Den Menschenhandel beenden: unsere gemeinsame Verantwortung

Papst Franziskus (links) bei einer Audienz mit Opfern von Menschenhandel 2016 in Rom. (Foto: L'Osservatore Romano/Pressepoolfoto/AP)

Am 18. Oktober 2018 ist der 10. EU-Tag zur Bekämpfung des Menschenhandels. In diesem Artikel auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, wird an unsere gemeinsame Verantwortung erinnert, den Menschenhandel zu beenden.

Yosief Abrham Mehari arbeitete 2011 als Arzt in Khartum, der Hauptstadt und größten Stadt im Sudan, als ihm bewusst wurde, dass die Opfer von Menschenhandel, die er behandelte, mehr brauchten, als die medizinische Behandlung, die er ihnen bieten konnte. „Also erzählte ich Verwandten und Freunden davon und fragte sie, was ich tun könne,“ erzählte er.

Mehari gründete mit zwei Freunden ein Frauenhaus in Khartum, in dem heute 65 Frauen und Kinder leben. Dort werden Menschenhandelsopfer medizinisch und psychologisch betreut, außerdem erhalten sie Rechtsberatung und eine Ausbildung.

Dr. Yosief Abrham Mehari (Foto: US-Außenministerium)
Dr. Yosief Abrham Mehari (Foto: US-Außenministerium)

Dr. Mehari gehört zu den 10 Personen, die das US-Außenministerium am 28. Juni 2018 in Washington für ihren Einsatz bei der Bekämpfung von Menschenhandel in ihren Heimatändern und weltweit auszeichnete.

„Die meisten Opfer haben keine Familie und niemanden, der sich für sie einsetzt“, sagte Mehari über die vielen hundert Menschen, denen er im Laufe der letzten sieben Jahre geholfen hat. Er steht auch mit den sudanesischen Behörden und Dienstleistungsanbietern in Kontakt, damit die Opfer angemessene Hilfe erhalten und der Versuch unternommen wird, die Menschenhändler zur Rechenschaft zu ziehen.

Dem Menschenhandelsbericht 2018 zufolge, den das US-Außenministerium am 28. Juni herausgegeben hat, liegt die Zahl der Menschenhandelsopfer weiter im achtstelligen Bereich. Der jährlich veröffentlichte Bericht wertet die Menschenhandelslage in 187 Ländern aus, darunter auch die Vereinigten Staaten, um die Regierungen dabei zu unterstützen, Bedrohungen wahrzunehmen, damit die Strafverfolgungsbehörden in aller Welt effektiv darauf reagieren können.

 

US-Außenminister Mike Pompeo und die hochrangige Beraterin im Weißen Haus, Ivanka Trump, überreichen Maizidah Salas, die sich für ehemalige Menschenhandelsopfer einsetzt, einen Preis. (Foto: Yuri Gripas/Reuters)
US-Außenminister Mike Pompeo und die hochrangige Beraterin im Weißen Haus, Ivanka Trump, überreichen Maizidah Salas, die sich für ehemalige Menschenhandelsopfer einsetzt, einen Preis. (Foto: Yuri Gripas/Reuters)
Blessing Okoedion (Foto: Andrew Medichini/AP Images)
Blessing Okoedion (Foto: Andrew Medichini/AP Images)

„Menschenhandel ist ein globales, aber auch ein lokales Problem“, sagte US-Außenminister Mike Pompeo bei einer Zeremonie zur Veröffentlichung des Berichts und zur Auszeichnung der zehn Heldinnen und Helden. „Menschenhandel kann im Lieblingsrestaurant, in einem innerstädtischen Hotel, in der Landwirtschaft oder im Haushalt der Nachbarn vorkommen.“

Auch Blessing Okoedion wird in diesem Jahr vom US-Außenministerium als Heldin ausgezeichnet. Sie hatte seit fünf Jahren ihren Abschluss der Universität in Nigeria, als man ihr glauben machte, es gäbe für sie einen Arbeitsplatz in ihrem Bereich im Ausland. Stattdessen wurde sie in Italien zur Prostitution gezwungen.

„Ich war enttäuscht und das miserable Leben auf der Straße leid“, sagte sie End Slavery, einer Initiative des Vatikans zur Bekämpfung von Menschenhandel, „Bis ich eines Tages den Mut fasste, mich an die Polizei zu wenden und um Hilfe zur Rückkehr in mein Heimatland zu bitten.“ Die Polizei brachte sie in eine von katholischen Nonnen betriebene Unterkunft.

Seitdem setzt Okoedion sich dafür ein, dem Menschenhandel in Italien und ihrem Heimatland Nigeria ein Ende zu bereiten. Sie hat mit katholischen Organisationen zusammengearbeitet, um Gemeinden darüber aufzuklären, wie man Menschenhandel erkennen kann und jungen Frauen erklärt sie, wie sie vermeiden ihm zum Opfer zu fallen.

„Ob jung oder alt, jeder muss seinen Teil dazu beitragen, diese moderne Form der Sklaverei zu beenden“, sagte sie, „damit jeder Mensch das Geschenk der Freiheit und Würde genießen kann.“

Hier finden Sie Informationen über die anderen Heldinnen und Helden, die das US-Außenministerium ausgezeichnet hat.

Originaltext: Ending human trafficking: A responsibility we all share