US-Sondergesandte für Holocaustfragen blickt in die Vergangenheit und die Zukunft

Cherrie Daniels, US-Sondergesandte für Holocaustfragen, hält es für wichtig, alle Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu würdigen: die sechs Millionen Juden ebenso wie die Roma und andere. (Foto: US-Außenministerium/D.A. Peterson)

In einem Artikel vom 25. November 2019 stellt Lauren Monsen auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, Cherrie Daniels, die neue US-Sondergesandte für Holocaustfragen, vor.

Auf dem Posten der US-Sondergesandten für Holocaustfragen ist Cherrie Daniels neu, aber an ihre bisherigen Aufgaben haben sie viel über tragische Ereignisse und die Notwendigkeit gelehrt, Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen.

Ihre diplomatische Laufbahn führte sie nach Kroatien, ein Land, in dem der Holocaust schwere Narben hinterließ, und nach Bosnien-Herzegowina, das1995 in Srebrenica zum Schauplatz eines Völkermordes wurde. Sie war auch in Norwegen tätig, von wo aus zwischen 1940 und 1945 Hunderte Juden in den Tod geschickt wurden.

Die Erfahrungen, die sie bei ihren Verwendungen in Belgrad und Israel gesammelt hat, bezeichnete Daniels als „sehr prägend und hilfreich, um Holocaustfragen besser zu verstehen“.

Die Stelle eines Sondergesandten für Holocaustfragen im US-Außenministerium wurde 1999 geschaffen. Zu den Aufgaben gehört die Vertretung der Interessen der US-Regierung in einem Europa, das sich Demokratie, Pluralismus und Menschenrechten verpflichtet fühlt sowie die Unterstützung des Aufrufs der Regierung Trump, weltweit für Religionsfreiheit zu sorgen.

„Wir müssen verhindern, dass mit dem Tod der letzten Überlebenden des Holocaust auch ihre Erfahrungen – und ihre Erinnerungen und Geschichten – mit ihnen sterben. Sich den dunklen Kapiteln der Vergangenheit zu stellen, ist der einzige Weg vorwärts.“

~ Cherrie Daniels, US-Sondergesandte für Holocaustfragen

Zeugnis ablegen

Daniels stellt außerdem sicher, dass des Holocaust auf angemessene Weise gedacht wird. Das heißt, dass man „der Geschichte des Holocausts für junge Menschen Relevanz verleiht“, wie sie kürzlich in einem Interview erklärte. „Wir müssen wahrheitsgemäß und präzise darüber aufklären.“

Sie hat vor, sich mit jungen Menschen, Holocaustüberlebenden und ihren Familien zu treffen. Diese Überlebenden waren während des Zweiten Weltkriegs noch Kinder, und es ist wichtig, ihre Geschichten zu hören und Fragen zu stellen.

Außerdem müssten „junge Menschen die Signale erkennen, die in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts auf den Holocaust hinwiesen, und verzerrten Darstellungen, Holocaustleugnern und Geschichtsrevisionismus widersprechen“, so Daniels.

Cherrie Daniels ist Mitglied des Vorstands des U.S. Holocaust Memorial Museum und Leiterin der US-Delegation bei der International Holocaust Remembrance Alliance, der 33 Länder angehören.

Sie leitet ein Büro, das die US-Politik zur Rückgabe von Vermögen aus der Zeit des Holocaust an ihre rechtmäßigen Eigentümer erarbeitet und umsetzt. Damit soll ein gewisses Maß an Gerechtigkeit für Holocaustüberlebende und ihre Erben erreicht werden. „Wir arbeiten eng mit unseren internationalen Partnern“ zusammen, sagte sie.

Originaltext: U.S. special envoy for Holocaust issues looks to the past — and the future