„Im Augenblick” – Fotografien von Fred Stein im Jüdischen Museum Berlin bis zum 23. März 2014 ausgestellt

Vom 22. November 2013 bis zum 23. März 2014 zeigt das Jüdische Museum Berlin in der Ausstellung „Im Augenblick“ 130 Schwarz-Weiß-Fotografien, darunter Straßenszenen aus Paris und New York sowie zahlreiche Porträtaufnahmen des ursprünglich deutsch-jüdischen Fotografen Fred Stein.

Infolge der Machtergreifung der Nationalsozialisten waren der Jurist und – damals noch – Hobbyfotograf Stein, seine Frau Lilo sowie deren Tochter 1933 gezwungen, von Deutschland nach Paris zu fliehen, wo sie eine neue Existenz aufbauen mussten. Stein eröffnete sein eigenes Fotostudio in Paris und aus seiner einstigen Leidenschaft wurde bald sein Beruf. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zwang die Familie, 1941 nach New York zu emigrieren. Die Fotografien, die Stein in diesen beiden Städten anfertigte, bilden eine Vielzahl momenthafter – teils humorvoller, teils ernster – Sozialgeschichten ab. Deutschlands erste Retrospektive von Fred Steins Werk stellt ebenso unverkennbare Porträts bekannter Persönlichkeiten der deutschen Emigrantenszene in den USA dar, unter ihnen Marlene Dietrich, Thomas Mann, Hannah Arendt und Albert Einstein. Willy Brandt beschrieb Stein „als brillanten Fotografen, inspiriert durch seine Suche nach Gerechtigkeit und sein Interesse für Wahrheit, die sich so klar in seinen Aufnahmen widerspiegeln.“ Steins Vermächtnis lebt noch bis in die heutige Zeit durch seine Fotografien fort, die ihren Platz im kollektiven Bewusstsein der Gesellschaft gefunden haben.

Zur Eröffnungsnacht am 21. November 2013 begrüßte die Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin Frau Cilly Kugelmann die Gäste mit einer Eröffnungsrede, darauf folgte eine Einführung zur Ausstellung durch Frau Theresia Ziehe, die Kuratorin, und durch Frau Jihan Radjai, die Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums. Peter Stein, der Ehrengast und Sohn sowie Nachlassverwalter Fred Steins, hielt eine Rede, in der er näher auf die Lebensgeschichte seine Vaters und das Vermächtnis von dessen Fotografien einging.

Die Ausstellung wird durch die US-Botschaft Berlin unterstützt.