Botschafter und 190 Gäste feiern das Vermächtnis von Dr. Martin Luther King, Jr.

Geist und Vision der Legende der Bürgerrechtsbewegung, Dr. Martin Luther King, Jr., waren auf dem Interkulturellen Empfang zu spüren, der von Botschafter Emerson und seiner Frau am 14. Januar  in seiner Residenz  veranstaltet wurde. Als Ehrengäste kamen Vertreter aus verschiedenen muslimischen, christlichen und jüdischen Gemeinden, sowie aus Politik,  Zivilgesellschaft, Polizei sowie von Organisationen, die Hilfe für Flüchtlinge leisten, zusammen. Kelvin Sholar, Pianist und Anne Byrne, Sängerin, begleiteten den Empfang musikalisch mit Liedern der Bürgerrechtsbewegung.  Als „We shall overcome“ gesungen wurde, stimmten alle Gäste mit ein.

Die Themen Vielfalt, Gerechtigkeit, Gleichheit und Integration von Flüchtlingen standen im Zentrum der Rede von Botschafter Emerson.  „Wenn wir des Lebens von Dr. Martin Luther King gedenken, würdigen wir damit deshalb nicht nur sein Vermächtnis, sondern erinnern auch daran, dass wir alle jeden einzelnen Tag daran mitwirken können, seine Arbeit fortzusetzen. Seine Lehren erinnern uns alle an unsere Pflicht […] Mitgefühl gegenüber Zuwandererfamilien zu zeigen, da unsere Vorfahren vielleicht auch einmal Fremde waren.  In den Vereinigten Staaten „tolerieren“ wir nicht einfach nur sämtliche Aspekte der Vielfalt – wir sehen sie als nationalen Vorteil. Deutschland hat durch sein Engagement, in diesem Jahr mehr als einer Million Flüchtlingen zu helfen und langfristig auf deren Integration hinzuarbeiten, bewiesen, dass es eben diese Werte lebt.

Das soll natürlich nicht heißen, dass das Leben in den Vereinigten Staaten – oder in Deutschland – für Einwanderer und ihre neuen Nachbarn leicht ist. Integration ist ein vielschichtiger Prozess, und es gelingt uns nicht immer, den Idealen der vollständigen Integration und Chancengleichheit voll und ganz gerecht zu werden. Und manchmal leisten die Einwanderer nicht ihren Beitrag bei der Anpassung an die Werte und Traditionen ihrer neuen Heimat. Wie überall auf der Welt gibt es auch in den Vereinigten Staaten Bigotterie, aber das ist nur ein kleiner Teil der Geschichte. Ein genaueres Bild der Vereinigten Staaten wird durch tagtägliches Verhalten gezeichnet, das keine Schlagzeilen macht. Toleranz und Achtung durch Regierungsvertreter, führende Religionsvertreter und Mitglieder der Zivilgesellschaft werden häufig leider nicht als berichtenswert erachtet. Ebenso wichtig ist die lautstarke Verurteilung von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus durch führende Politiker und die Zivilgesellschaft in unseren beiden Ländern. […]

Integration kann von Einwanderern und Flüchtlingen nicht erreicht werden, wenn sie isoliert sind. Man sollte vielleicht auch bedenken, dass die Herausforderungen der Integration nicht überwunden und ihre Chancen nicht genutzt werden können, indem wir „sie“ zu „uns“ machen, sondern vielmehr, indem wir ein neues, integrativeres „Wirgefühl“ schaffen.

Das ist – und war – nie ein leichter Prozess, aber erinnern wir uns an die Worte von Dr. Martin Luther King. Er sagte einmal: „Letztendlich wird ein Mensch nicht daran gemessen, wo er in Zeiten von Sorglosigkeit und Bequemlichkeit steht, sondern in Zeiten der Herausforderung und Kontroverse.“

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Rede von Botschafter Emerson
(in englischer Sprache)