Obama vor der Islamic Society of Baltimore

President Barack Obama delivers remarks at the Islamic Society of Baltimore mosque and Al-Rahmah School in Baltimore, Maryland, Feb. 3, 2016. (Official White House Photo by Pete Souza)

3. Februar 2016

Rede von Präsident Obama in der Moschee der Islamic Society of Baltimore in Baltimore (Maryland)

Guten Tag. Sabah, vielen Dank für die wunderbare Einführung und dein gutes Vorbild – für die Hingabe, mit der du dich für deinen Glauben, deine Ausbildung und die Unterstützung anderer einsetzt. Du bist uns eine Inspiration. Du wirst eine tolle Ärztin werden. […]

Ich danke allen hier bei der Islamic Society of Baltimore Anwesenden, dass Sie mich heute willkommen heißen. Ich danke den muslimisch-amerikanischen Führungspersönlichkeiten aus der ganzen Stadt und dem Bundesstaat und allen, die sogar aus anderen Bundesstaaten angereist sind, um hier sein zu können. Ich begrüße den hier anwesenden Kongressabgeordneten John Sarbanes. Außerdem begrüße ich zwei weitere große Führungspersönlichkeiten und stolze muslimische Amerikaner aus dem Kongress: den Kongressabgeordneten Keith Ellison aus dem wunderbaren Minnesota und den Kongressabgeordneten André Carson aus dem wunderbaren Indiana.

Diese Moschee erzählt, wie so viele in unserem Land, eine für die Vereinigten Staaten typische Geschichte. Sie sind schon seit fast einem halben Jahrhundert Teil dieser Stadt. Sie sind für Tausende Familien da. Einige leben bereits seit Jahrzehnten hier, andere sind aus unterschiedlichen Ländern eingewandert und haben daran gearbeitet, stolze amerikanische Staatsbürger zu werden.

Viele Amerikaner haben noch nie eine Moschee besucht. Wenn Sie heute zuschauen und noch nie in einer Moschee waren, möchte ich Ihnen sagen: Denken Sie an Ihre Kirche, Ihre Synagoge oder Ihren Tempel, dann wird Ihnen eine Moschee wie diese sehr vertraut vorkommen. Hierher kommen Familien um zu beten und ihre Liebe zu Gott und füreinander auszudrücken. Es gibt hier eine Schule, an der Lehrer jungen Menschen helfen, ihren Horizont zu erweitern. Kinder spielen Baseball, Football und Basketball, und zwar Jungen und Mädchen, und ich habe gehört, sie sollen ziemlich gut sein. Hier treffen sich Wölflinge und Pfadfinderinnen, um den Treueschwur auf die Fahne zu leisten.

Durch religionsübergreifenden Dialog schlagen Sie Brücken des Verständnisses zu anderen Glaubensgemeinschaften – Christen und Juden. Es gibt ein Gesundheitszentrum, in dem Bedürftige unabhängig von ihrer Konfession behandelt werden. Mitglieder dieser Moschee engagieren sich auch in der Gemeinde außerhalb der Moschee für soziale Gerechtigkeit und Stadtentwicklung. Als Wähler kommen Sie hierher, um Wahlbewerber kennenzulernen. Ein Mitglied Ihrer Gemeinde sagte es so: „Sehen Sie nur, wie wir leben – wir sind echte Amerikaner.“

Deshalb möchte ich zuerst einmal etwas sagen, das muslimische Amerikanerinnen und Amerikaner nicht oft genug hören, und zwar: danke. Danke, dass Sie Ihrer Gemeinschaft dienen. Danke, dass Sie das Leben Ihrer Nachbarn verbessern und helfen, dass wir als amerikanische Familie stark und geeint bleiben. Dafür sind wir dankbar.

Auch aus diesem Grund bin ich heute hier. Ich weiß, dass muslimische Gemeinden in unserem ganzen Land in dieser Zeit besorgt und, offen gesagt, auch verängstigt sind. Wie alle Amerikanerinnen und Amerikaner machen Sie sich Sorgen wegen der Bedrohung durch Terrorismus. Für Sie als muslimische Amerikaner kommt allerdings die Sorge hinzu, dass ihre Gemeinschaft häufig pauschal für die Straf- und Gewalttaten einiger weniger verurteilt wird.

Die muslimisch-amerikanische Gemeinschaft ist relativ klein – sie besteht aus nur wenigen Millionen Menschen. Aus diesem Grund haben die meisten Amerikaner nicht unbedingt muslimische Bekannte – oder es ist ihnen nicht bewusst. Daher erfahren viele nur nach Terroranschlägen aus den Nachrichten etwas über Muslime und den Islam, oder durch verzerrte Fernseh- oder Filmporträts, die ein sehr verfälschtes Bild entstehen lassen.

Seit dem 11. September und zuletzt seit den Anschlägen in Paris und San Bernardino haben Sie zu oft erlebt, dass Menschen von den grausamen Terroranschlägen Rückschlüsse auf eine ganze Glaubensgemeinschaft ziehen. Und natürlich haben wir kürzlich auch unentschuldbare politische Aussagen über muslimische Amerikaner gehört, für die es in unserem Land keinen Platz gibt.

