Jenseits von Hollywood: Cyberbewusstsein und -fähigkeiten in der realen Welt stärken

Kinobesucher bei der Premiere des James-Bond-Films Skyfall.
Kinobesucher bei der Premiere des James-Bond-Films Skyfall.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag von Chris Painter, dem Cyberbeauftragten des US-Außenministeriums, der am 31. Oktober 2016 auf DipNote erschien. Außerdem wurde dieser Beitrag auf Medium.com in der Publikation Foggy Bottom des US-Außenministeriums veröffentlicht.

Im Laufe der Jahre hat Hollywood einige Kinohits herausgebracht, bei denen es um Computer ging. Filme wie Colosus, Das Netz, Skyfall und andere haben die Neugier und die Fantasie von Kinobesuchern weltweit geweckt. Diese Filme haben nicht nur Millionen von Dollar eingespielt, sie haben auch die Vorstellung der Bevölkerung von Cyberbedrohungen geprägt und Wissen darüber vermittelt. Ungeachtet dieses durch Hollywood geschärften öffentlichen Bewusstseins für Cyberthemen können diese Filme weder die Herausforderungen akkurat beschreiben, denen wir uns im Cyberspace gegenübersehen, noch die Spannweite unserer Fähigkeiten erklären, auf Cybervorfälle zu reagieren. Es liegt deshalb in der Verantwortung des US-Außenministeriums, gemeinsam mit anderen Ministerien und mit Partnern überall auf der Welt das Bewusstsein für tatsächlich existierende Cybergefahren zu schärfen und gleichzeitig die Fähigkeit unserer internationalen Partner zu stärken, darauf reagieren zu können.

Die Unterstützung anderer Regierungen, insbesondere in den Entwicklungsländern, beim Aufbau von Fähigkeiten im Zusammenhang mit einer Reihe cyberpolitischer Fragen taugt vielleicht nicht zum Kinohit. Sie verlangt allerdings das dauerhafte Engagement des gesamten Staatsapparats, und deshalb hat mein Büro, das Büro des Cyberbeauftragten, den Kapazitätsaufbau als strategischen Teil seiner Arbeit zu einer Priorität gemacht. Wir wissen, die Sicherung unserer Netzwerke im digitalen Zeitalter bedeutet, dass wir nationale Cybersicherheitspläne entwickeln und umsetzen, Cyberkriminalität bekämpfen, Überwachungs-, Warn-, Reaktions- und Wiederherstellungsmechanismen schaffen und erkennen, eine Cybersicherheitskultur entwickeln und das Internet im Sinne einer multilateralen Mitbestimmung gestalten müssen.

Weil sich Cyberbedrohungen nicht durch geopolitische Grenzen aufhalten lassen, erfordert unsere Vorgehensweise zur Prävention und Reaktion auf sie die internationale Abstimmung zwischen den Beteiligten, die sich für einen offenen, kompatiblen, widerstandsfähigen und sicheren Cyberspace einsetzen. Das ist genau die Art von Internet, für die wir uns einsetzen, denn es bringt uns seit über zehn Jahren wirtschaftliche und soziale Vorteile. Je mehr Länder online gehen, desto stärker wird sich die internationale Unterstützung für den Ausbau von Kapazitäten durch politische, rechtliche und technische Maßnahmen im nächsten Jahrzehnt auf die Weiterentwicklung des Cyberspace auswirken. Werden Sie in Zukunft Zugang zu kontroversen Nachrichten über ihre Regierung haben oder werden diese durch Filter blockiert werden? Werden Sie darauf vertrauen können, dass Ihre persönlichen Daten sicher sind, wenn Sie online einkaufen?

Diese und andere Fragen sollten Sie sich stellen, denn die Antworten können Ihre zukünftigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Möglichkeiten erheblich beeinflussen. Diese und andere Fragen kommen auch in unseren Schulungen, Workshops und Konferenzen zum Aufbau globaler Fähigkeiten auf. Unsere Partner im In- und Ausland tauschen sich aus und prägen die Debatte zu den potenziellen Auswirkungen von Cyberthemen. Gemeinsam arbeiten sie daran, die Widerstandskraft und die Absicherung ihrer Netzwerkinfrastruktur zu verbessern.

