiedlich. In Oregon werden beispielsweise alle Wahlen per Briefwahl durchgeführt, aber die Wähler haben auch die Möglichkeit, ihre Stimme persönlich in einem Wahllokal des Landkreises abzugeben.

 

Ballot initiative – Bürgerinitiative

Bürgerinitiativen sind ein Beispiel für direkte Demokratie in den Vereinigten Staaten, durch die die Bürger gesetzliche Maßnahmen oder Zusatzartikel für die Verfassung eines Staates vorschlagen können. Einige Initiativen werben beispielsweise für die Aufhebung bestimmter Gesetze. Die Anzahl der benötigten Unterschriften, um eine Initiative zur Wahl zu stellen, ist von Staat zu Staat unterschiedlich. Für die Bestätigung dieser Initiativen, in einigen Staaten auch Vorschläge (propositions) genannt, reicht meistens, aber nicht immer, eine einfache Mehrheit aus. Siehe auch: Referendum

 

Blog

Blog ist die Kurzform von Weblog, einer Art Online-Magazin. Die Kandidaten nutzen Blogs, um die Besucher ihrer Websites über ihre Aktivitäten zu informieren. Andere nutzen Blogs, um Wahlkampfthemen oder -veranstaltungen zu verfolgen. Politische Blogs werden von „Bloggern“ verfasst, Einzelpersonen also, die Kommentare und Neuigkeiten aus ihrer Perspektive beschreiben. Politische Blogs spiegeln, wie Blogs im Allgemeinen, ein breites Spektrum unterschiedlicher Meinungen wider.

 

Blue state – Blauer Staat

Ein „blauer Staat“ ist ein US-Bundesstaat, in dem die Mehrheit der Wähler meist für die demokratische Partei und ihre Kandidaten stimmt. Siehe auch: Red state – „roter Staat“

 

Buckley vs. Valeo

1976 führte der Fall Buckley vs. Valeo zu einer Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofes über das Gesetz zur Wahlkampffinanzierung, das die Bestimmungen des Bundeswahlkampfgesetzes zur Offenlegung der Finanzierung, der Beschränkung von Spendengeldern und der Bereitstellung öffentlicher Mittel für die Präsidentschaftswahlen aufrechterhielt. Das Gericht hob die Ausgabenbegrenzung in dem Gesetz auf. Ausgenommen von dieser Regel sind Grenzen, die Präsidentschaftskandidaten, die öffentliche Gelder erhalten, freiwillig akzeptieren. Diese Regelung erlaubt Bewerbern für den Kongress, die keine öffentlichen Mittel erhalten, und Einzelpersonen oder Gruppen, die sich für oder gegen einen Kandidaten einsetzen, ihre Aktivitäten aber nicht mit einem Kandidaten oder einem Wahlkampfteam abstimmen, unbegrenzt Ausgaben zu tätigen. Die Regelung besagte außerdem, dass Kandidaten, die keine öffentlichen Mittel erhalten, die eigenen Ausgaben für den Wahlkampf nicht begrenzen müssen. Siehe auch: McCain-Feingold Law

 

Caucus – Wahlversammlung

Ein Caucus ist eine Versammlung auf kommunaler Ebene, bei der die registrierten Mitglieder einer politischen Partei in einer Stadt oder einem Bezirk zusammenkommen, um sich für bestimmte Kandidaten auszusprechen. Bei politischen Ämtern in den Bundesstaaten oder auf nationaler Ebene werden diese Empfehlungen zusammengefasst, um den Kandidaten der Partei des Bundesstaates zu nominieren. Als caucus wird auch eine Gruppe gewählter Vertreter bezeichnet, die sich mit dem Ziel zusammenfindet, ein gemeinsames politisches Programm aufzustellen. Zwei bekannte Beispiele für derartige Gruppen sind der Congressional Black Caucus und der Congressional Hispanic Caucus, deren Mitglieder die Interessen ihrer jeweiligen Wählerschaft diskutieren und fördern möchten.

