So lebten die Helden der Bürgerrechtsbewegung

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WASHINGTON ‑ (AD) ‑ Die Helden der Bürgerrechtsbewegung ‑ jene Frauen und Männer, die dafür kämpften, die rechtlichen und kulturellen Barrieren zu überwinden, die Afroamerikanerinnen und Afroamerikanern die Gleichbehandlung verwehrten ‑ waren ebenso unterschiedlich wie die Unterdrückten selbst, für die sie sich einsetzten. Hier erzählen wir einige ihrer Geschichten und führen Sie an jene Orte, an denen sie lebten und arbeiteten. Dieser Text von Mark Trainer erschien anlässlich des Black History Month am 15. Februar 2017 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums.

Daisy Bates

Daisy Bates war die treibende Kraft hinter einem frühen Erfolg der Bürgerrechtsbewegung: der Aufhebung der Rassentrennung an der bis dahin ausschließlich von Weißen besuchten Central High School in Little Rock (Arkansas).

Obwohl der Oberste Gerichtshof die Gesetze zur Rassentrennung bereits im Jahr 1954 aufgehoben hatte, setzte der Gouverneur von Arkansas die Anordnung nicht um und entsandte Soldaten der Nationalgarde, die den neun dort eingeschriebenen afroamerikanischen Schülern den Zutritt verwehrten. Daisy Bates, Vorsitzende des NAACP-Ortsverbandes in Arkansas (National Association for the Advancement of Colored People NAACP) setzte sich dafür ein, dieses Bundesgesetz auch gegen lokale Widerstände durchzusetzen. Am 24. September 1957 versammelten sich die neun Schüler und deren Eltern im Haus von Bates, um von dort aus mit einem Militärkonvoi zur Schule geleitet zu werden.
Bates war die einzige Frau, die 1963 beim Marsch auf Washington sprach.

Frederick Douglass

Großes, zweistöckiges Haus mit Menschenmengen davor.
Im historischen Stadviertel Anacostia im Südosten Washingtons befindet sich die Gedenkstätte von Frederick Douglass. (Foto: National Park Service)

Frederick Douglass konnte aus der Sklaverei fliehen, in die er hineingeboren worden war, und wurde ein führender Sozialreformer und setzte sich mit charismatischen Reden für die Abschaffung der Sklaverei ein. 1845 wurde seine Autobiografie Narrative of the Life of Frederick Douglass, an American Slave zum Bestseller. Douglass sagte über die Abschaffung der Sklaverei: „Dieser Kampf mag moralisch oder körperlich oder beides sein, aber es muss ein Kampf sein.„ “Ohne Forderungen räumt Macht keine Zugeständnisse ein.“
Als er 1877 nach Anacostia (Washington), zog, war Douglass bereits international bekannt. Sein viktorianisches Haus ist heute eine nationale Gedenkstätte.

Langston Hughes

Mann auf den Stufen vor einem Gebäude in einer Straße mit Reihenhäusern
Langston Hughes 1958 vor seinem Haus in Harlem, New York. (Foto: Robert W. Kelley/The LIFE Picture Collection/Getty Images)

In den 1920er Jahren, einer Zeit, die später als Harlem-Renaissance bekannt wurde, spürten die vom Jazz beeinflussten Gedichte von Langston Hughes‘ sowohl den Enttäuschungen als auch den Freuden des afroamerikanischen Lebens nach. Bevor er sein erstes Buch veröffentlichte, hatte Hughes viele Länder bereist und unter anderem als Matrose, Koch und Türsteher in einem Pariser Nachtklub gearbeitet.
Mit Gedichten wie Democracy verlieh Hughes Millionen Afroamerikanern eine Stimme, indem er schrieb:

Mir ist so über dieser Spruch:
„Die Zeit wird es schon richten,
Und morgen scheint die Sonne!“
Was soll mir die Freiheit, wenn ich tot!
Ich brauch‘ mein Brot noch heute!

Hughes war auch als Hofdichter von Harlem bezeichnet. Die letzten 20 Jahre seines Lebens verbrachte er in diesem Haus an der East 127th Street.

James Baldwin

„Die Zukunft des Negers in diesem Land“, sagte James Baldwin, „ist genau so strahlend oder düster wie die Zukunft des Landes.“ Baldwin, Autor von Romanen und Essays, äußerte sich offen kritisch darüber, wie Afroamerikaner in den Vereinigten Staaten behandelt wurden. In seinen Büchern, die sich sehr gut verkauften, und als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens beschrieb er die Makel der Vereinigten Staaten in sehr deutlichen Worten.
Obwohl er sich ein Leben lang im kulturellen Bereich in den USA engagierte, ließ er sich schließlich in Saint-Paul de Vence in Südfrankreich nieder. Dort empfing er Gäste wie Miles Davis und Ella Fitzgerald, während er weiterhin schrieb. Der New York Times sagte Baldwin: „Als ich mich selbst auf der anderen Seite des Ozeans wiederfand, konnte ich ganz deutlich erkennen, woher ich gekommen war.“

Mann mit Schal vor kahlen Bäumen
James Baldwin 1983 bei seinem Haus in Saint-Paul de Vence an der französischen Riviera. (Foto: AP Images)

Auch lange nach dem Tod der Helden der Bürgerrechtsbewegung besuchen die Menschen deren Häuser noch immer. Auch wenn sie nicht besonders groß oder extravagant sind, sind sie Stätten der Erinnerung an jene Amerikanerinnen und Amerikaner, die durch ihren Einsatz eine gerechtere Behandlung aller Amerikanerinnen und Amerikaner durchsetzen konnten.

Originaltext: Civil rights heroes and the homes they lived in