Lions Club International (Berlin-Airport Club)

Lions Club International (Berlin-Airport Club)
Berlin, November 13, 2017
CDA Kent Logsdon


Frau Lutter, ich bedanke mich für die freundliche Einführung, und ich danke auch Ihnen, Herr Schulz, für die Einladung, heute Abend hier zu sein. Ich hatte diesen Sommer das Vergnügen, einige Teilnehmer des International Lions Youth Exchange in der Botschaft willkommen zu heißen. Es waren tolle junge Menschen und großartige junge Botschafter für Frieden und internationale Verständigung. Ich habe mich sehr über das Treffen gefreut. Es hat mich wieder deutlich daran erinnert, worum es in Lions Clubs geht – heute wie vor hundert Jahren.

Seit 1917 widmen sich die Lions Clubs über das Geschäftliche hinaus der Verbesserung der Gesellschaft und der Welt. Hier in Deutschland gibt es sie seit 1951.

Der Gedanke der Nachbarschaftshilfe ist ein grundlegender Aspekt der Philosophie der Lions Clubs. Er ist in der Geschichte der Vereinigten Staaten tief verwurzelt und ein grundlegender Teil ihres Nationalcharakters. Diesen Gedanken erneuern die Amerikanerinnen und Amerikaner immer wieder, indem sie ihre Zeit und ihr Talent großzügig für andere einsetzen. Ehrenamtliche engagieren sich als Mentoren für Schulkinder und helfen Schülern, die vor dem Abschluss stehen, am Ball zu bleiben. Sie kümmern sich um Senioren und Veteranen und helfen nach schweren Stürmen beim Wiederaufbau, wie wir es erst kürzlich erlebt haben. Außerhalb ihrer Heimatländer helfen Freiwillige auch Menschen, die von Krieg, Armut und Krankheiten betroffen sind.

Anfang der Sechzigerjahre rief Präsident John F. Kennedy die Amerikanerinnen und Amerikaner auf, nicht zu fragen, was ihr Land oder ihre Regierung für sie tun könne, sondern sich zu fragen, was sie für ihr Land tun können. Millionen junger Amerikanerinnen und Amerikaner sind diesem Aufruf gefolgt. Dieses Jahr jährt sich nicht nur die Entstehung des Lions Club zum hundertsten Mal. 1917 war auch das Geburtsjahr John F. Kennedys. In diesem Jahr, in dem JFK 100 geworden wäre, habe ich oft mit jungen Menschen über sein Vermächtnis gesprochen. Ich habe festgestellt, dass dies eine der Verbindungen zwischen unseren beiden Ländern ist, Teil unserer starken und besonderen Beziehungen.

Die Saat für unsere Partnerschaft im 20. und 21. Jahrhundert wurde in den ersten Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gesät. Der Marshallplan spielte dabei eine Schlüsselrolle, und tatsächlich vergessen wir oft, wie der Marshallplan genau funktionierte und warum er so erfolgreich war. Die Verantwortung für die Investitionen, die er ermöglichte, wurde den Europäern selbst übertragen. Man vertrat damals die Auffassung, dass eine ausländische Regierung oder internationale Organisation nicht nationale Initiativen und Ideen ersetzen oder Probleme vor Ort lösen könne. Infolge der Achtung, die mit dieser einfachen Verfahrensentscheidung transportiert wurde, entstand eine Grundlage von Vertrauen und Eigenverantwortung. Bis zum heutigen Tag sind diese grundlegenden Werte die Basis unserer facettenreichen transatlantischen Beziehungen. Ihr Engagement als Mitglieder des Lions Club trägt maßgeblich zu den erfolgreichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern bei. Diese Beziehungen bestehen nicht nur zwischen dem Präsidenten und der Kanzlerin. Sie existieren zwischen den Regierungen, unseren Streitkräften, im akademischen Bereich, im Tourismus und in der Geschäftswelt. Menschen wie Sie sorgen dafür, dass unsere Partnerschaft funktioniert.

Aber es gibt natürlich auch eine feste Grundlage für die Zusammenarbeit, eine enge Koordinierung unserer beiden Regierungen und offene Kommunikationskanäle auf allen Ebenen. Der Austausch zwischen der Regierung Trump und der Bundesregierung ist sehr eng. Damit will ich nicht sagen, dass wir immer einer Meinung sind. Wir wissen alle, dass es zwischen Partnern in einer langjährigen Beziehung immer mal wieder Meinungsverschiedenheiten gibt. Das haben wir selbst erlebt. Entscheidend ist, dass wir offen und ehrlich mit unseren unterschiedlichen Ansichten umgehen.

Ich war beim ersten Treffen von Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Trump im März im Weißen Haus dabei. Seitdem haben sie sich einige Male getroffen. Sie telefonieren auch regelmäßig. Der Präsident und die Bundeskanzlerin sind sich einig, dass starke und erfolgreiche Vereinigte Staaten gut für Deutschland und die Welt sind und dass umgekehrt dasselbe gilt. Sie sind sich ebenfalls einig, dass es eine starke NATO und eine starke Europäische Union geben muss. Und natürlich halten sie bei großen weltweiten Krisen Rücksprache miteinander, beispielsweise wenn es um die Bedrohung durch das nordkoreanische Atomwaffenprogramm geht.

Durch unsere Zusammenarbeit können wir konstruktive Beiträge zur Bewältigung der zentralen Herausforderungen unserer Zeit leisten. Kein Land kann globale Herausforderungen alleine bewältigen. Die Führungsrolle Deutschlands sowohl in Europa als auch weltweit wird sehr geachtet und geschätzt. Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind heute stärker denn je.

Wie ich schon sagte, ist das zu einem großen Teil dem Engagement von Menschen wie Ihnen zu verdanken. Der Lions Club in diesem Land – diese Ortsgruppe und die anderen 1.500 weiteren Gruppen in Deutschland – leistet fantastische Arbeit.

Vor hundert Jahren stellte der Gründer des Lions Club, Melvin Jones, die einfache Frage, was Menschen bewegen können, wenn sie all ihr Talent investieren, um etwas zum Positiven zu verändern. Die Antwort lautet: einiges. Jeder Einzelne kann etwas bewegen. Ich gratuliere Ihnen zu der langen und stolzen Geschichte der Lions Clubs. Alles Gute zum 100. Geburtstag!