2015 gründeten die Vereinigten Staaten zusammen mit den Niederlanden das Global Forum on Cyber Expertise (GFCE), eine globale Plattform für Länder, internationale Organisationen und den Privatsektor für den Austausch über bewährte Verfahren und Fachkenntnisse über den Aufbau von Cyberkapazitäten. Im Rahmen des GFCE sind wir eine Partnerschaft mit Japan und Australien eingegangen, um über das Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen (UNODC) in Südostasien Maßnahmen zur Bekämpfung Cyberkriminalität einzuführen. Im Rahmen einer weiteren GFCE-Initiative mit der Kommission der Afrikanischen Union sind wir den afrikanischen Mitgliedstaaten behilflich, Rahmenvorgaben für die Cybersicherheit zu entwerfen. Außerdem unterstützen wir die Bestrebungen der Afrikanischen Union und Symantecs zur Verfassung eines Berichts mit ausführlichen technischen Daten darüber, wie sich die Bedrohungslage in Afrika in Bezug auf Cybersicherheit entwickelt. Diese strategischen Initiativen spiegeln unser Engagement für den Aufbau der Kapazitäten von Regierungen und anderen Beteiligten zur Gefahrenabwehr im Internet wider.

Die Entwicklung einer Cybersicherheitskultur erfordert die Einbindung aller Beteiligten im Bereich Internet sowie praktische Methoden zur Verbesserung der Cyberhygiene. Deshalb haben sich die Vereinigten Staaten im Rahmen einer Initiative des GFCE auch mit Kanada und der Organisation Amerikanischer Staaten zusammengetan, um eine globale Kampagne zur Stärkung des Bewusstseins für Cybersicherheit ins Leben zu rufen. Jedes Jahr im Oktober suchen sich die Vereinigten Staaten Schlüsselorganisationen als Partner, um nationale Aufklärungskampagnen zu unterstützen – beispielsweise unsere nationale Kampagne Stop Think Connect, die Unternehmen, die Verwaltung und Einzelpersonen dazu ermuntert, im Umgang mit dem Internet ein stärkeres Sicherheitsbewusstsein zu entwickeln.

Zur Unterstützung des National Cybersecurity Awareness Month (NCSAM) richten die US-Botschaften und Konsulate im Monat Oktober Diskussionsveranstaltungen und Wettbewerbe aus, laden Gastredner ein und veranstalten unter dem Hashtag #Cyberaware Aktionen in den sozialen Medien. Von Japan über Argentinien und die Türkei bis nach Benin wenden sich die diplomatischen Vertretungen der Vereinigten Staaten mit dem Thema Cybersicherheitspolitik und -strategien an die Öffentlichkeit, an Gesprächspartner vor Ort aus dem Privatsektor und an die Regierungen der Gastländer. Die Aktivitäten zu diesem Thema im Monat Oktober haben das Bewusstsein für eine Reihe von Fragen der Cybersicherheit geschärft.

Filme über das Thema haben das Wissen der Öffentlichkeit über die Cyberproblematik und ihre Vorstellung davon zum Teil deshalb so effektiv geprägt, weil sie das ganze Jahr über anlaufen. Um die Wahrnehmung der Weltöffentlichkeit zu beeinflussen und ein stärkeres Bewusstsein für die Cyberthematik zu schaffen, müssen sich auch unsere Maßnahmen auf das ganze Jahr erstrecken. Mein Büro im US-Außenministerium wird sich daher weiter für eine stärkeres Bewusstsein für Cybersicherheit und sichere Vorgehensweisen einsetzen. Folgen Sie uns auf Twitter, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben: @State_Cyber.

Originaltext: Beyond the Box Office: Real World Efforts to Raise Cyber Awareness and Capacity Worldwide