Das Klima verändert sich. Ernährung und Landwirtschaft müssen dies auch.

Blaubeerernte.
Blaubeerernte.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag von Thomas M. Duffy über den Einfluss des Klimawandels auf die Landwirtschaft. Thomas M. Duffy ist Geschäftsträger a.i. der US-Vertretung bei den UN-Institutionen in Rom. Der Text erschien am 4. November 2016 auf DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums.

Der Klimawandel stellt eine große Herausforderung für die weltweite Nahrungsmittelproduktion dar. Diejenigen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, sind gleichzeitig auch diejenigen, deren Versorgung mit Nahrungsmitteln am wenigsten gesichert ist.

Jedes Jahr begeht die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (UN Food and Agriculture Organization – FAO) den Welternährungstag, um an die Gründung der Organisation im Jahr 1945 zu erinnern. In diesem Jahr lautete das Motto: „Das Klima verändert sich. Ernährung und Landwirtschaft müssen dies auch.“ Der Generaldirektor der FAO betonte, dass sich die Landwirtschaft an den Klimawandel anpassen müsse, um das nachhaltige Entwicklungsziel Null Hunger zu erreichen.

Die Vereinigten Staaten führen die weltweiten Bestrebungen im Kampf gegen den Klimawandel und zur Förderung von Nahrungsmittelsicherheit an. Mit der Unterzeichnung des Klimaschutzabkommens von Paris im September verlieh Präsident Obama dem Abkommen den erforderlichen Schwung, um einen entscheidenden Meilenstein zu erreichen – die nötige Mehrheit für das Inkrafttreten kam am 5. Oktober zustande, kurz vor dem Welternährungstag. Im Klimaschutzabkommen von Paris wird die Bedeutung der Nahrungsmittelsicherheit anerkannt und festgehalten, dass die Systeme zur Herstellung von Lebensmitteln besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels sind.

Anlässlich des Welternährungstages im Oktober unterstützt die US-Vertretung bei den UN-Institutionen in Rom die Teilnehmer am Null-Hunger-Lauf (Zero Hunger Run). Veranstaltet wird er von den in Rom ansässigen UN-Institutionen für Ernährung – der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (UN Food and Agriculture Organization – FAO), dem Welternährungsprogramm (World Food Programme – WFP) und dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (International Fund for Agricultural Development – IFAD). (Foto: US-Vertretung bei den UN-Institutionen in Rom).
Anlässlich des Welternährungstages im Oktober unterstützt die US-Vertretung bei den UN-Institutionen in Rom die Teilnehmer am Null-Hunger-Lauf (Zero Hunger Run). Veranstaltet wird er von den in Rom ansässigen UN-Institutionen für Ernährung – der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (UN Foo

Um den Welternährungstag zu begehen, veranstalteten die in Rom ansässigen UN-Institutionen für Ernährung – die FAO, das Welternährungsprogramm und der IFAD – an diesem Tag im vergangenen Monat einen Null-Hunger-Lauf. Mit der Unterstützung von 100 Mitarbeitern der US-Botschaft und ehrenamtlich tätigen amerikanischen Studenten nutzte die US-Vertretung bei den in Rom ansässigen UN-Institutionen die Gelegenheit, um auf den Beitrag aufmerksam zu machen, den die Vereinigten Staaten zur Arbeit der UN-Institutionen im Kampf gegen Hunger leisten. Die Erlöse des Laufes werden FAO-Projekten in Uganda zugutekommen, um dort die Fähigkeiten von Lehrern, Schülern und Studenten im Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels und seiner Bedeutung für die Nahrungsmittelsicherheit im Land zu stärken.

Im Anschluss an den Welternährungstag war die FAO Gastgeber des Ausschusses für Welternährungssicherheit (Committee on World Food Security – CFS). Die US-Delegation, angeführt von Carrie Hessler-Radelet, Leiterin des Peace Corps, stellte die neue Strategie der US-Regierung für globale Nahrungsmittelsicherheit vor. Die neue Strategie, die den Klimawandel als eine der größten Bedrohungen für die Lebensmittelsicherheit anerkennt, baut auf früheren weltweiten Bestrebungen auf, die Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten und spiegelt eine noch umfassendere Herangehensweise der gesamten Regierung wider. Diese behördenübergreifende Herangehensweise zeigte sich auch in der Zusammensetzung der US-Delegation, in der das US-Außen- sowie das US-Landwirtschaftsministerium, das US-Amt für Internationale Entwicklung (U.S. Agency for International Development – USAID) und das Peace Corps vertreten waren. Wie Frau Hessler-Radelet sagte: „Keine Regierung, kein Land und keine Branche kann die Herausforderungen im Zusammenhang mit der globalen Nahrungsmittelsicherheit im Alleingang bewältigen. Wir müssen alle partnerschaftlich zusammenarbeiten, um diejenigen zu erreichen, die am dringendsten Hilfe benötigen.“

Die US-Delegation, angeführt von der Leiterin des Peace Corps, Carrie Hessler-Radelet, beim Ausschuss für weltweite Nahrungsmittelsicherheit der FAO im Oktober. (Foto: US-Vertretung bei den UN-Einrichtungen in Rom).
Die US-Delegation, angeführt von der Leiterin des Peace Corps, Carrie Hessler-Radelet, beim Ausschuss für weltweite Nahrungsmittelsicherheit der FAO im Oktober. (Foto: US-Vertretung bei den UN-Einrichtungen in Rom).

Der politische Wille der Vereinigten Staaten, Hunger zu beseitigen, wurde durch die Verabschiedung des historischen Gesetzes über globale Nahrungsmittelsicherheit (Global Food Security Act) im Juli dieses Jahres festgeschrieben und gestärkt. Das Gesetz, das von beiden Parteien im Kongress breite Unterstützung erfuhr, wird die Führungsrolle der Vereinigten Staaten bei der Gewährleistung von Nahrungsmittelsicherheit festigen. Mit dem Gesetz werden bereits existierende Initiativen – wie beispielsweise Feed the Future – gefördert werden und ihr Fortbestehen gesichert. Feed the Future beinhaltet klimagerechte landwirtschaftliche Praktiken für einen nachhaltigen Produktivitätszuwachs, die verbesserte Anpassung an den Klimawandel und die Verringerung von Treibhausgasemissionen, wo dies angemessen ist.

Die weltweite Zielmarke für das Erreichen von Null Hunger ist 2030; dieses Ziel kann jedoch nicht ohne Berücksichtigung des Klimawandels erreicht werden. Wenn wir sowohl den Klimawandel als auch die Nahrungsmittelsicherheit berücksichtigen, kann die Beseitigung von globaler Armut und globalem Hunger vielleicht noch zu unseren Lebzeiten erreicht werden.

Originaltext: Climate is Changing, Food and Agriculture Must Too