So ist es keine Überraschung, dass sich Drohungen gegenüber und Diskriminierung von muslimischen Amerikanern zunehmen. Zweimal wurden in dieser Moschee im vergangenen Jahr Ihre Kinder bedroht. Überall im Land werden Frauen die, wie Sabah Kopftuch tragen, zum Ziel von Angriffen. Kinder werden eingeschüchtert. Moscheen werden mutwillig zerstört. Amerikanische Sikhs und andere, die für Muslime gehalten werden, werden ebenfalls angegriffen.

Ich hatte gerade die Gelegenheit, einige außergewöhnliche muslimische Amerikanerinnen und Amerikaner aus dem ganzen Land mit den unterschiedlichsten Berufen kennenzulernen. Einige sind Ärzte, andere führende Gemeinschafts- oder Gemeindevertreter. Sie alle leisten außergewöhnliche Arbeit, nicht nur in der muslimischen Gemeinde, sondern auch in ihrer amerikanischen Gemeinschaft. Sie sind stolz auf Ihre Arbeit in der Wirtschaft, im Bildungswesen und im Namen der sozialen Gerechtigkeit, von Umwelt und Bildung. Ich sollte vielleicht betonen, dass sie alle sehr viel jünger waren als ich, was in letzter Zeit immer öfter vorkommt. Wenn man von ihrer außergewöhnlichen Arbeit hört, ist es unmöglich, sich nicht davon inspirieren zu lassen. Aber es ist ebenso unmöglich, nicht erschüttert darüber zu sein, welche Sorgen und Ängste sie haben.

Einige von ihnen sind Eltern und haben erzählt, dass ihre Kinder sie gefragt haben, ob man sie zwingen wird, das Land zu verlassen oder sie verhaften wird. Sie haben gefragt, warum die Menschen sie so behandeln. Gespräche wie diese sollte man mit Kindern nicht führen müssen – nicht in diesem Land. Nicht zu dieser Zeit.

Diese Sorge spiegelt sich auch in den Briefen, die ich von Muslimen aus ganz Amerika bekomme. Mir haben Menschen geschrieben, dass sie sich wie Staatsbürger zweiter Klasse fühlen. Mir haben Mütter geschrieben, dass es ihnen jede Nacht weh ums Herz wird, wenn sie daran denken, wie ihre 13-jährigen Töchter vielleicht in der Schule behandelt werden. Ein 13-jähriges Mädchen aus Ohio schrieb mir: „Ich habe Angst.“ Ein Mädchen aus Texas unterschrieb seinen Brief mit den Worten „eine verwirrte 14-jährige, die versucht, ihren Platz auf der Welt zu finden“.

Das sind Kinder wie meine eigenen. Und die Vorstellung, dass sie an sich zweifeln und in einer Zeit, in der sie schon genügend Sorgen haben – denn es ist schwierig genug, ein Teenager zu sein – in diesem unseren großartigen Land nicht wissen, wo sie hingehören – das passt nicht zu uns.

Wir sind eine amerikanische Familie. Und wenn ein Teil unserer Familie beginnt, sich nicht mehr zugehörig, als Mensch zweiter Klasse oder als Angriffsziel zu fühlen, dann bringt das die Grundfesten unserer Nation ins Wanken.

Es ist eine Herausforderung für unsere Werte – und das heißt, dass noch sehr viel Arbeit vor uns liegt. Wir müssen sie direkt angehen. Wir müssen ehrlich und klar damit umgehen. Und wir müssen uns offen äußern. Dies ist eine Zeit, in der wir als Amerikaner einander wirklich zuhören und voneinander lernen müssen. Und ich glaube, das muss mit dem Wissen um einige grundlegende Fakten anfangen. Ich erwähne diese Fakten, obwohl sie vielen hier offensichtlich erscheinen mögen, weil es leider keine Fakten sind, die durch unsere Medien regelmäßig kommuniziert werden.

Fangen wir also hiermit an: Seit mehr als tausend Jahren fühlen sich die Menschen von der Friedensbotschaft des Islam angezogen. Das Wort Islam selbst kommt von Salam – Frieden. Die übliche Begrüßung ist Salam aleikum – Friede sei mit dir. Und wie so viele Glaubensrichtungen ist der Islam tief verwurzelt in dem Bekenntnis zu Mitgefühl und Gnade, Gerechtigkeit und Wohltätigkeit. Wer ins Paradies kommen möchte, so hat es der Prophet Mohammed gelehrt, „soll die Menschen so behandeln, wie er selbst behandelt werden möchte“. Für Menschen, die wie ich Christen sind, klingt das vermutlich vertraut.

