Schwarze Künstlerinnen waren schon immer ein wesentlicher Bestandteil der amerikanischen Kultur

Die ehemalige First Lady Michelle Obama und die Malerin Amy Sherald (rechts) enthüllen am 12. Februar 2018 in der Nationalen Porträtgalerie des Smithsonian-Museums in Washington das offizielle Porträt von Michelle Obama. (Foto: Andrew Harnik/AP Images)

Anlässlich des Black History Month, der im Februar begangen wird, stellt Noelani Kirschner in ihrem Text einflussreiche Schwarze US-Künstlerinnen vor. Der Artikel erschien am 11. Februar 2021 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums.

Schon lange bilden Schwarze Künstlerinnen das Rückgrat der amerikanischen Kulturlandschaft.

Bei der Amtseinführung von US-Präsident Biden wurde allen Amerikanerinnen und Amerikanern erneut vor Augen geführt, dass junge Schwarze Künstlerinnen wie Amanda Gorman in Erscheinung treten und die Welt an ihrer Vorstellung von der Zukunft teilhaben lassen.

Anlässlich des Black History Month stellen wir Künstlerinnen und Künstler aus Vergangenheit und Gegenwart vor, die Musik, Literatur und die bildenden Künste in den Vereinigten Staaten entscheidend geprägt haben und prägen.

Diese fünf Wegbereiterinnen haben die amerikanische Kultur verändert und bereichert und auf der nationalen wie der internationalen Bühne einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ella Fitzgerald

Ella Fitzgerald singt ins Mikrofon, das sie in der Hand hält
Jazzsängerin Ella Fitzgerald bei einem Konzert im Rahmen des Newport Jazz Festival. Der Auftritt fand am 25. Juni 1978 im Haus des Baseballspielers Jackie Robinson in Stamford (Connecticut) statt. (Foto: AP Images)

Der Name Ella Fitzgerald steht für den amerikanischen Jazz. Die „Königin des Jazz“ gab ihr Debüt im zarten Alter von 17 Jahren auf der Bühne des Apollo Theater in Harlem, New York, und wurde durch ihren beachtlichen Stimmumfang und ihre zahlreichen Veröffentlichungen international zu einer Legende. Fitzgerald war auch die erste Schwarze Frau, die einen Grammy gewann, auf den noch 13 weitere folgten.

Toni Morrison

Nahaufnahme von Toni Morrison
Die amerikanische Nobelpreisträgerin Toni Morrison, Autorin des Romans „Menschenkind“, lächelnd bei einer Pressekonferenz im Pariser Louvre am 8. November 2006. Morrison und die Queen of Soul Aretha Franklin wurden am 10. Dezember 2020 posthum in die National Women‘s Hall of Fame aufgenommen. Neben

Toni Morrison revolutionierte die Darstellung der Gedankenwelt Schwarzer Frauen in der Belletristik und in Sachbüchern. Sie war als erste Schwarze leitende Redakteurin in der Belletristikabteilung des Verlages Random House, bevor Sie eine Professur an der Princeton University antrat. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen, darunter der Pulitzer-Preis und die Freiheitsmedaille des Präsidenten, erhielt sie 1993 den Nobelpreis für Literatur für ihren Roman „Menschenkind“. Darüber hinaus wurde das Buch 2006 von der New York Times zum besten Buch der letzten 25 Jahre gewählt.

Rita Dove

Porträt der lächelnden Rita Dove mit Doktorhut und Robe
Rita Dove auf der Bühne während der Abschlusszeremonie der Harvard University am Donnerstag, den 24. Mai 2018, in Cambridge (Massachusetts). (Foto: AP Photo/Michael Dwyer)

„Poesie ist Sprache in ihrer reinsten und kraftvollsten Form. Sie ist wie ein Brühwürfel: Man trägt sie mit sich herum, und sie gibt einem Kraft, wenn man sie braucht“, sagte die Nationaldichterin Rita Dove 1993. Dove war zwar ein Universalgenie der Literatur – sie schrieb Romane, Theaterstücke, Kurzgeschichten und Literaturkritiken – aber internationale Aufmerksamkeit erhielt ihre Lyrik. Von 1993 bis 1995 war sie Poet Laureate der Vereinigten Staaten.

Simone Leigh

Porträt der lächelnden Simone Leigh mit Dreadlocks und Perlenkette
Der CEO und Vorstandsvorsitzende der Hugo Boss AG, Mark Langer, die Künstlerin Simone Leigh und der Leiter des Solomon-R.-Guggenheim-Museums und der dazugehörigen Stiftung, Richard Armstrong, stehen bei einem Abendessen mit Künstlern anlässlich der Verleihung des Hugo Boss Prize am 18. Oktober 2018

Die Bildhauerin Simone Leigh schafft gewagte, imposante Werke zu Ehren Schwarzer Frauen, wie beispielsweise ihr Meisterwerk „Brick House“. Die Tochter jamaikanischer Einwanderer stellt ihre Werke nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern weltweit aus, von Kansas City in Missouri bis nach Kapstadt in Südafrika. Sie wird die Vereinigten Staaten im April 2022 als erste Schwarze Amerikanerin bei der 59. Biennale in Venedig vertreten, der berühmten internationalen Kunstausstellung.

Amy Sherald

Porträt von Amy Sherald, die eine Brille mit weißem Gestell trägt
Die Künstlerin Amy Sherald, die das offizielle Porträt der ehemaligen First Lady Michelle Obama gemalt hat, spricht nach der offiziellen Enthüllung des Porträts in der National Portrait Gallery des Smithsonian-Museums in Washington am Montag, dem 12. Februar 2018, mit Medienvertretern. (Foto: AP Pho

Die Malerin Amy Sherald ist für ihre Porträts Schwarzer Amerikanerinnen und Amerikanern in alltäglichen Situationen vor einfarbigen Hintergründen bekannt. Internationale Anerkennung erfuhr sie jedoch für ihr Porträt der ehemaligen First Lady Michelle Obama, das in der Nationalen Porträtgalerie in Washington ausgestellt ist. Wenn man sie danach fragt, was sie dazu veranlasst hat, mit dem Malen anzufangen, erklärt Sherald es mit der Kraft, die daraus entstehe, sich selbst – und andere schwarze Amerikanerinnen und Amerikaner – in einem traditionell weißen kunsthistorischen Kanon darzustellen. „Wir hatten als Schwarze Menschen nie die Chance, unsere eigene Geschichte zu erzählen“, erklärte sie 2016 gegenüber dem National Endowment for the Arts. „Diesen kulturellen Raum zu füllen, ist für mich sehr wichtig geworden.“

Originaltext: Black artists have always been an essential part of American culture