 

Challenger – Herausforderer

Der Herausforderer ist derjenige Kandidat, der gegen den Inhaber eines politischen Amts antritt. Siehe auch: Incumbant – Amtsinhaber

 

Citizens United v. Federal Election Commission – Citizens United vs. Bundeswahlbehörde

Diese Entscheidung des Obersten Gerichtshofes aus dem Jahr 2010 bestätigte, dass Aktionäre und andere Personengruppen dieselben Rechte genießen, die ihnen auch als Einzelpersonen zustünden. Der Gerichtshof beschloss zudem, dass die Regierung keinen Einfluss auf die Summe nehmen darf, die diese Gruppen zur Unterstützung für oder Kritik an einem Kandidaten investieren. Siehe auch: Super-PACs

 

Closed Primary – Geschlossene Vorwahlen

In den zwei größten politischen Parteien, Demokraten und Republikaner, treten Kandidaten in den Vorwahlen gegeneinander an, um von ihrer Partei für ein Amt nominiert zu werden. An geschlossenen Vorwahlen können ausschließlich Wähler teilnehmen, die Mitglieder der Partei sind, die diese Vorwahl abhält. Nichtregistrierte Wähler erhalten Stimmzettel für andere Abstimmungen und nicht parteigebundene Wahlen, die am gleichen Tag stattfinden. Siehe auch: Primary – Vorwahl

 

Coattails – Frackschoß

Der Ausdruck „coattails“ bezieht sich auf die so genannten Schwalbenschwänze oder Schöße eines Fracks. Im Kontext amerikanischer Politik bezieht sich dieser Ausdruck auf die Fähigkeit eines beliebten Amtsinhabers oder Kandidaten, die Siegesaussichten eines anderen Kandidaten derselben Partei aufgrund der eigenen Stärke oder Beliebtheit zu erhöhen. Über einen solchen Kandidaten sagt man, er trüge den anderen auf seinen Frackschößen zum Sieg.

 

Convention – Parteitag

Bei den Präsidentschaftswahlen hält jede Partei nach den Vorwahlen und Wahlversammlungen einen nationalen Parteitag ab, um ihren Präsidentschaftskandidaten zu nominieren. Es handelt sich dabei in der Regel um den Kandidaten, der sich anhand seiner Siege bei den Vorwahlen die Unterstützung der meisten Delegierten des Parteitags gesichert hat. Der nominierte Präsidentschaftskandidat wählt üblicherweise einen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten. Allerdings kann er die Auswahl eines Vizepräsidentschaftskandidaten auch den Delegierten des Parteitags überlassen, ohne eine Empfehlung abzugeben.

 

Convention bounce

Der durch öffentliche Meinungsumfragen belegte Anstieg der Beliebtheit eines Präsidentschaftskandidaten unmittelbar nach dessen Nominierung bei einem nationalen Parteitag wird convention bounce oder convention bump genannt.

 

Constituency – Wahlkreis

Die Wähler, die ein Regierungsvertreter repräsentiert, bilden seinen Wahlkreis. Manchmal werden mit dem Begriff ausschließlich diejenigen bezeichnet, die den Vertreter gewählt haben. Der Wahlkreis des Präsidenten besteht aus allen Amerikanern. Der Wahlkreis eines Bürgermeisters besteht aus denjenigen, die in der jeweiligen Stadt wohnen.

 

Debate – Debatte

Eine Debatte ist ein strukturiertes Gespräch mit zwei oder mehr Teilnehmern unterschiedlicher Auffassung. In der politischen Landschaft der Vereinigten Staaten werden Debatten häufig mit Fernsehauftritten verbunden, in denen die Kandidaten auf Fragen der Medien oder aus dem Publikum reagieren und ihre eigene politische Auffassung und die ihrer Partei vertreten. Debatten können auch im Radio, im Internet oder einem Versammlungsort der Gemeinde stattfinden Sie können auf jeder Ebene der Regierung für alle veranstaltet werden, die sich um ein politisches Amt bewerben.