Die 1,6 Milliarden Muslime auf der Erde sind so vielfältig wie die Menschheit an sich. Sie sind Araber oder Afrikaner. Sie kommen aus Ländern von Mittelamerika bis Südostasien, Brasilien, Nigeria, Bangladesch, Indonesien. Sie sind weiß, braun oder schwarz. Es gibt eine große afroamerikanisch-muslimische Gemeinschaft. Diese Vielfalt ist heute hier vertreten. Ein 14-jähriger muslimischer Junge aus Texas sprach vielen aus der Seele, als er mir schrieb: „Wir wollen nur in Frieden leben.“

Noch eine wichtige Tatsache: Der Islam war schon immer Teil Amerikas. Viele der Sklaven, die in der Kolonialzeit aus Afrika hier hergebracht wurden, waren Muslime. Selbst in Gefangenschaft hielten einige an ihrem Glauben fest. Manche gewannen ihre Freiheit und wurden vielen Amerikanern bekannt. Als die Religionsfreiheit in unserer Verfassung und der Bill of Rights verankert wurde, war es unseren Gründervätern ernst damit, dass sie für alle Religionen gelten sollte.

Damals wurden Muslime häufig Mohammedaner genannt. Thomas Jefferson schrieb, dass das Virginia-Statut für religiöse Freiheit entwickelt worden war, um alle Glaubensrichtungen zu schützen, ich zitiere: „den Juden und den Nichtjuden, den Christen und den Mohammedaner.“

Jefferson und John Adams besaßen eigene Ausgaben des Koran. Benjamin Franklin schrieb: „Selbst wenn der Mufti von Konstantinopel einen Missionar schicken würde, der uns predigen soll, würde er eine Kanzel finden, von der aus er das tun kann.“ Das ist also nichts Neues.

Generationen muslimischer Amerikaner haben geholfen, unser Land aufzubauen. Sie waren Teil des Stroms von Einwanderern, die Landwirte und Händler wurden. Sie bauten Amerikas erste Moschee, erstaunlicherweise in North Dakota.Die älteste noch existierende Moschee Amerikas steht in Iowa. Das erste Islamzentrum in New York wurde in den Neunzigerjahren des 19. Jahrhunderts gebaut Muslimische Amerikaner produzierten bei Henry Ford Autos am Fließband. Die Wolkenkratzer Chicagos wurden von einem muslimischen Amerikaner entworfen.

1957, bei der Einweihung des Islamzentrums in Washington, D.C., sagte Präsident Eisenhower: „Ich möchte Ihnen versichern, meine islamischen Freunde, dass dieser Gebetsort laut der amerikanischen Verfassung und in den Herzen der Amerikaner ebenso willkommen ist wie jede andere Religion.“

Die vielleicht wichtigste Tatsache ist, dass Muslime jeden Tag unser Leben bereichern. Sie sind unsere Nachbarn, die Lehrer, die unsere Kinder inspirieren, die Ärzte, denen wir unsere Gesundheit anvertrauen – künftige Ärztinnen wie Sabah. Sie sind Wissenschaftler, die Nobelpreise gewinnen, und junge Unternehmer, die neue Technologien entwickeln, die wir ständig nutzen. Sie sind die sportlichen Vorbilder, denen wir zujubeln, wie Mohammed Ali, Kareem Abdul-Jabbar und Hakeem Olajuwon. Und übrigens, wenn das Team USA bei den nächsten Olympischen Spielen ins Stadion einläuft, wird eine amerikanische Fechtmeisterin mit Kopftuch die rot-weiß-blaue Flagge schwenken, Ibtihaj Muhammad. Sie ist heute hier. Bitte stehen Sie auf. Ich habe ihr gesagt, Sie soll Gold heimbringen. Ohne Sie unter Druck setzen zu wollen.

Muslimische Amerikaner schützen uns. Sie arbeiten bei der Polizei und der Feuerwehr. Sie arbeiten beim Ministerium für innere Sicherheit, für unsere Geheimdienste. Sie dienen ehrenhaft in unseren Streitkräften – das bedeutet, dass sie für unsere Freiheit kämpfen, bluten, und sterben. Einige sind auf dem Nationalfriedhof Arlington beerdigt.

Muslimische Amerikaner gehören zu den stärksten und patriotischsten Amerikanern, die Sie jemals kennenlernen werden. Es ist eine Ehre, dass einige unserer stolzen muslimisch-amerikanischen Mitglieder der Streitkräfte heute hier sind. Bitte erheben Sie sich, wenn Sie hier sind, damit wir uns bei Ihnen bedanken können.

Ein Grund dafür, dass ich über diese Fakten sprechen will, ist, dass diese unglaublich kultivierten jungen Menschen in unseren Gesprächen angemerkt haben, dass sie sich sehr oft fühlen, als seien sie unsichtbar. Wir müssen auch den Beitrag der muslimisch-amerikanischen Gemeinschaft deutlich machen, und zwar nicht nur, wenn es Probleme gibt, sondern zu jeder Zeit.

In unseren Fernsehsendungen sollten muslimische Charaktere vorkommen, die nichts mit nationaler Sicherheit zu tun haben, das sollte doch nicht so schwer sein. Es gab eine Zeit, da gab es im Fernsehen keine Schwarzen. Man kann auch gute Geschichten erzählen, wenn man die Realität in unseren Gemeinschaften abbildet.

