McDonald’s Deutschland: Arbeitsplatz und Sprachlabor zugleich

Der CEO von McDonald’s Deutschland, Holger Beeck, mit dem Firmenmaskottchen Ronald McDonald 2015 bei einer Wohltätigkeitsgala. (© Getty Images/Phil Moore)
Angestellte vor dem McDonald's-Logo (mit freundlicher Genehmigung von McDonald's Deutschland)
McDonald’s Deutschland, die größte Restaurantkette in Deutschland, beschäftigt Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus 125 Ländern. (Foto mit freundlicher Genehmigung von McDonald’s Deutschland)

BERLIN – (AD) – McDonald’s Deutschland hat seit 2015 landesweit über 900 Flüchtlinge eingestellt und damit bei der Integration von Flüchtlingen geholfen. Dafür erhält das Unternehmen in diesem Jahr den Secretary of State’s Award for Corporate Excellence (ACE). Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag, der dazu am 16. Dezember 2016 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, erschienen ist.

Der Vorstandsvorsitzende und Präsident der Fast-Food-Kette McDonald’s Deutschland war noch nie dabei gewesen, wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den führenden Unternehmern der größten deutschen Konzerne an einen Tisch gesetzt hatte.

Aber im September war CEO Holger Beeck im Bundeskanzleramt, weil McDonald’s mehr als 900 Flüchtlinge eingestellt hat, mehr als jedes andere Unternehmen, das an diesem Treffen teilnahm. Thema der Versammlung war die Integration derjenigen, die vor dem Krieg in Syrien oder anderen schlimmen Umständen geflohen sind.

„Fremdenhass hat bei McDonald’s keinen Platz“, sagte Beeck. „Bei uns lernen diese Zuwanderer nicht nur etwas über die Arbeit, sondern auch etwas über die [deutsche] Kultur. Sie lernen uns kennen und wir sie.“

Für dieses Engagement erhält McDonald’s Deutschland 2016 den Award for Corporate Excellence des US-Außenministeriums, mit dem Tochtergesellschaften von US-Unternehmen ausgezeichnet werden, die vorbildhaft für amerikanische Unternehmenswerte und ethische Wertvorstellungen stehen.

McDonald’s bot für die dort beschäftigten 58.000 Zuwanderer aus 125 Ländern bereits Online-Sprachkurse an.

„Wir haben bei McDonald’s jahrelange Erfahrung darin, Menschen eine Chance zu geben“, sagt Personalvorstand Gabriele Fanta.

McDonald’s, das Löhne über dem gesetzlichen Mindestlohn zahlt, hat bei der Einstellung und der Überwindung bürokratischer Hürden bei der Erteilung von Arbeitserlaubnissen eng mit der Bundesagentur für Arbeit zusammengearbeitet.

Fouad Abou Meilek, Restaurantmanager bei McDonald’s in Dätgen, arbeitete ehrenamtlich als Dolmetscher für Arabisch in einem Jobcenter, als er den 27-jährigen Flüchtling Ahmad Sakka kennenlernte, der wie er Syrer war. „Warum kommst du nicht zu uns?“, fragte er den ehemaligen Matrosen.

Meilek konnte sich in Sakka hineinversetzen. Der ehemalige Mathelehrer kam 1999 zum Studium nach Deutschland und jobbte bei McDonald’s. Es gefiel ihm so gut, dass er dort eine berufliche Laufbahn einschlug.

Sakka „macht seine Arbeit richtig gut“, sagt Restaurantbesitzerin Diane Cichon, die zahlreiche Flüchtlinge eingestellt hat und einen Deutschlehrer beschäftigt, der sie regelmäßig unterrichtet. „Es ist eine wahre Freude, mit ihm zu arbeiten.“

Obwohl Sakka gerne wieder zur See fahren würde, ist er für die Hilfe dankbar, die ihm McDonald’s bei „diesem ersten Schritt“ zu einem neuen Leben bietet.

„Wir fangen mit einfachen Arbeiten an, für die keine großen Sprachkenntnisse erforderlich sind. Die Mitarbeiter werden anhand von Piktogrammen angeleitet“, erklärt Beek. „Aber sie arbeiten in der Küche mit Kollegen und Kolleginnen zusammen, die Deutsch sprechen, und so lernen sie es bald auch.“

Fanta sagt, es gebe zwar ausreichend Beförderungschancen, aber „wenn sie uns in zwei Jahren für eine bessere Stelle verlassen, ist das auch in Ordnung“.

„Ich glaube, wir leisten damit einen großen gesellschaftlichen Beitrag“, meint Beeck. Beim Treffen im Bundeskanzleramt im Rahmen der Initiative „Wir zusammen“ zur Integration von Geflüchteten, „stimmten dem alle am Tisch zu, Angela Merkel eingeschlossen“.

Zu den anderen ACE-Preisträgern des Jahres 2016 gehören Bureo und Interface, die Fischernetze recyceln und daraus Skateboards und Teppiche machen, General Electric, das für sein nur mit Frauen besetztes Geschäftszentrum in Saudi Arabien ausgezeichnet wurde, Andela, das Softwareentwickler in Lagos in Nigeria ausbildet, und das Kupferbergbauunternehmen Sociedad Minera Cerro Verde, mehrheitlich im Besitz von Freeport-McMoRan, das sich eine neue Kläranlage mit der Stadt Arequipa in Peru teilt.

Originaltext: For refugees in Germany, McDonald’s restaurants are a job and a language lab