#RefugeesWelcome: US-Firmen sind Vorreiter beim Einstellen von Minderheiten

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag von Ziad Haider, Sonderbeauftragter für Handel und Wirtschaft im US-Außenministerium, über gesellschaftliche und wirtschaftliche Chancen, die sich durch das Einstellen von Flüchtlingen ergeben. Der Artikel erschien am 22. Dezember 2016 auf DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums.

Ein Angestellter einer Firma in Michigan hilft einem syrischen Flüchtling, den Umgang mit der Gehrungssäge zu lernen. [AP Photo]
Ein Angestellter einer Firma in Michigan hilft einem syrischen Flüchtling, den Umgang mit der Gehrungssäge zu lernen. (AP Photo)
Als Anfang des Monats die Gewinner des Award for Corporate Excellence (ACE) des US-Außenministeriums bekanntgegeben wurden, habe ich mich sehr gefreut, dass McDonald’s Deutschland als erstes Unternehmen überhaupt für das Einstellen von Flüchtlingen mit dem Preis ausgezeichnet wurde. Es ist genau diese Art der Unternehmensführung, dank derer viele unserer Firmen unsere besten Botschafter im Ausland sind.

Wir erleben heute die größte Migrationsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg. Weltweit sind zwanzig Millionen Menschen auf der Flucht, allein der Konflikt in Syrien hat mehr als 4,5 Million Menschen heimatlos gemacht. Eine Krise solchen Ausmaßes kann einfach nicht von einer oder auch mehreren Regierungen bewältigt werden. Um das zu erreichen, müssen alle mit anpacken. Der Privatwirtschaft kommt dabei eine ganz entscheidende Rolle zu, die sie nicht nur aus Wohltätigkeit wahrnehmen sollte, sondern von der sie auch profitiert. Denn viele Geflüchtete, die ich während meiner beruflichen Laufbahn kennengelernt habe, haben fachliche Qualifikationen und können viel Positives bewirken, wenn sie in ihren Gastländern wirtschaftlich integriert werden.

Eine syrische Flüchtlingsfamilie liest auf der Bahnfahrt von ihrer vorübergehenden Unterkunft zur zentralen Registrierungsstelle für Flüchtlinge und Asylbewerber in Berlin die aktuelle Ausgabe einer Lokalzeitung, die Sonderseiten in arabischer Sprache enthält. [AP Photo]
Eine syrische Flüchtlingsfamilie liest auf der Bahnfahrt von ihrer vorübergehenden Unterkunft zur zentralen Registrierungsstelle für Flüchtlinge und Asylbewerber in Berlin die aktuelle Ausgabe einer Lokalzeitung, die Sonderseiten in arabischer Sprache enthält. (AP Photo)
Bei einem Besuch in Deutschland Anfang dieses Jahres hatte ich die Gelegenheit, in einem Flüchtlingsheim in Berlin mit einigen Flüchtlingen zu sprechen. Eine aus Syrien geflüchtete Familie berichtete mir von ihrer qualvollen siebentägigen Reise, die sie mit ihrem 16 Monate alten Kleinkind auf dem Land- und Seeweg durch 25 Länder führte. Der Vater, der in Syrien Mechaniker gewesen war, wünschte sich nur, einen Arbeitsplatz zu haben und Lohn zu bekommen, um für seine Familie sorgen zu können.

Eben diese Chance bietet McDonald’s Deutschland. Seit 2015 hat McDonald’s in seinen 1.500 deutschen Filialen mehr als 900 Flüchtlinge eingestellt und in Partnerschaft mit der Bundesregierung mehr als 20.000 Flüchtlingen einen Sprachkurs ermöglicht.

Als Sondergesandter des US-Außenministeriums für Handel und Wirtschaft habe ich in den vergangenen neun Monaten US-Unternehmen ermutigt, es McDonald’s gleichzutun und dem Handlungsaufruf des Weißen Hauses an den Privatsektor zu folgen, sich in der weltweiten Flüchtlingskrise zu engagieren. Der Aufruf wurde im Juni gestartet und hat mehr als 61 weitere Zusagen aus dem Privatsektor für das Einstellen, die Ausbildung und die Stärkung von Flüchtlingen zur Folge gehabt.

In Jordanien hat unsere Delegation auch die Organisation ReBootKamp besucht, die Jordanier und Flüchtlinge zu Softwareingenieuren ausbildet. (Foto: US-Außenministerium)
In Jordanien hat unsere Delegation auch die Organisation ReBootKamp besucht, die Jordanier und Flüchtlinge zu Softwareingenieuren ausbildet. (Foto: US-Außenministerium)

Auf der Grundlage des Handlungsaufrufs habe ich im vergangenen Monat eine Wirtschaftsdelegation führender US-Unternehmen geleitet, die sich in Jordanien über Handels- und Investitionschancen im Kontext der Förderung und Ausbildung und des Einstellens von Flüchtlingen informiert hat. Viele Delegationsteilnehmer hatten danach das gute Gefühl, die Chance zu haben, unternehmerisch und menschlich etwas Gutes zu tun.

Holger Beeck, CEO von McDonald’s Deutschland, hatte das bereits verstanden, bevor der Handlungsaufruf überhaupt gestartet wurde. Im Februar 2016, als Beeck die Beteiligung von McDonald’s an der Kampagne „Wir Zusammen“ ankündigte, machte er deutlich, dass das Einstellen und Integrieren von Flüchtlingen in Deutschland eine enorme Chance sei, die allerdings „aktive Maßnahmen“ erfordere.

McDonald's Deutschland, die größte Restaurantkette des Landes, beschäftigt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 125 Ländern. (Foto mit freundlicher Genehmigung von McDonald's Deutschland)
McDonald’s Deutschland, die größte Restaurantkette des Landes, beschäftigt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 125 Ländern. (Foto mit freundlicher Genehmigung von McDonald’s Deutschland)

„Wenn wir wollen, dass diese Herausforderung zu einer großen Chance für Deutschland wird, müssen wir die neue Vielfalt mit aktiven Maßnahmen begleiten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine gemeinsame Sprache die Grundlage für das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen ist – in unseren Restaurants und in unserem Land. Mit den Online-Sprachkursen wollen wir unseren Beitrag dazu leisten.“

Wir beglückwünschen McDonald’s Deutschland zu diesem Beitrag, zu seiner Vorreiterrolle und zur Auszeichnung mit dem diesjährigen Award for Corporate Excellence für das Einstellen von Angehörigen von Minderheiten.

Originaltext: #RefugeesWelcome: U.S. Companies Setting the Standard for Inclusive Hiring