Es gibt noch eine Tatsache, die wir anerkennen müssen. Obwohl die überwältigende Mehrheit – ich betone noch einmal, die überwältigende Mehrheit – der Muslime der Welt den Islam als Quell des Friedens begreifen, ist unbestreitbar, dass eine kleine Gruppe von Muslimen eine pervertierte Interpretation des Islam propagiert. Das ist die Wahrheit.

Gruppen wie Al Kaida und die IS-Terrormiliz sind nicht die ersten Extremisten in der Geschichte, die Gottes Namen missbrauchen. Das hat es schon zuvor gegeben, auch in anderen Religionen. Aber im Augenblick gibt es ein organisiertes extremistisches Element, das selektiv islamische Texte verwendet und verdreht, um Morden und Terror zu rechtfertigen. Dazu kommen falsche Behauptungen, Amerika und der Westen befänden sich im Krieg mit dem Islam. Dieses verzerrte Denken, das weltweit Anhänger gefunden hat – tragischerweise, wie wir feststellen mussten, auch in Boston, Chattanooga und San Bernardino – ist real. Es existiert. Und es kreiert Spannungen und Druck, die die überwältigende Mehrheit der gesetzestreuen muslimischen Mitbürger unverhältnismäßig belasten.

Und so stellt sich die Frage, wie wir gemeinsam vorankommen können. Wie schaffen wir es, dass unser Land stark und geeint bleibt? Wir verteidigen wir uns gegen Organisationen, die entschlossen sind, Unschuldige zu töten? Das kann nicht die Aufgabe einer einzelnen Glaubensgemeinschaft sein. Diese Last kann die muslimische Gemeinschaft nicht alleine schultern, auch wenn sie eine Rolle übernehmen muss. Wir alle tragen dafür Verantwortung. In der Zeit, die mir noch bleibt, möchte ich daher ein paar Prinzipien nennen, die uns meiner Ansicht nach leiten könnten.

Zuerst einmal müssen wir in einer Zeit, in der man versucht, uns aufgrund von Religionen oder Konfessionen zu spalten, die grundlegendste aller Wahrheiten bekräftigen: Wir sind alle Gottes Kinder. Wir sind alle gleich geboren, mit der uns innewohnenden Würde.

Viel zu oft konzentrieren wir uns auf unsere äußerlichen Unterschiede und vergessen, wie viel wir gemein haben. Christen, Juden, Muslime – wir alle sind mit unserem jeweiligen Glauben Nachkommen Abrahams. Einfach nur tolerant gegenüber anderen Religionen zu sein, reicht nicht aus. Unser Glaube verlangt, dass wir unserer gemeinsamen Menschlichkeit gerecht werden. Der Koran lehrt: „Oh Menschheit, wir haben euch zu Menschen und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt.“ Wir alle haben also die Aufgabe, unseren religiösen Glauben auf eine Weise auszudrücken, die Brücken schlägt, statt zu spalten.

Zweitens müssen wir als Amerikaner unseren Grundwerten treu bleiben, und dazu gehört auch die Religionsfreiheit für alle Glaubensrichtungen. Ich habe bereits erwähnt, dass unsere Gründerväter, wie Jefferson, wussten, dass religiöse Freiheit nicht nur unverzichtbar ist, um die Religion zu schützen, sondern auch, weil Religion hilft, unser Land zu stärken – wenn sie frei ist, wenn sie nicht der verlängerte Arm des Staates ist. Ein Teil dessen, was im Nahen Osten, in Nordafrika und an anderen Orten passiert, wo wir religiös motivierte Gewalt erleben, wird dadurch ausgelöst, dass Religion als Instrument für die Verfolgung anderer Ziele benutzt wird – für Macht, für Kontrolle. Religionsfreiheit hilft, das zu verhindern, in beide Richtungen – sie schützt den Glauben und sie schützt den Staat vor denen, die ihn übernehmen wollen, indem sie religiöse Ressentiments für ihre eigenen Zwecke missbrauchen.

Das bedeutet nicht, dass die Gläubigen unter uns nicht eingebunden werden sollten. Wir brauchen eine aktive Bürgerschaft. Aber wir müssen die Religionsfreiheit respektieren.

Denke Sie daran, dass viele Prediger und Pastoren gegen das Übel der Sklaverei gekämpft haben. Gläubige Menschen haben sich dafür ausgesprochen, die Bedingungen für Arbeitnehmer zu verbessern und Kinderarbeit zu verbieten. Martin Luther King hatte Anhänger verschiedener Glaubensrichtungen, die uns dazu aufforderten, unseren Idealen gerecht zu werden. Und dieses Engagement der Zivilgesellschaft, diese Bürgerbeteiligung, die die Grundlage unserer Demokratie ist, wird von der Religionsfreiheit gestärkt.