 

Divided government

Als divided government bezeichnet man die Situation, die sich ergibt, wenn der US-Präsident Mitglied einer Partei ist und in mindestens einer Kammer des Kongresses, entweder im Senat oder im Repräsentantenhaus, die andere Partei die Mehrheit innehat. Dieser Fall kann auch in einem Bundesstaat eintreten, wenn eine Partei den Gouverneur stellt und die andere die Legislative des Bundesstaates kontrolliert. Im politischen System der Vereinigten Staaten kommt es oftmals zu einer divided government.

 

Election Assistance Commission (EAC) – Die US-Wahlhilfekommission

Die US-Wahlhilfekommission wurde 2002 durch ein Gesetz, das Help America Vote Act, eingerichtet. Sie ist hauptsächlich Kontaktstelle und Informationszentrum zum Thema Wahlen. Die Kommission überprüft zudem die Verwaltung und den Ablauf von Bundeswahlen.

 

Electoral College – Das Wahlmännergremium

Der Präsident und der Vizepräsident werden über das Wahlmännergremium gewählt, in dem jeder Bundesstaat über die gleiche Anzahl Wahlmännerstimmen verfügt wie er Abgeordnete im Kongress hat. Der District of Columbia verfügt über drei Wahlmännerstimmen. Von den insgesamt 538 Stimmen müssen mindestens 270 auf einen Kandidaten entfallen, damit er als Sieger aus der Wahl hervorgeht.

 

Federal Election Campaign Act (FECA) – Bundeswahlkampfgesetz

Dieses Gesetz wurde 1971 erlassen und regelt die Finanzierung von Bundeswahlen. In den Jahren 1974, 1976 und 1979 wurde dieses Gesetz durch Zusätze erweitert. Diesem Gesetz zufolge müssen die Kandidaten und die politischen Komitees ihre Finanzierungsquellen offenlegen und Auskunft über ihre Ausgaben geben. Außerdem regelt das Gesetz die erhaltenen Zuwendungen und die Ausgaben, die während eines Bundeswahlkampfes getätigt werden, sowie die Finanzierung der Präsidentschaftswahlen mit öffentlichen Mitteln.

 

Federal Election Commission (FEC) – Bundeswahlbehörde

Dieser unabhängigen Regulierungsbehörde obliegt die Verwaltung und Umsetzung des Bundesgesetzes zur Wahlkampffinanzierung. Die FEC besteht aus sechs Kommissaren, die der Präsident auf Anraten und nach Zustimmung des Senats ernennt. Die FEC wurde 1974 infolge einer Änderung des Bundeswahlkampfgesetzes von 1971 geschaffen.

 

Front-loading

Das Abhalten eines caucus oder der Vorwahlen in einem Staat zu Beginn des Kalenderjahres weit vor den allgemeinen Wahlen wird front-loading genannt. Durch frühe Vorwahlen erhofft sich ein Staat für seinen bevorzugten Präsidentschaftskandidaten einen wichtigen Schub und so unverhältnismäßig großen Einfluss darauf, wen die Partei nominiert.

 

Front-runner – Spitzenkandidat

Ein Kandidat, der besonders beliebt ist oder große Chancen auf einen Wahlsieg hat, wird front-runner genannt.

 

Gridlock – Festgefahrene Situation

Wenn eine Partei oder eine Fraktion Hindernisse schafft, die einen Kompromiss bei der Gesetzgebung und anderen politischen Themen unmöglich machen oder sehr stark behindern, wird dies als gridlock bezeichnet.

