Labor Day: Arbeit im Amerika von heute

Vertreter unterschiedlicher Berufsgruppen (Foto: Shutterstock)

Am 4. September ist Labor Day. Der Tag der Arbeit ist auch in den Vereinigten Staaten ein Feiertag und wird als Gedenktag der Arbeiterbewegung gefeiert. Dieser Artikel von Lenore T. Adkins erschien am 31. August 2017 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums.

Der Labor Day würdigt die Errungenschaften der amerikanischen Arbeiterinnen und Arbeiter, deren Produkte und Dienstleistungen zu den hochwertigsten weltweit zählen.

Nach einem Beschluss des US-Kongresses im Jahr 1894 wurde der Labor Day zu einem gesetzlichen Feiertag, der am ersten Montag im September begangen wird. Dieser Feiertag geht auf die amerikanische Arbeiterbewegung zurück. Heute steht er auch für das inoffizielle Ende des Sommers und schenkt vielen Menschen in den Vereinigten Staaten einen wohlverdienten freien Tag nach harter Arbeit.

Liste der zehn produktivsten Länder, die USA auf Platz 5 hinter Luxemburg, Irland, Norwegen und Belgien
In diesen zehn Ländern ist die Produktivität am höchsten. (Grafik: Julia Maruszewski)

Harte Arbeit

Die Vereinigten Staaten liegen im internationalen Produktivitätsvergleich der OECD an fünfter Stelle. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tragen 68,30 US-Dollar pro Stunde zur Volkswirtschaft des Landes bei. Außerdem arbeiten sie mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen jener vier europäischen Länder, die in Sachen Produktivität vor den Vereinigten Staaten liegen, nämlich durchschnittlich 33,6 Stunden pro Woche.

 

„Mit Blick auf die Produktionsleistung der Arbeitskräfte kann man also mit recht sagen, dass die Vereinigten Staaten zu den leistungsfähigsten Ländern auf der Welt zählen“, sagte Gary Burtless, Senior Fellow an der Brookings Institution.

Wer arbeitet?

Heute gibt es mehr Arbeitsplätze in der amerikanischen Wirtschaft; und die Arbeitslosigkeit sinkt weiter.

Rund 153,5 Millionen Menschen haben Arbeit – das ist laut dem Amt für Arbeitsstatistik (U. S. Bureau of Labor Statistcs – BLS) der höchste Wert seit zehn Jahren. Unterdessen sank im Juli die Arbeitslosenquote auf 4,3 Prozent, das ist der niedrigste Wert seit 16 Jahren.

Die Grafik illustriert die sinkende Arbeitslosenrate in den USA von 9,4 % im Juli 2010 auf 4,3 % im Juli 2017. Grafik: Julia Maruszewski
Die Beschäftigtenzahl steigt, die Arbeitslosenquote hat einen historischen Tiefstand von 4,3 Prozent erreicht. (Grafik: Julia Maruszewski)

US-Arbeitgeber sehen Vielfalt unter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern als Stärke. Aktuelle Statistiken zeigen, dass 56,7 Prozent der Frauen und 17,9 Prozent der Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt teilhaben, so das BLS.

Die Bereiche mit den höchsten Zuwachsraten sind die der Gesundheitsversorgung und der Unternehmensdienstleistungen.

Aussichten

Die verarbeitende Industrie in den Vereinigten Staaten erlebt einen Aufschwung. Seit November 2016 sind in diesem Sektor 100.000 Arbeitsplätze entstanden.

Weitere Einstellungen deuten sich an. Eine Umfrage der ManpowerGroup in der Fertigungsindustrie ergab, dass 17 Prozent der Betriebe in den kommenden Wochen mit der Schaffung weiterer Stellen rechnen. Die ManpowerGroup ist ein multinationaler Personaldienstleister mit Sitz in Milwaukee.

Auflistung von Gesetzen zum Schutz der Arbeitnehmer in den USA. Grafik: Julia Maruszewski
Diese Gesetze wurden zum Schutz der Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eingeführt. (Grafik: Julia Maruszewski)

US-Präsident Donald J. Trump begrüßte vor kurzem die Ankündigungen der Autohersteller Toyota und Mazda sowie des taiwanesischen Elektronikherstellers Foxconn, in den Vereinigten Staaten neue Werke zu eröffnen.

„Foxconn schließt sich einer wachsenden Liste führender Industriebetriebe an, die die Einsicht gewonnen haben, dass das Potenzial der Vereinigten Staaten grenzenlos ist, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter unübertroffen sind und dass die Tage des größten Wohlstands der Vereinigten Staaten vor uns liegen“, sagte Präsident Trump im Weißen Haus.

Die Kleinen sind ganz groß

Kleinunternehmen sind die treibende Kraft im amerikanischen Job-Motor. Kleinunternehmen beschäftigten laut der Small Business Administration 57,9 Millionen Menschen – das ist beinahe die Hälfte aller Beschäftigten in der Privatwirtschaft der Vereinigten Staaten.

Tortendiagramm zeigt den Anteil von Kleinunternehmen in den USA: 99,9 %. Grafik: Julia Maruszewski
Der Anteil von Kleinunternehmen in den Vereinigten Staaten liegt bei 99,9 Prozent. (Grafik: Julia Maruszewski)

Im Vergleich zu anderen Ländern sind die rechtlichen Hürden für eine Unternehmensgründung in den Vereinigten Staaten relativ niedrig, und der Zugang zu den meisten Branchen ist offen, sagen Experten.

Da der Wettbewerb einen Einfluss darauf hat, welchen Preis man für ein Produkt oder eine Dienstleistung verlangen kann, sind talentierte und fleißige Arbeitskräfte unverzichtbar.

„Wenn Sie mehr und bessere Produkte mit weniger Arbeitsaufwand herstellen können, ist das der für Reichtum“, sagte Burtless.

Originaltext: Meet the American worker