Trotzdem müssen wir anerkennen, dass es auch Zeiten gab, in denen wir unseren Idealen nicht gerecht wurden. Übrigens versuchten Thomas Jeffersons Gegner, Aufruhr zu schüren, in dem sie das Gerücht verbreiteten, er sei Muslim. Also bin ich nicht der erste. Das ist wirklich wahr. Recherchieren Sie das mal. Ich bin in guter Gesellschaft.

Aber es gab nicht nur solche Angriffe. Mormonische Gemeindenwurden im Verlauf unserer Geschichte immer wieder angegriffen. Katholiken, unter ihnen wohl am bekanntesten: John F. Kennedy – ihm wurde im Präsidentschaftswahlkampf Illoyalität vorgeworfen. Es hieß, er würde auf Befehl des Papstes handeln, anstatt seine verfassungsmäßigen Pflichten zu erfüllen. Antisemitismus hat in diesem Land eine traurige und lange Geschichte. Es war üblich, dass Juden von Colleges ausgeschlossen waren, bestimmte Berufe nicht ausüben und keine öffentlichen Ämter bekleiden durften.

Wenn wir die Religionsfreiheit also ernst nehmen – und ich spreche damit meine christlichen Glaubensbrüder und -schwestern an, die die größte Glaubensgemeinschaft in den Vereinigten Staaten bilden – dann müssen wir Angriffe auf eine Religion als Angriff auf alle Religionen betrachten. Unabhängig davon, welche Religionsgemeinschaft angegriffen wird, sind wir alle in der Pflicht, solche Angriffe zu verurteilen. Und wir müssen eine Politik ablehnen, die versucht, sich Vorurteile oder Tendenzen zunutze zu machen und Menschen aufgrund ihrer Religion ins Visier nimmt.

Wir müssen dafür sorgen, dass Hassverbrechen bestraft und die Bürgerrechte aller Amerikaner geschützt werden. Und so müssen führende Religionsvertreter, auch Muslime, die Verfolgung von Christen überall auf der Welt – oder den wachsenden Antisemitismus – kritisieren, denn es ist eine Tatsache, dass im Nahen Osten Christen angegriffen werden, obwohl sie seit Jahrhunderten dort leben, und dass Juden, die seit Jahrhunderten in Frankreich leben, jetzt das Gefühl haben, auswandern zu müssen, weil sie sich bedroht fühlen – manchmal von Muslimen. Wir müssen hasserfüllte Rhetorik und Gewalt konsequent verurteilen, unabhängig davon, gegen wen sie gerichtet ist. Dazu gehört auch Gewalt gegen Muslime hier in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Keiner von uns darf also schweigen. Wir können Fanatismus nicht einfach zulassen. Und gemeinsam müssen wir zeigen, dass die Vereinigten Staaten wirklich alle Glaubensgemeinschaften schützen.

Damit komme ich zu meinem nächsten Punkt: Beim Schutz unseres Landes vor Terrorismus sollten wir die Vorstellungen und die Rhetorik der Terroristen nicht stärken. Ich höre oft, dass wir in diesem Kampf moralische Klarheit brauchen. Und irgendwie wird suggeriert, dass ich nur sagen müsste: „Das sind alles islamistische Terroristen“, und wir hätten das Problem inzwischen gelöst. Ich stimme zu, moralische Klarheit ist notwendig. Moralisch klar ist:

Gruppen wie die IS-Terrormiliz versuchen verzweifelt, Legitimität zu gewinnen. Sie versuchen, sich selbst als religiöse Anführer und als heilige Krieger darzustellen, die den Islam repräsentieren. Ich weigere mich, ihnen Legitimität zuzugestehen. Wir dürfen ihnen niemals Legitimität zugestehen. Sie verteidigen den Islam nicht. Sie verteidigen keine Muslime. Die Mehrheit der von ihnen getöteten Menschen sind unschuldige muslimische Frauen, Männer und Kinder.

Und die Vorstellung, die Vereinigten Staaten befänden sich im Krieg gegen den Islam, klammert die Tatsache aus, dass die Weltreligionen Teil unserer Identität sind. Wir können keinen Krieg gegen eine andere Religion führen, weil die Weltreligionen alle Teil des Wesens der Vereinigten Staaten, unseres nationalen Charakters sind.

Deshalb bekämpfen wir den Terrorismus am besten dadurch, dass wir diesen Organisationen jede Legitimität absprechen und zeigen, dass wir hier in den Vereinigten Staaten von Amerika den Islam nicht unterdrücken, sondern vielmehr den Erfolg amerikanischer Muslime feiern und hervorheben. So können wir die Lüge entlarven, die sie versuchen zu verbreiten. Wir sollten der Propaganda von Terroristen nicht in die Hände spielen. Und wir dürfen nicht andeuten, der Islam selbst sei die Ursache des Problems. Das wäre ein Verrat an unseren Werten. Das grenzt muslimische Amerikaner aus. Das ist für jene Kinder verletzend, die zu Schule gehen, Mitglied bei den Boy Scouts sind und darüber nachdenken, zum Militär zu gehen.