 

Hard money/Soft money – Hartes Geld/Weiches Geld

Mit den Begriffen „hartes Geld“ und „weiches Geld“ wird zwischen zwei Wahlkampffinanzierungsarten unterschieden. Auf der einen Seite steht die durch das Bundesgesetz zur Wahlkampffinanzierung geregelte Finanzierung, auf der anderen Seite die nicht durch das Gesetz beeinflusste finanzielle Unterstützung. „Hartes Geld“ bezieht sich auf Zuwendungen von Gruppen und Einzelpersonen, die direkt an die Bewerber um ein politisches Amt gerichtet werden. Diese Zahlungen sind gesetzlich beschränkt. Als „weiches Geld“ werden die Zahlungen bezeichnet, die nicht gesetztlich geregelt sind und nur für staatsbürgerliche Aktivitäten genutzt werden dürfen, wie beispielsweise für Veranstaltungen zur Wählerregistrierung und zum Aufbau von Parteien, zur Deckung administrativer Kosten oder zur Unterstützung eines lokalen oder bundesstaatlichen Kandidaten. „Weiches Geld“ darf laut Gesetz nicht zur direkten Unterstützung eines Bewerbers für ein Bundesamt genutzt werden. Der Oberste Gerichtshof hat 2003 Beschränkungen des Kongresses zu „weichem Geld“ aus dem Jahr 2002 bestätigt. Siehe auch: McCain-Feingold Law

 

Hatch Act – Hatch Gesetz

Das Hatch-Gesetz schränkt politische Aktivitäten von Angestellten der Exekutive der US-Bundesregierung, des District of Columbia und der auf lokaler und staatlicher Ebene Beschäftigten ein, deren Arbeit in Zusammenhang mit von der Bundesregierung finanzierten Programmen steht.

Gemäß des Hatch Gesetzes ist es Angestellten erlaubt, ihren Beitrag zum Wahlkampf eines Kandidaten zu leisten. Es ist ihnen aber untersagt, den Einfluss ihres Amtes für die Wahlen zu nutzen. Dies schließt die Bemühung um und die Annahme politischer Spenden sowie politisches Engagement – und dazu zählt auch das Tragen oder Zeigen politischer Werbeartikel – während der Arbeitszeit mit ein.

Angestellte, für die das Hatch Gesetz gilt, können sich für Ämter zur Wahl stellen, bei denen keine politische Partei eine Rolle spielt, beispielsweise für viele Ämter im Vorstand einer Schule. Es ist ihnen aber nicht erlaubt, an Wahlen teilzunehmen, bei denen politische Parteien involviert sind.

 

Help America Vote Act (HAVA)

Der Kongress hat das HAVA als Reaktion auf Probleme verabschiedet, die während der Präsidentschaftswahlen 2000 aufgetreten sind. Das Gesetz fordert die Regierungen der Bundesstaaten und Kommunen dazu auf, Lochkarten- und Hebelwahlmaschinen abzuschaffen. Seit 2003 haben die Bundesstaaten im Rahmen des HAVA 2,9 Milliarden US-Dollar erhalten, um das Wahlverfahren zu verbessern. Durch dieses Gesetz wurde die US-Wahlhilfekommission geschaffen, die bei der Durchführung von nationalen Wahlen und der Umsetzung der Wahlgesetze und Wahlprogramme unterstützend wirken soll.

 

Horse race – Kopf-an-Kopf-Rennen

Der Begriff horse race wird in der amerikanischen Politik metaphorisch benutzt, um ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei Kandidaten zu beschreiben, wie z. B. bei einem Pferderennen. Diese Metapher vermittelt das Gefühl der Spannung, das der Zuschauer bei einem Sportereignis empfindet.

 

Incumbent – Amtsinhaber

Der Amtsinhaber ist die Person, die ein Amt bekleidet. Historisch gesehen hat ein Amtsinhaber eine überdurchschnittliche Chance auf eine Wiederwahl.

 

Independent – Unabhängig

Ein Kandidat oder Wähler, der keiner politischen Partei zuzuordnen ist, wird als unabhängig bezeichnet.

 

Lame duck – Lahme Ente

Der Begriff lahme Ente bezieht sich auf einen gewählten Vertreter, der zwar noch im Amt ist, dessen Nachfolger aber bereits gewählt wurde. Der Zeitpunkt des Amtsantritts des Nachfolgers steht ebenfalls schon fest. Die lahme Ente befindet sich in einer politisch geschwächten Situation, da sich ihre Amtszeit dem Ende nähert. Die lahme Ente ist politisch unterlegen, da sich ihre Amtszeit dem Ende nähert.

