Enthüllung der Denkmäler vor dem NATO-Hauptquartier

Denkmal zur Erinnerung an den 11. September 2001 (Foto: US Mission to NATO)

BRÜSSEL – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die US-Präsident Donald J. Trump am 25. Mai 2017 bei der Enthüllung der Denkmäler zur Erinnerung an die Berliner Mauer und den 11. September vor dem neuen Hauptquartier der NATO in Brüssel hielt.

Vielen Dank, Herr Generalsekretär. Bundeskanzlerin Merkel, herzlichen Dank. Sehr geehrte Staats- und Regierungschefs, ich fühle mich geehrt, mit Mitgliedern eines Bündnisses hier zu sein, das auf der ganzen Welt für Sicherheit und Frieden eintritt.

Premierministerin May, alle hier vertretenen Länder trauern mit Ihnen und stehen Ihnen zur Seite. Ich möchte Sie nun bitten, in einer Schweigeminute der Opfer und Familien des brutalen Anschlags in Manchester zu gedenken. [Schweigeminute]

Vielen Dank. Schreckliche Sache.

Diese Zeremonie gilt sowohl der Erinnerung als auch der Entschlossenheit. Wir erinnern an und trauern um die fast 3.000 unschuldigen Menschen, die am 11. September 2001 grausam von Terroristen ermordet wurden. Unsere NATO-Bündnispartner reagierten umgehend und entschlossen, indem sie zum ersten Mal in der Geschichte der NATO den Bündnisfall nach Artikel 5 erklärten.

Der jüngste Anschlag in Manchester in Großbritannien zeigt die Abgründe des Bösen, mit denen der Terrorismus uns konfrontiert. Unschuldige junge Mädchen und sehr viele andere wurden auf grausame Weise getötet oder schwer verletzt, als sie ein Konzert besuchten – wunderbare Menschen mit so großartigem Potenzial, die ihren Familien für immer und ewig entrissen wurden. Es war ein barbarischer und scheußlicher Angriff auf unsere Gesellschaft.

Alle Menschen, die das Leben lieben, müssen sich zusammentun und diese Mörder und Extremisten – und, ja, Versager – finden, entlarven und beseitigen. Es sind Versager. Wo immer sie in unseren Gesellschaften leben, müssen wir sie vertreiben und dürfen ihnen nie wieder Zutritt gewähren.

Zur Vertreibung der Terroristen habe ich auch bei einer von Saudi-Arabien ausgerichteten historischen Versammlung arabischer und muslimischer Staats- und Regierungschefs der Region aufgerufen. Ich habe mich dort intensiv mit König Salman unterhalten, einem weisen Mann, der möchte, dass sich die Dinge schnell deutlich bessern. Die Staats- und Regierungschefs haben sich bei diesem beispiellosen Treffen darauf geeinigt, die radikale Ideologie, die zu diesem schrecklichen Terrorismus überall auf der Welt führt, nicht weiter zu finanzieren.

Meine Reisen und Treffen haben mir neue Hoffnung gegeben, dass sich Nationen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zusammentun können, um den Terrorismus zu besiegen, der eine Bedrohung für die gesamte Menschheit darstellt. Der Terrorismus muss zum Stillstand gebracht werden, oder das Grauen, das wir in Manchester und an so vielen anderen Orten erlebt haben, wird sich ewig weiter fortsetzen. Tausende und abertausende Menschen strömen in verschiedene Länder und breiten sich dort aus, und in vielen Fällen haben wir keine Ahnung, wo sie sind. Wir müssen hart sein. Wir müssen stark sein. Und wir müssen wachsam sein.

Die NATO der Zukunft muss einen deutlichen Schwerpunkt auf Terrorismus und Einwanderung und ebenso auf die Bedrohungen legen, die von Russland ausgehen und an der östlichen und südlichen Grenze der NATO auftreten. Diese schwerwiegenden Sicherheitsbelange sind der Grund dafür, dass ich gegenüber Generalsekretär Stoltenberg und den Mitgliedern des Bündnisses so direkt angesprochen habe, dass die NATO-Mitglieder endlich ihren gerechten Anteil beitragen und ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen müssen, denn 23 der 28 Mitgliedsstaaten zahlen noch immer nicht, was sie für ihre Verteidigung zahlen sollten.

Dies ist gegenüber den Steuerzahlern in den Vereinigten Staaten nicht fair. Viele dieser Staaten schulden noch hohe Beträge aus vergangenen Jahren, in denen sie nicht gezahlt haben. In den letzten acht Jahren haben die Vereinigten Staaten mehr für Verteidigung ausgegeben als alle anderen NATO-Staaten zusammen. Wenn alle NATO-Mitglieder letztes Jahr nur zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgegeben hätten, stünden uns jetzt 119 Milliarden US-Dollar mehr für unsere kollektive Verteidigung und für die Finanzierung zusätzlicher NATO-Reserven zur Verfügung.

Wir sollten anerkennen, dass bei diesen permanent zu geringen Zahlungen und zunehmenden Bedrohungen auch zwei Prozent des BIP noch nicht ausreichen, um die Lücken bei der Modernisierung, der Einsatzbereitschaft und der Truppengröße zu schließen. Wir müssen für die vielen verlorenen Jahre einen Ausgleich schaffen. Zwei Prozent sind das absolute Minimum, um den sehr realen und sehr grausamen Bedrohungen der heutigen Zeit begegnen zu können. Wenn die NATO-Mitgliedsländer ihren vollen Beitrag leisten würden, wäre die NATO noch stärker, als sie es heute ist, und insbesondere besser für die Bedrohung des Terrorismus gerüstet.

Ich danke dem 9/11 Memorial and Museum in New York dafür, dass es diesen Überrest des Nordturms zur Verfügung gestellt hat, und ich danke Bundeskanzlerin Merkel und den deutschen Bürgerinnen und Bürgern, die dieses Teilstück der Berliner Mauer gespendet haben. Es ist sehr passend, dass diese beiden Artefakte nun hier im NATO-Hauptquartier so nah nebeneinander stehen. Ich habe mich im Übrigen nie danach erkundigt, was das neue NATO-Hauptquartier gekostet hat. Ich weigere mich, das zu tun. Aber es ist schön.

Jedes dieser Denkmäler steht für einen entscheidenden Augenblick in der Geschichte dieses Bündnisses und dem immerwährenden Kampf zwischen Gut und Böse. Auf der einen Seite ein Denkmal für den Sieg unserer Ideale über die totalitäre Ideologie des Kommunismus, die auf die Unterdrückung von Millionen von Menschen ausgerichtet war, auf der anderen Seite eine schmerzhafte Erinnerung an das barbarische Böse, das es auf der Welt noch immer gibt und gegen das wir gemeinsam als Gruppe, als eine Welt, vorgehen und das wir besiegen müssen.

Dieses verbogene Stück Stahl erinnert uns nicht nur an das, was wir verloren haben, sondern auch an das, was für immer währt: den Mut unserer Bevölkerung, die Stärke unserer Entschlossenheit und die Verpflichtungen, die uns verbinden.

Nie werden wir die Menschen vergessen, die ihr Leben verloren haben. Nie werden wir die Freunde im Stich lassen, die uns zur Seite gestanden haben. Und nie werden wir in unserer Entschlossenheit wanken, den Terrorismus zu besiegen und dauerhaft Sicherheit, Wohlstand und Frieden zu erreichen.

Vielen herzlichen Dank. Es ist eine große Ehre, hier zu sein. Vielen Dank.

Originaltext: Remarks by President Trump at NATO Unveiling of the Article 5 and Berlin Wall Memorials – Brussels, Belgium