Eine solche Denkweise hilft unseren Feinden. Es hilft ihnen, junge Menschen zu rekrutieren. Es bringt uns alle in Gefahr. Das müssen wir ganz deutlich sagen.

So wie alle Amerikanerinnen und Amerikaner die Pflicht haben, Diskriminierung abzulehnen – und das habe ich schon häufig gesagt –, so haben auch Muslime auf der ganzen Welt die Pflicht, extremistische Ideologien abzulehnen, die in muslimische Gemeinden vorzudringen versuchen.

Hier in dieser Moschee, im ganzen Land und weltweit verurteilen die führenden Vertreter der Muslime Terrorismus immer wieder und konsequent aufs Schärfste. Und überall auf der Welt wurden Muslime, die es wagten, ihre Stimme zu erheben, angegriffen oder sogar getötet. Es gibt diese Stimmen also, wir müssen ihnen nur mehr Gehör verschaffen.

In dem Gespräch, von dem ich eben kam, war interessant, dass einige Teilnehmer fragten: „Warum wird immer so viel von uns erwartet?“ Wenn ein junger Mann in einer Kirche in Charleston auf Afroamerikaner schießt, wird nicht erwartet, dass alle Weißen Amerikaner plötzlich erklären, dass sie keine Rassisten sind. Wir gehen davon aus, dass jeder von uns über eine solche Tat entsetzt ist. Und ich verstehe, dass das manchmal ungerecht ist.

Ein Teil der Lösung besteht darin, die muslimische Gemeinde in ihrer gesamten Vielfalt, mit all dem Guten, das sie tut, und all ihren Fähigkeiten regelmäßig deutlich sichtbar zu machen – nicht nur zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Es stimmt aber auch, dass derzeit ein Kampf der Herzen und Köpfe geführt wird, und niemand wäre besser geeignet als amerikanische Muslime zu zeigen, dass es möglich ist, gläubiger Muslim zu sein, einer pluralistischen Gesellschaft anzugehören, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu nutzen und an Demokratie zu glauben.

Deshalb möchte ich an Sie alle appellieren, dies nicht als eine Bürde, sondern als eine großartige Chance und als ein großes Privileg anzusehen, zeigen zu können, wer Sie sind. Um es mit christlichen Worten zu sagen: Lasst euer Licht erstrahlen. Denn, wenn Sie das tun, werden Sie deutlich machen, dass es den Kampf der Kulturen zwischen dem Westen und dem Islam nicht gibt. Es ist vielmehr ein Kampf zwischen der überwältigenden Mehrheit der friedliebenden Muslime weltweit und einer winzigen radikalen Minderheit. Ich bin zuversichtlich, dass die überwältigende Mehrheit diesen Kampf letztlich gewinnen wird. Muslime werden die Zukunft ihres Glaubens selbst bestimmen. Und ich habe volles Vertrauen in die Richtung, in die er gehen wird.

Aber einflussreiche Stimmen überall in der islamischen Welt sollten eine durchweg positive Vorstellung ihres Glaubens betonen. Und das geschieht bereits. Es sind die Stimmen muslimischer Kleriker, die lehren, dass der Islam Terrorismus verbietet, denn im Koran heißt es, dass der Mord an einem Unschuldigen dem Mord an der gesamten Menschheit gleichkommt. Es sind die Stimmen muslimischer Gelehrter, von denen einige heute hier sind, die um die islamische Tradition wissen, andere Glaubensrichtungen zu achten. Es sind die Stimmen muslimischer Lehrer, die darauf hinweisen, dass „igra“, das erste Wort des Koran, „lesen“ bedeutet, dass man nach Wissen streben und Mutmaßungen in Frage stellen sollte.

Führende muslimische Politiker müssen der Lüge, der Westen unterdrücke Muslime, etwas entgegensetzen – und auch den Verschwörungstheorien, die besagen, die Vereinigten Staaten seien der Verursacher allen Übels im Nahen Osten. Das bedeutet nun aber nicht, dass muslimische Amerikaner nicht die Freiheit hätten, die US-Außenpolitik zu kritisieren. Das gehört dazu, Amerikaner zu sein. Als Präsidenten der Vereinigten Staaten versichere ich Ihnen, dass mir bewusst ist, dass dies eine gute und gelebte Tradition in Amerika ist. Ebenso wie führende Politiker überall, vertreten diese führenden muslimischen Politiker ihre positive Haltung zum Fortschritt und das sollten sie auch in Zukunft tun; dazu gehört auch politischer und wirtschaftlicher Fortschritt.

Wir müssen anerkennen, dass sich die Gewalt in Regionen wie dem Nahen Osten jetzt größtenteils zu Konflikten zwischen Glaubensrichtungen – Schiiten, Sunniten und anderen – entwickelt, deren Unterschiede oft zur Verfolgung einer politischen Agenda ausgenutzt werden, wie ich bereits sagte. Dieses Blutvergießen zerstört muslimische Familien und Gemeinden, und es muss weltweit Druck ausgeübt werden, damit Weitblick und Mut diese Denkweise und diese Herangehensweise an die Organisation politischer Macht beenden.