 

Landslide – Erdrutschsieg

Wenn ein Kandidat bedeutend mehr Stimmen auf sich vereinigen kann als die übrigen Kandidaten, nennt man dies einen Erdrutschsieg.

 

Matching funds or public funding – Öffentliche Mittel

Präsidentschaftskandidaten, die mit einer Beschränkung ihrer Ausgaben für den Wahlkampf einverstanden sind, können öffentliche Mittel erhalten. Zuwendungen von Einzelpersonen bis zu einer Gesamtsumme von 250 US-Dollar können durch den Presidential Election Campaign Fund in Höhe der gespendeten Summe aufgestockt werden. In diesen Fonds fließen auch die drei US-Dollar derjenigen Steuerzahler, die mit dem entsprechenden Häkchen auf ihrer Steuererklärung ihr Einverständnis erteilt haben, dass drei Dollar ihrer Einkommenssteuer an den Fonds überwiesen werden. Siehe auch: Taxpayer check-off system – Beitrag über die Einkommensteuer

 

McCain-Feingold

Dieses Gesetz trägt den offiziellen Titel: Überparteiliches Gesetz zur Reform der Wahlkampffinanzierung (Bipartisan Campaign Reform Act) und wurde nach seinen beiden wichtigsten Verfechtern im Senat, dem Republikaner John McCain aus Arizona und dem Demokraten Russell Feingold aus Wisconsin, benannt. Sie wollten dem Einfluss des „weichen Geldes“ auf die Kandidaten für ein Amt eliminieren. Mit dem Gesetz wurden Gesetzeslücken geschlossen, die in der Vergangenheit „weichem Geld“ die Unterstützung von Kandidaten für Bundesämter mit ermöglicht hatte. Siehe auch: Hard money/Soft money – Hartes Geld/weiches Geld

 

Negative ads – Negativwerbung

Mit Negativwerbung wird ersucht, die Wähler von einem Kandidaten zu überzeugen, indem der Gegenkandidat schlecht dargestellt wird oder indem er persönlich oder seine Meinung zu bestimmten politischen Themen angegriffen wird.

 

Nominee – Der Nominierte

Der nominierte Kandidat ist derjenige, der von anderen dazu gewählt wurde, sich für ein Amt zur Wahl zu stellen. Die Nominierten können in den Vorwahlen oder im Caucus gewählt werden. Wenn sich nur ein Kandidat einer Partei zur Nominierung zur Verfügung gestellt hat, wird dieser Kandidat ohne weitere Auswahlprozesse zum Nominierten dieser Partei.

 

Open primary – Offene Vorwahl

Bei einer offenen Vorwahl können alle registrierten Wähler ihre Stimme abgeben. Dabei ist unerheblich, ob sie als Demokraten, Republikaner oder Unabhängige registriert sind. Siehe auch: Primary – Vorwahl

 

Platform – Wahlprogramm

Das Wahlprogramm ist die schriftliche Fassung der Ziele und Prinzipien einer Partei, das zusammengefasst während des Nominierungsprozesses für das Amt des Präsidenten veröffentlicht und während der nationalen Parteitage der Parteien bestätigt wird. Das Wahlprogramm kann sich in weniger formellem Kontext auch auf den Standpunkt des Kandidaten zu verschiedenen Themen beziehen.

 

Plurality – Mehrheit

Anhand der Mehrheit wird definiert, welcher Kandidat als Sieger aus den Wahlen hervorgeht. Eine Mehrheit kommt zustande, wenn ein Kandidat mehr Stimmen erhält als alle anderen Kandidaten. Die Zahl der für ihn abgegebenen Stimmmen kann dabei allerdings weniger als die Mehrheit der abgegebenen Stimmen betragen. Wenn ein Kandidat beispielsweise 30 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen kann, ein zweiter Kandidat ebenfalls 30 Prozent erhält und ein dritter Kandidat 40 Prozent bekommt, könnte der dritte Kandidat die Wahl mit der Mehrheit der Stimmen gewinnen.

