Luftschlag in Syrien

(Foto: Weißes Haus)

Anlässlich des gemeinsamen Luftschlags von Großbritannien, Frankreich und den Vereinigten Staaten in Syrien gab US-Präsident Donald Trump am 13. April 2018 folgende Erklärung ab.

Meine amerikanischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich habe gerade die amerikanischen Streitkräfte angewiesen, Präzisionsluftschläge gegen Ziele durchzuführen, die mit den Chemiewaffenkapazitäten des syrischen Diktators Baschar al-Assad in Verbindung stehen. Zurzeit findet ein gemeinsamer Einsatz mit den Streitkräften Frankreichs und Großbritanniens statt. Wir danken beiden Ländern.

Heute Abend möchte ich erläutern, warum wir diese Maßnahmen ergriffen haben.

Vor einem Jahr griff Assad seine eigene, unschuldige Bevölkerung mit brutalen Chemiewaffen an. Darauf reagierten die Vereinigten Staaten mit 58 Marschflugkörpern, die 20 Prozent der syrischen Luftwaffe zerstörten.

Vergangenen Sonnabend setzte das Assad-Regime erneut Chemiewaffen zur Tötung unschuldiger Zivilisten ein, diesmal in der Stadt Douma, nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus. In diesem Muster, dem die Chemiewaffeneinsätze durch dieses schreckliche Regime folgen, stellt das Massaker eine beträchtliche Eskalation dar.

Bei diesem bösartigen und abscheulichen Angriff wurden Mütter und Väter, Säuglinge und Kinder verletzt, sie wanden sich vor Schmerzen und rangen nach Luft. So handelt kein Mensch, es ist vielmehr das Verbrechen eines Monsters.

Nach den Gräueln des Ersten Weltkriegs vor einem Jahrhundert taten sich zivilisierte Nationen zusammen, um die chemische Kriegsführung zu verbieten. Chemiewaffen stellen nicht nur eine besondere Gefahr dar, weil sie schreckliches Leid verursachen, sondern auch, weil bereits kleine Mengen große Zerstörung anrichten können.

Ziel unserer Maßnahmen heute Abend ist es, eine effektive Abschreckung zu erreichen, die Produktion, Verbreitung und Einsatz chemischer Waffen verhindert. Derartige Abschreckungsmaßnahmen sind für das nationale Sicherheitsinteresse der Vereinigten Staaten unverzichtbar. Die gemeinsame Reaktion Großbritanniens, Frankreichs und der Vereinigten Staaten auf diese Gräueltaten umfasst alle Instrumente unserer nationalen Macht – militärische, wirtschaftliche und diplomatische. Wir sind bereit, diese Maßnahmen aufrechtzuerhalten, bis das syrische Regime den Einsatz verbotener chemischer Kampfstoffe beendet.

Ich habe heute Abend auch eine Botschaft für die beiden Regierungen, die vornehmlich für die Unterstützung, Ausrüstung und Finanzierung des kriminellen Assad-Regimes verantwortlich sind.

An Iran und Russland gerichtet, frage ich: Welches Land möchte mit dem Massenmord an unschuldigen Frauen, Männern und Kindern in Verbindung gebracht werden?

Man kann die Länder der Welt nach den Freundschaften beurteilen, die sie pflegen. Kein Land kann dauerhaft erfolgreich sein, wenn es Schurkenstaaten, brutale Tyrannen oder mordende Diktatoren unterstützt.

2013 versprachen Präsident Putin und seine Regierung der ganzen Welt, die Beseitigung der Chemiewaffen in Syrien zu gewährleisten. Der jüngste Angriff von Assad – und die heutige Reaktion – sind das unmittelbare Ergebnis des russischen Scheiterns, diese Zusage einzuhalten.

Russland muss sich entscheiden, ob es diesen dunklen Weg weitergehen oder sich als Kraft für Stabilität und Frieden den zivilisierte Nationen anschließen will. Hoffentlich werden wir eines Tages mit Russland auskommen und vielleicht sogar mit Iran, vielleicht aber auch nicht.

Folgendes kann ich sagen: Als größte und mächtigste Volkswirtschaft der Weltgeschichte haben die Vereinigten Staaten viel zu bieten.

In Syrien unternehmen die Vereinigten Staaten – mit nur wenigen Streitkräften zur Beseitigung der Überreste der IS-Terrormiliz – alles Erforderliche zum Schutz der amerikanischen Bevölkerung. Im vergangenen Jahr wurden beinahe 100 Prozent der Gebiete, die in Syrien und im Irak zum so genannten IS-Kalifat gehörten, befreit und die IS-Terrormiliz beseitigt.

Die Vereinigten Staaten haben zudem ihre Freundschaften überall im Nahen Osten wieder aufgebaut. Wir haben unsere Partner gebeten, mehr Verantwortung für die Sicherheit ihrer Heimatregionen zu übernehmen, indem sie unter anderem auch einen großen finanziellen Beitrag für Ressourcen, Ausrüstung und alle Bestrebungen zur Bekämpfung der IS-Terrormiliz leisten. Ein stärkeres Engagement unserer Freunde, darunter Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Ägypten und andere Länder, kann sicherstellen, dass Iran nicht von der Auslöschung der IS-Terrormiliz profitiert.

Unter keinen Umständen streben die Vereinigten Staaten eine unbegrenzte Präsenz in Syrien an. Mit stärkeren Beiträgen anderer Nationen rückt der Tag näher, an dem wir unsere Soldatinnen und Soldaten nach Hause holen können. Sie sind eine großartige Truppe.

Mit Blick auf die Probleme auf der Welt machen sich die Amerikanerinnen und Amerikaner keine Illusionen. Wir können die Welt nicht vom Bösen befreien oder überall tätig werden, wo es Tyrannei gibt.

Weder amerikanisches Blut noch amerikanisches Geld können dauerhaften Frieden und anhaltende Sicherheit im Nahen Osten herbeiführen. Es ist eine Krisenregion. Wir werden versuchen, die Lage zu verbessern, aber es ist eine Krisenregion. Die Vereinigten Staaten werden ein Partner und Freund sein, aber das Schicksal der Region liegt in den Händen der Menschen, die dort leben.

Im vergangenen Jahrhundert haben wir unmittelbar in die dunkelsten Abgründe der menschlichen Seele geblickt. Wir haben die Verzweiflung gesehen, die hervorgerufen werden und das Böse, das um sich greifen kann. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges wurden mehr als eine Million Menschen durch chemische Waffen verletzt oder getötet. Dieses grausige Schreckgespenst wollen wir nie wieder erleben.

Aus diesem Grund setzen Großbritannien, Frankreich und die Vereinigten Staaten von Amerika heute ihre rechtmäßige Macht gegen Barbarei und Brutalität ein.

Heute Abend bitte ich alle Amerikanerinnen und Amerikaner, für unsere edlen Soldatinnen und Soldaten und unsere Verbündeten zu beten, während sie ihren Auftrag ausführen.

Wir beten, dass Gott den leidenden Menschen in Syrien Trost spenden möge. Wir beten, dass Gott die gesamte Region in eine Zukunft in Würde und Frieden führen möge.

Und wir beten, dass Gott weiterhin über die Vereinigten Staaten von Amerika wachen und sie segnen möge.

Danke und gute Nacht. Danke.

Originaltext: Statement by President Trump on Syria