Sie ist in der Geschichte nicht einzigartig. Es hat sie in jedem Teil der Welt schon einmal gegeben, von Nordirland bis Afrika und Asien und auch hier in den Vereinigten Staaten. Aber dagegen müssen wir ankämpfen.

Und wir wissen, dass es möglich ist. In der Geschichte des Islam haben verschiedene Glaubensrichtungen traditionell in Frieden zusammengelebt und sind aufgeblüht. Und das tun sie an vielen Orten der Welt auch heute, auch hier in den Vereinigten Staaten.

Wie Menschen aller Glaubensrichtungen sind auch Muslime, die ihren Glauben in einer modernen, pluralistischen Welt ausüben, dazu aufgerufen, die Menschenrechte zu achten und dafür zu sorgen, dass jeder eine Chance erhält. Dazu gehören die Bestrebungen von Frauen, von jungen Menschen, von allen Menschen. Wenn wir von anderen erwarten, dass sie unsere Würde achten, dann müssen wir auch die Würde der anderen respektieren.

Abschließend möchte ich Folgendes sagen: Wenn sich muslimische Gemeinden für die Zukunft stark machen, an die Sie glauben, die Sie in Ihrem Alltag leben und die Sie Ihren Kindern vermitteln, dann wird Ihnen Amerika dabei als Partner zur Seite stehen. Wir werden und ich werde alles tun, um den vielen verschiedenen muslimischen Stimmen, die Pluralismus und Frieden fördern, Gehör zu verschaffen. Wir werden weiterhin junge Muslime auf der ganzen Welt ansprechen und ihre Rechte mithilfe von Wissenschaft, Technologie und Unternehmertum stärken, damit sie ihr gottgegebenes Potenzial nutzen, zu ihrer Gemeinde beitragen und neue Chancen schaffen können. Deshalb werden wir weiter mit muslimisch-amerikanischen Gemeinden zusammenarbeiten – nicht nur, um Ihnen beim Schutz vor extremistischen Bedrohungen zu helfen, sondern auch um die Gesundheitsfürsorge und das Bildungswesen zu erweitern und Chancen zu schaffen –, weil das der beste Weg ist, starke, widerstandsfähige Gemeinden zu aufzubauen.

Dabei müssen wir uns von unseren Werten leiten lassen. Die Zusammenarbeit mit den muslimisch-amerikanischen Gemeinden darf niemals ein Deckmantel für Überwachung sein. Wir dürfen uns nicht zur Überwachung ganzer Gruppen von Menschen hinreißen lassen. Es gibt nicht das eine „Terroristen-Profil“. Wir können unsere Beziehungen zu amerikanischen Muslimen nicht vollständig „absichern“. Wir dürfen Sie nicht nur unter dem Aspekt der Strafverfolgung betrachten. Wir müssen Vertrauen und gegenseitigen Respekt aufbauen. So werden unsere Gemeinden gestärkt und geeint.

In dem Gespräch mit den jungen Leuten vorhin habe ich gesagt, dass dies ein Prozess sein wird. Die Strafverfolgungsbehörden haben eine schwierige Aufgabe. Manche dieser Gruppen gehen gezielt auf junge Muslime zu. Wir werden in diesem Prozess partnerschaftlich zusammenarbeiten müssen. Es wird holprige Zeiten geben, in denen wir in der Beziehung Fehler machen. Aber ich möchte, dass Sie wissen, dass vom Präsidenten über den Leiter des FBI und bis zu jedem Strafverfolgungsbeamten jeder meine Anordnung erhalten und verstanden hat, dass wir in dieser Sache zusammenarbeiten müssen. Und wenn wir das nicht gut machen, erhöhen wir unsere Sicherheit nicht sondern verringern sie.

Ich möchte mich an dieser Stelle direkt an die jungen Menschen wenden, die vielleicht zuhören. Im Lauf unseres Lebens haben wir alle viele „Identitäten“. Wir sind Söhne, Töchter, Brüder und Schwestern. Wir sind Klassenkameraden und Pfadfinder. Wir sind Gläubige unserer Religion. Wir sind Bürger unseres Landes. Heute gibt es Stimmen auf der Welt, besonders im Internet, die immer wieder behaupten, du müsstest dich zwischen zwei „Identitäten“ – zum Beispiel Muslim oder Amerikaner – entscheiden. Das dürft ihr ihnen nicht glauben. Wenn ihr euch je fragt, ob ihr hierher gehört, möchte ich euch als Präsident der Vereinigten Staaten so deutlich wie möglich sagen: Ihr gehört genau hierher. Ihr seid genau dort, wo ihr hingehört. Auch ihr seid Teil der Vereinigten Staaten. Ihr seid nicht Muslim oder Amerikaner. Ihr seid Muslim und Amerikaner.

