NATO-Botschafter a.D. Hunter

Robert E. Hunter, von 1993 bis 1998 US-Botschafter bei der NATO, befindet sich derzeit auf Deutschlandbesuch und sprach in der Amerikanischen Botschaft in Berlin mit deutschen Journalisten. Botschafter Hunter, Senior Fellow am Zentrum für Transatlantische Beziehungen der Johns Hopkins Universität (SAIS) in Washington, erklärte Deutschland nachdrücklich zum „zentralen Partner“ im Hinblick auf transatlantische Beziehungen. Er erläuterte die Bedeutung Deutschlands im Zusammenhang mit einer Reihe gemeinsamer Herausforderungen wie dem IS, Russland und der Ukraine, dem Kampf gegen den Extremismus im Nahen Osten und der engeren Verflechtung der NATO mit der EU. Er sagte, dass vom NATO-Gipfel in Wales ein deutliches Zeichen ausging, dass die Vereinigten Staaten sich nach wie vor in Europa engagieren und ihrer Verpflichtung aus Artikel V nachkommen werden. Er erklärte auch, dass Präsident Obama die „Hinwendung nach Asien“ als Metapher aus dem Basketball erläutert habe, die beinhalte, dass die Vereinigten Staaten ihr Standbein fest in Europa verankern, um sich von dort aus gen Osten zu wenden, um auf dieser stabilen Grundlage mit dortigen Partnern zusammenzuarbeiten. Botschafter Hunter sagte, Deutschland sei nun unser Standbein, als die am weitesten im Osten liegende Volkswirtschaft in Europa mit den engsten wirtschaftlichen Verbindungen zu den osteuropäischen Staaten. Er sagte, dass Deutschland und die Vereinigten Staaten im Zentrum der Bewältigung der sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit stehen sollten. Botschafter Hunter sagte, er habe bereits seit langer Zeit eine weitaus engere Zusammenarbeit zwischen NATO und EU angemahnt. Er betonte auch, dass die NATO nicht nur eine militärische Zusammenarbeit, sondern eine allgemeine sicherheits- und wirtschaftspolitische Zusammenarbeit anstreben sollte.