Die US-Wirtschaft zeigt ihre Stärke

Diese Skulptur eines angriffslustigen Stiers im New Yorker Finanzdistrikt steht für wirtschaftlichen Optimismus und Wohlstand. (Foto: Shutterstock)

Die US-Volkswirtschaft ist stark und sie wächst. Zu diesem Schluss kommt Will Pittinos in seinem Beitrag, der am 26. September 2017 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, erschien.

Ebenso wie die US-Volkswirtschaft wächst und gedeiht auch das Käsegeschäft von Paul Scharfmans in Wisconsin.

Die Umsätze von Scharfmans Specialty Cheese Company mit Hauptsitz in Reeseville sind in den vergangenen Jahren um zehn bis 20 Prozent pro Jahr gestiegen.

Firmenlogo der Specialty Cheese Company (Foto: Specialty Cheese Co.)
(Foto: Specialty Cheese Co.)

Das liegt zum unter anderem daran, dass Käse auf der Welt beliebt ist: Das Unternehmen mit seinen 175 Angestellten produziert und exportiert viele Käsesorten, darunter auch Sorten, die in Mittel- und Südamerika, Indien und dem Nahen Osten sehr beliebt sind.

In der Stärke seines Unternehmens spiegelt sich aber auch die Stärke des US-Marktes. „Wir beliefern einen immer größeren Teil der wachsenden US-Volkswirtschaft“, erklärt Scharfman.

Volkswirte sind sich einig, dass sich die US-Wirtschaft maßgeblich und umfassend erholt hat.

„Es war ein langer, steiniger Weg, aber wir haben uns endlich von der Finanz- und Wirtschaftskrise erholt“, erklärte John C. Williams, Präsident und CEO der US-Notenbank von San Francisco kürzlich beim Economic Club of Las Vegas.

Diverse Finanzmarktdaten untermauern seine Aussage:

Starker Aktienmarkt

Erstens hat der US-Aktienmarkt ein Rekordniveau erreicht. Das zeigt sich beispielsweise im Aktienindex Standard & Poor’s 500 (S&P 500), der ein beliebter Indikator ist, da er die Aktienkurse von 500 – zum Teil ausgewachsenen und zum Teil schnell wachsenden – Unternehmen aus vielen verschiedenen Branchen abbildet. Wenn der Aktienkurs vieler hier abgebildeter Unternehmen steigt, steigt auch der Index.

Der S&P 500 ist von seinem Rezessionstief (März 2009) von 684 Punkten auf den Rekordwert von mehr als 2.500 Punkten in diesem Jahr gestiegen. Die Stärke des S&P 500 „spiegelt Vertrauen in eine weiterhin wachsende Wirtschaft wider“, erklärt William Cline vom Peterson Institute for International Economics, einem Think-Tank in Washington.

Diagramm zum Anstieg des Aktienindex S&P 500 von 2007 – 2017 (Quelle: US-Außenministerium)

 

Mehr Arbeitsplätze

Ökonomen beobachten auch die Entwicklungen bei der Einstellung neuer Mitarbeiter. Die Behörden berichten, dass seit Januar mehr als 1,4 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Die Beschäftigungszahlen für August zeigen den 83. Monat in Folge einen Anstieg in den Vereinigten Staaten. Dieser Trend begann bereits im Oktober 2010 und ist der am längsten anhaltende in der Geschichte des Landes.

Die Arbeitsmarktdaten für August weisen eine niedrige Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent aus, ein geringfügiger Anstieg von 4,3 Prozent. Mit 4,3 Prozent wurde der niedrigste Stand seit Mai 2001 – also seit 16 Jahren – erreicht.

Laut US-Arbeitsminister Alexander Acosta spiegeln die jüngsten Zahlen „die anhaltende wirtschaftliche Stärke und den anhaltenden Optimismus in den gesamten Vereinigten Staaten wider“.

Diagramm mit Beschäftigungszahlen von 2007 – 2017 (Quelle: US-Außenministerium)

 

Umfassendes Wirtschaftswachstum

Fachleute betrachten auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bzw. das Wirtschaftswachstum. Dabei handelt es sich um den Gesamtwert aller Güter und Dienstleistungen, die in einem Land in einem bestimmten Zeitraum hergestellt werden.

Die US-Wirtschaft wuchs während des zweiten Quartals 2017 um drei Prozent. Präsident Trump sagte: „Wir können viel mehr als drei Prozent erreichen. Es gibt nichts, das dagegen spricht.“

Wenn die Vereinigten Staaten weiterhin mit drei Prozent wachsen, so der Präsident, werden dadurch in den kommenden zehn Jahren im Land 12 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen und zusätzliche Wirtschaftsaktivitäten in Höhe von zehn Billion US-Dollar generiert.

„Die Vereinigten Staaten bleiben weiterhin ein Hauptakteur der Weltwirtschaft“, so Nigel Pain von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Es ist ein wichtiger Markt für [andere] Volkswirtschaften, die ihr Wachstum stärken wollen.“

Zum ersten Mal seit 2007 erwarten alle 35 demokratischen Marktwirtschaften, aus denen sich die OECD zusammensetzt, einen Anstieg ihres BIP.

Diagramm zum Wirtschaftswachstum der OECD-Länder und der Vereinigten Staaten von 2007 – 2017 (Quelle: US-Außenministerium)

 

Solide Kreditgeber

Unternehmen sind bei ihrer Gründung oder Expansion ihres Geschäftes auf Bankkredite angewiesen, die weiteres Wachstum in den Vereinigten Staaten und im Ausland nach sich ziehen.

Auch hier gibt es gute Neuigkeiten.

Die Zentralbank der Vereinigten Staaten, auch bekannt als Fed, kündigte im Juni an, dass – zum ersten Mal seit Beginn der Stresstests für die größten US-Banken im Jahr 2011 –, alle 34 Banken über ausreichend Barmittel verfügten, um während eines möglichen weltweiten Abschwungs weiterhin Geld verleihen zu können.

Bargeldaushändigung durch Öffnung im Schalterfenster (Foto: Shutterstock)
(Foto: Shutterstock)

Laut Brian Daner von der US-Handelskammer sind die US-Banken für die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung. „Dass US-Banken in so einer guten Lage und mit ausreichend Kapital ausgestattet sind, bedeutet ein gewisses Maß an Sicherheit für die Weltwirtschaft“, so Daner.

Im August und September wurden die Vereinigten Staaten von zwei großen Wirbelstürmen getroffen, die eine leichte Verlangsamung sowohl beim Wachstum des BIP als auch bei den Beschäftigungszahlen nach sich ziehen könnte, aber die meisten Ökonomen vermuten, dass diese Auswirkungen auf die Volkswirtschaft nur vorübergehend wären.

Scharfman ist mit Blick auf die Zukunft seines Unternehmens Specialty Cheese Company und der Weltwirtschaft optimistisch. „Wenn es der US-Volkswirtschaft gut geht, verlangt sie nach mehr Input aus aller Welt – und das kommt allen zugute“, sagt er.

Originaltext: The U.S. economy shows its strength