 

Political Action Committee (PAC) – Politisches Aktionskomitee

Politische Aktionskomitees stehen nicht direkt mit politischen Parteien in Verbindung, sondern sind eher an Unternehmen, Gewerkschaften oder andere Organisationen angegliedert. Diese Komitees stellen den Kandidaten Gelder zur Verfügung und beteiligen sich an anderen, mit den Wahlen in Verbindung stehenden Aktivitäten, um beispielsweise bestimmte Gesetzesvorhaben zu fördern. Die Mitglieder, Angestellten oder Aktionäre entrichten Beiträge auf freiwilliger Basis. In den letzten Jahren haben die PACs sehr stark an Bedeutung gewonnen. Außerdem sind auch mehr hinzugekommen: 1976 gab es 608 PACs; 2010 lag die Zahl der PACs bei etwa 5.400.

 

Poll/Polling – Meinungsumfragen

Meinungsforschungsinstitute führen Umfragen durch, indem sie eine Gruppe zufällig ausgewählter Bürger kontaktieren und ihnen standardisierte Fragen stellen. Wenn die Umfrage korrekt durchgeführt wird, spiegeln die Daten die Bandbreite der Auffassungen eines Bevölkerungsanteils so wider, dass sie für die Gesamtbevölkerung repräsentativ sind. Durch Meinungsumfragen kann ermittelt werden, wie die Amerikaner zu bestimmten Themen und Kandidaten stehen. Siehe auch: Push polling – Scheinumfragen

 

Primary – Vorwahlen

Eine Vorwahl ist eine Abstimmung auf Bundesstaaten-Ebene, bei der die Wähler für einen Kandidaten stimmen können, der einer politischen Partei angehört, und der in einer späteren, allgemeinen Wahl gegen den Kandidaten einer anderen Partei antreten soll. Eine Vorwahl kann offen sein, d.h., dass jeder registrierte Wähler seine Stimme für einen Kandidaten abgeben darf. Vorwahlen können aber auch geschlossen sein, d.h., dass nur registrierte Wähler, die einer bestimmten Partei angehören, für einen Kandidaten ihrer Partei stimmen können. Siehe auch: Closed primary und open primary

 

Proposition – Vorschlag

Siehe auch: Ballot initiative und Referendum – Bürgerinitiative und Referendum

 

Protest vote – Proteststimme

Wähler geben eine Proteststimme einem Kandidaten einer Dritten Partei nicht, um ihn zu wählen, sondern um ihrer Unzufriedenheit mit den Kandidaten der beiden großen Parteien auszudrücken.

 

Public funding – Öffentliche Mittel

Siehe Matching funds

 

Push polling – Scheinumfrage

Scheinumfragen sind eine Umfragetechnik, die genutzt wird, um mögliche Wahlkampfthemen abzufragen, indem sehr spezifische Fragen zu einem Thema oder einem Kandidaten gestellt werden. Siehe auch: Poll/Polling – Meinungsumfragen

 

Redistricting – Neubestimmung der Wahlbezirke

Wenn die geografischen Grenzen von Kongressbezirken, den Wahlbezirken in den Bundesstaaten, in denen die Mitglieder des Repräsentantenhauses gewählt werden, neu gezogen werden, bezeichnet man dies als redistricting. Auf bundesstaatlicher Ebene konkurrieren Demokraten und Republikaner miteinander, um die rechtlichen und politischen Aspekte der Neubestimmung von Wahlbezirken zu beeinflussen. Dies geschieht üblicherweise, indem sie die Gesetzgebung des jeweiligen Bundesstaates kontrollieren. Sie können die Grenzen der Kongressbezirke dann so neu definieren, dass es ihrer eigenen Partei bei der Wahl zugute kommt.

