HIV/AIDS ist auch eine Sache der Menschenrechte

Menschen formieren sich zu einer roten Schleife (Foto: State Dept.)
Studierende bilden während einer Aufklärungsveranstaltung am Welt-AIDS-Tag eine rote Schleife, das Symbol für mehr Bewusstsein für HIV und die Unterstützung der Betroffenen. (Foto: US-Außenministerium)

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag zum Welt-AIDS-Tag, der am 30. November 2016 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, erschien.

Dank lebensrettender antiretroviraler Medikamente ist die Diagnose HIV/AIDS nicht mehr zwangsläufig ein Todesurteil, und es wird weltweit daran gearbeitet, die Krankheit bis 2030 auszurotten. Aber das Stigma, das Menschen mit HIV umgibt, sowie ihre Schwierigkeiten, eine medizinische Behandlung zu erhalten, machen die Krankheit gleichermaßen zu einem Menschenrechtsthema und zu einer Herausforderung für das Gesundheitswesen.

Noor Raad von Ärzte ohne Grenzen zufolge tragen die vielen falschen Informationen, die über HIV-Infizierte immer noch kursieren, zu deren Ausgrenzung bei. Beispielsweise meinen immer noch viele Menschen, so Raad, dass HIV/AIDS eine Krankheit ist, die nur schwule Männer bekommen, oder dass HIV übertragen werden kann, wenn man jemanden berührt, der infiziert ist, oder aus der gleichen Tasse trinkt. Gleichzeitig ist den wenigsten bewusst, dass die Krankheit durch das gemeinsame Benutzen von Nadeln weiterverbreitet werden kann.

Diese falschen Annahmen machen die Patienten anfällig für Depressionen und andere psychische Erkrankungen, erklärt Raad: „Die Patienten fühlen sich isoliert und erhalten keine Unterstützung von ihrem Umfeld.“

Obwohl viele Länder Gesetze zum Schutz von HIV-Infizierten haben, werden diese Gesetze nicht immer durchgesetzt. Einige Betroffene können sich die Behandlung oder die Medikamente nicht leisten.

Andere, beispielsweise Sexarbeiter, schwule Männer und Drogenabhängige, deren Aktivitäten oft kriminalisiert werden, fürchten womöglich nicht nur eine gesetzliche Strafe, wenn sie um Hilfe bitten, sondern auch die Verurteilung durch ihr Umfeld. Daher erhalten gerade diejenigen, die am dringendsten Informationen, Aufklärung und Beratung benötigen, diese Dienstleistungen häufig nicht, obwohl sie angeboten werden.

Raad weist auf folgende Möglichkeiten hin, um Infizierten das Gefühl zu nehmen, stigmatisiert zu werden:

  • Informieren Sie sich über Fakten und Irrtümer, die über die Übertragung von HIV kursieren.
  • Lassen Sie Witze oder abwertende Bemerkungen über HIV-Infizierte nicht kommentarlos stehen.
  • Treten Sie einer Nichtregierungsorganisation an ihrem Wohnort bei oder unterstützen Sie eine Gruppe, die sich für HIV-Infizierte einsetzt, indem sie gegen deren Stigmatisierung kämpft oder ihnen hilft, Medikamente zu erhalten.
  • Organisieren Sie einen Workshop oder eine Schulung, um Menschen darüber zu informieren, wie man sich vor Infizierung schützt oder über HIV aufzuklären, damit Infizierte nicht angegriffen oder verurteilt werden.
  • Wenn Sie jemanden kennen, der HIV-infiziert ist, helfen Sie dieser Person aus der Isolation, indem Sie einen sicheren Raum schaffen, in dem sie über ihre Erkrankung sprechen kann. „Das Wichtigste ist, das Vertrauen dieses Menschen zu gewinnen und ihm das Gefühl zu geben, dass nicht über ihn geurteilt wird.“

Originaltext: HIV/AIDS is a human rights issue too