Werdet nicht zynisch. Begegnet Ignoranz nicht damit, eine Weltsicht anzunehmen, die nahe legt, ihr müsstet euch zwischen eurem Glauben und eurem Patriotismus entscheiden. Glaubt nicht, dass ihr euch für eine Seite entscheiden und eine Weltsichtannehmen müsst, die uns gegeneinander ausspielt, oder – noch schlimmer –Gewalt verherrlicht. Ihr müsst verstehen, dass ihr die Macht habt, Wandel herbeizuführen. Engagiert euch weiterhin in euren Gemeinden. Helft, unser Land – euer Land –, voranzubringen.

Wir haben das große Glück, in einem Land zu leben, in dem wir nie aufhören, nach unseren Idealen zu streben, selbst wenn wir manchmal straucheln, selbst wenn wir sie manchmal nicht erreichen. Wir nähern uns dieser vollkommeneren Union immer weiter an. Wir sind ein Land, in dem man viel erreichen kann, unabhängig davon, wer man ist oder wie man betet, wenn man hart arbeitet und sich an die Regeln hält. Es gehen vielleicht nicht alle mit den gleichen Voraussetzungen ins Rennen, aber hier gibt es die Chance, das Rennen zu fahren, mehr als irgendwo sonst.

Auf unserem weiterem Weg möchte ich, dass jeder muslimische Amerikaner sich stets vor Augen führt: Du bist nicht allein. Eure amerikanischen Mitbürger stehen euch zur Seite, genau wie Sabahs Freunde es taten, als sie sich entschied, ein Kopftuch zu tragen. Das ist nichts Ungewöhnliches. Denn sooft wie wir nur im Zusammenhang mit einem Terroranschlag von Muslimen hören, sooft hören wir nur die Reaktionen von Amerikanern auf Muslime nach einem Hassverbrechen. Wir hören nichts über den außergewöhnlichen Respekt, die Liebe und die Gemeinschaft, die so viele Amerikanerinnen und Amerikaner spüren.

Ich denke zum Beispiel an den siebenjährigen Jungen aus Texas, der sein ganzes Geld aus seinem Sparschwein einer Moschee spendete, die Opfer von Vandalismus geworden war. Und ich denke an all die Glaubensgemeinden, die muslimische Amerikaner nach der Tragödie von Chapel Hill unterstützten. Ich denke an Kirchen und Synagogen, die ihren lokalen Moscheen beistanden und an eine Frau, die ein Schild mit der Aufschrift trug: „Wir lieben unsere muslimischen Nachbarn.“ Denken Sie nur an unsere Frauen und Männer in Uniform, die einem kleinen Mädchen, das Angst hatte, weil sie Muslima ist, versicherten: „Ich werde dich beschützen.“

Ich möchte, dass jeder Amerikaner sich daran erinnert, wie muslimische Gemeinden auch für andere eintreten. Denn in Kenia haben Muslime Christen gerade vor Terroristen gerettet und Muslime sind in Marokko zusammengekommen, um religiöse Minderheiten, darunter auch Christen und Juden, zu beschützen. Die guten Menschen dieser Moschee haben dieser Stadt geholfen, die Turbulenzen des letzten Jahres zu überwinden. Muslimische Amerikaner im ganzen Land halfen afroamerikanischen Kirchen beim Wiederaufbau nach Brandstiftungen.

Erinnern Sie sich an die muslimischen Amerikaner in Boston, die den Opfern der Explosionen während des Boston Marathon ihr Mitgefühl aussprachen, an die muslimischen Amerikaner, die landesweit Spenden für Familien in San Bernardino sammelten, an die muslimischen Amerikaner in Chattanooga, die unsere gefallenen Soldatinnen und Soldaten ehrten. Einer von ihnen sagte: „Im Namen Gottes, des Gottes Abrahams, Moses’, Jesus’ und Mohammeds, Gott segne unsere gefallenen Helden.“

Wir sind eine amerikanische Familie. Wir werden gemeinsam Erfolg haben oder untergehen. Das wird nicht immer einfach sein. Es wird Zeiten geben, in denen unsere schlechtesten Seiten zum Vorschein kommen. Aber ich glaube, dass am Ende unsere besten Seiten gewinnen werden. Und das gibt mir Vertrauen und den Glauben an die Zukunft.

Nach mehr als 200 Jahren ist unser vielfältiges Erbe, der Patchwork-Quilt, der die Vereinigten Staaten sind, keine Schwäche, sondern eine unserer größten Stärken. Das macht uns weltweit zu einem Fanal der Hoffnung. Das hat die Mutter, die mir einen Brief geschrieben hat, weil sie sich um ihre kleine Tochter Sorgen machte, dazu bewegt, ihren Brief trotz aller Ängste mit Hoffnung zu schließen. Sie sagte: „Ich glaube noch immer an eine Nation, unter Gott, unteilbar, mit Freiheit und Gerechtigkeit für alle.“

Möge der Friede Gottes mit Ihnen sein. Möge Gott die Vereinigten Staaten von Amerika segnen. Ich danke Ihnen allen.

Quelle: Amerika Dienst

Originaltext: Remarks by the President at Islamic Society of Baltimore