 

Red state – Roter Staat

Ein „roter Staat“ ist ein US-Bundesstaat, in dem die Mehrheit der Wähler meist für die republikanische Partei und ihre Kandidaten stimmt. Siehe auch: Blue state – „Blauer Staat“

 

Referendum

Bei einem Referendum sollen die Wähler über ein bestimmtes Gesetzesvorhaben abstimmen, das ihnen die Legislative des Bundesstaates zur Abstimmung vorlegt. Die Begriffe Referendum, Vorschlag und Bürgerinitiative werden häufig synonym verwendet.

 

Single-member district – Reines Mehrheitswahlrecht

Auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene werden in den Vereinigten Staaten derzeit Vertreter nach dem reinen Mehrheitswahlrecht gewählt. Dabei wird ein Kandidat pro Bezirk gewählt. Der Kandidat mit den meisten Stimmen gewinnt die Abstimmung. Dieses System führt dazu, dass in einem Bezirk nur eine Partei gewinnen kann. Beim in Europa sehr beliebten Verhältniswahlrecht sind die Bezirke weitaus größer und es werden gleichzeitig mehrere Mitglieder auf Grundlage des Stimmenverhältnisses gewählt.

 

Soft money – Weiches Geld

Siehe: Hard money/Soft money – Hartes Geld/Weiches Geld

 

Sound bite

Ein aound bite ist eine kurze, markante Aussage eines Kandidaten, die in Radio- und Fernsehnachrichten wiederholt wird. Auch in der Negativwerbung werden diese kurzen, markanten Aussprüche genutzt, um unbeliebte Bemerkungen des Gegenkandidaten zu betonen.

 

Spin doctor – Medienberater

Ein Medienberater oder eine Art politischer Berater, der für den Wahlkampf angestellt wurde, um sicherzustellen, dass in jeder Situation für einen Kandidaten die bestmögliche Werbung gemacht wird, wird als spin doctor bezeichnet. Wenn diese Medienspezialisten ihr Handwerk ausüben, sagt man oft, dass sie etwas in ihrem Sinne drehen (spinning) oder einer Situation oder Veranstaltung Dynamik verleihen, um sie für ihren Kandidaten so gut wie möglich darzustellen.

 

Straw poll/vote – Probeabstimmung

Eine inoffizielle Abstimmung, die durchgeführt wird, um den Ausgang einer offiziellen Wahl vorherzusagen oder die Stärke eines Kandidaten für zukünftige Wahlen zu messen, wird als Probeabstimmung bezeichnet (straw poll/straw vote). Schneidet ein Kandidat bei einer Probeabstimmung gut ab, kann ihm dies zugute kommen. Dies muss allerdings nicht unbedingt einen Erfolg in späteren Abstimmungen zur Folge haben.

 

Swing voters – Wechselwähler

Wähler, die keiner bestimmten Partei die Treue halten, können den Ausgang einer Abstimmung beeinflussen, da sie bei bestimmten Kandidaten oder Themen ihre Meinung und damit auch ihr Wahlverhalten ändern. Wechselwähler ändern ihre Meinung häufig von einer Wahl zur anderen.

 

Super PAC – Super-PAC

Dieser Art von politischem Aktionskomitee (political action committee – PAC) ist es erlaubt, eine unbegrenzte Summe an Geldern von anonymen Spendern zu sammeln. Super-PACs dürfen nicht unmittelbar für ein bestimmtes Wahlkampfteam spenden oder Absprachen mit bestimmten Kandidaten oder Parteien treffen. Siehe auch: Citizens United vs. Bundeswahlbehörde (Federal Election Commission)

 

Super Tuesday

Die Verbreitung des Begriffs Super Tuesday lässt sich auf das Jahr 1988 zurückführen. Damals tat sich eine Gruppe von Südstaaten zusammen, um die ersten großen und effektiven regionalen Vorwahlen abzuhalten, damit die Südstaaten bei der Nominierung des Präsidentschaftskandidaten an Bedeutung gewinnen und die Auswirkung der ersten Wahlergebnisse aus Iowa und New Hampshire weniger Einfluss haben. Heute wird der Begriff weniger konkret angewandt, da die Vorwahlen während dieser Zeit der Präsidentschaftswahlen in mehreren Bundesstaaten auf einen oder mehrere Dienstage fallen können. Diese Gruppierungen sind wichtig, da das Gewicht von so vielen gleichzeitig abgegebenen Stimmen Gedeih oder Verderb für einen Präsidentschaftskandidaten bedeuten können, da so viele Delegierte für den Parteitag gleichzeitig gewählt werden. 2012 fällt der „Superdienstag“ auf den 6. März. Allerdings haben einige Staaten ihre Vorwahlen dieses Jahr vorgezogen, sodass der Dienstag weniger „super“ sein wird als bei Wahlen in der Vergangenheit.

