Joe Biden: Amerikas nächster Präsident

Der designierte US-Präsident Joe Biden nach seiner Siegesrede in Wilmington (Delaware) (Foto: Andrew Harnik/AP Images)

Wer ist der Mann, der am 20. Januar 2021 als neuer US-Präsident vor dem US-Kapitol vereidigt wird? Dieser Frage widmet sich der folgende Beitrag von Lenore Adkins, der am 15. Januar 2021 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, erschien.

Joseph R. Biden jr. – ehemaliger Vizepräsident der Vereinigten Staaten und langjähriges Mitglied des US-Kongresses, der bekannt dafür ist, über beide politische Lager hinweg Kompromisse zu schmieden, um politische Ziele zu erreichen – wird am 20. Januar als 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Biden war acht Jahre lang Vizepräsident von US-Präsident Barack Obama und gewann die Wahlen gegen Amtsinhaber Donald J. Trump.

Biden konnte sich die Stimmen von 306 Wahlleuten sichern – für einen Wahlsieg sind die Stimmen von 270 Wahlleuten erforderlich – und 81 Millionen Wählerstimmen auf sich vereinen, mehr als jeder andere Präsidentschaftskandidat in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

„Ich muss zugeben, das hat mich überrascht“, so Biden in seiner Siegesrede am 7. November. „Überall in unserem Land, in allen Städten des Landes, ja sogar überall auf der Welt haben die Menschen ihrer Freude, ihrer Hoffnung, ihrem wiedergefundenen Glauben an eine bessere Zukunft Ausdruck verliehen. Ich empfinde tiefe Demut angesichts des Vertrauens und der Zuversicht, die mir entgegengebracht werden.“

Biden hat außenpolitische Erfahrung

Lächelnder Joe Biden mit US-Flaggen im Hintergrund
Joe Biden im Jahr 1972 als neu gewählter Senator der Demokraten aus Delaware (Foto: AP Images)

Geboren in Scranton (Pennsylvania) und aufgewachsen in Delaware, verfügt Biden bei seinem Einzug ins Weiße Haus über jahrzehntelange Erfahrung als Mitglied des US-Kongresses. Als Senator vertrat er 36 Jahre lang den US-Bundesstaat Delaware und hatte maßgeblichen Einfluss auf die US-Außenpolitik. Als Vorsitzender und ranghöchstes Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Senats war Biden 12 Jahre lang federführend an Themen und Gesetzen beteiligt, die Terrorismus, Massenvernichtungswaffen, Europa nach dem Kalten Krieg, den Nahen Osten und Vorderasien betrafen.

Als US-Vizepräsident vertrat Biden die Vereinigten Staaten im Ausland und legte bei Reisen in über 50 Länder beinahe zwei Millionen Kilometer zurück.

Im Weißen Haus berief er Kabinettssitzungen der Regierung Obama ein, war für die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Ministerien verantwortlich und arbeitete mit dem Kongress unter anderem an der Verbesserung der Lebensverhältnisse der amerikanischen Mittelschicht sowie der Eindämmung von Waffengewalt und von Gewalt gegen Frauen.

Mit 78 Jahren wird Joe Biden der älteste amtierende US-Präsident sein. Donald J. Trump war bei seiner Amtseinführung 70 Jahre alt, der ehemalige Präsident Ronald Reagan war 77 Jahre alt, als er aus dem Amt schied.

Gleich zu Beginn seiner Präsidentschaft wird sich Biden darauf konzentrieren, das Land wieder zu einen und sich den drängendsten Problemen, wie der COVID-19-Pandemie, der Schaffung gut bezahlter Arbeitsplätze, der Bekämpfung der Ungleichbehandlung der Rassen und dem Klimawandel widmen.

„Lasst uns danach streben, die Nation zu sein, von der wir wissen, dass sie in uns steckt. Eine geeinte Nation, eine gestärkte Nation. Eine geheilte Nation. Meine Damen und Herren, als Vereinigte Staaten von Amerika gab es in der Vergangenheit nichts, was wir nicht erreichen konnten.“

Originaltext: Joe Biden: America’s next president