 

Taxpayer check-off system – Beiträge über die Einkommensteuer

Im Rahmen dieses Systems können Steuerzahler in den Vereinigten Staaten drei US-Dollar ihrer jährlichen Einkommensteuer an einen öffentlichen Fonds zur Finanzierung der Präsidentschaftswahlen überweisen. Um daran teilzunehmen, setzt man an der entsprechenden Stelle in der Steuererklärung lediglich ein Häkchen. Mit diesem Beitrag wird die Steuerzahlung weder höher noch niedriger; es werden lediglich drei Dollar der Steuerzahlung an den Fonds für den Präsidentschaftswahlkampf überwiesen. Siehe auch Matching funds

 

Term limits – Begrenzung der Amtszeiten

Bei der Begrenzung der Amtszeiten geht es darum, die Zahl der Jahre, die ein Amstinhaber oder Gesetzgeber ein bestimmtes Amt innehaben kann, einzuschränken. Der US-Präsident darf beispielsweise lediglich zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten oder insgesamt acht Jahre im Amt bleiben. Für den US-Senat oder das Repräsentantenhaus gibt es keine Einschränkungen. Einige Ämter in den Bundesstaaten und Kommunen unterliegen ebenfalls Beschränkungen.

 

Third party – Dritte Partei

Jede politische Partei, die nicht zu den beiden Parteien gehört, die die US-Politk seit dem Ende des 19. Jahrhunderts dominieren – also die Republikanische und die Demokratische Partei –, die über breite Unerstützung verfügt und das Ergebnis einer Wahl maßgeblich beeinflusst, wird Dritte Partei genannt.

 

Ticket splitting

Gibt man bei einer Wahl Kandidaten unterschiedlicher Parteien seine Stimme, wenn man also beispielsweise für einen Demokraten als Präsidenten und für einen Republikaner als Senator stimmt, nennt man das ticket splitting. Da diese Wähler Kandidaten aus mehr als einer politischen Partei unterstützen, sagt man, sie „teilen“ ihre Stimme.

 

Town hall meeting

Ein Town-Hall-Meeting ist eine informelle Zusammenkunft eines Amtsinhabers oder Bewerbers um ein Amt mit einer Gruppe von Menschen, oft in der Gegend, in der sie wohnen, bei der das Publikum Fragen an den Amtsinhaber oder Bewerber richten kann.

 

Tracking survey

Eine Meinungsumfrage, die es den Kandidaten ermöglicht, die Stimmung der Wähler im Verlauf eines Wahlkampfes zu verfolgen wird tracking survey genannt. Für die ersten Umfragewerte befragt der Meinungsforscher an drei aufeinander folgenden Abenden die gleiche Zahl von Wählern – für eine Gesamtstichprobe von 1.200 Wählern also 400 Wähler pro Abend. Am vierten Abend befragt der Meinungsforscher wieder 400 Wähler, addiert ihre Antworten zu den Umfragewerten, lässt dafür aber die 400 des ersten Abends weg. Wenn man auf diese Weise fortfährt, beinhalten die Stichproben immer die 1.200 Antworten der letzten drei Abende. Im Laufe der Zeit kann das Wahlkampfteam die Daten der gesamten Umfrage analysieren und die Auswirkungen bestimmter Ereignisse auf die Meinung der Wähler ablesen. Siehe auch: Poll/Polling – Meinungsumfragen

 

Originaltext: Glossary of U.S. Election Terms