Stolperstein-Zeremonie im Gedenken an Mildred Fish-Harnack und Arvid Harnack

Photo of Stolperstein ceremony
Stolpersteine der Familie Harnack

US-Botschafter John B. Emerson nahm an der Stolperstein-Zeremonie im Gedenken an die Widerstandskämpferin Mildred Fish-Harnack und ihren Ehemann, Arvid Harnack, beide Opfer des Dritten Reiches, teil und hielt eine kurze Rede. Mildred Fish-Harnack war amerikanische Staatsbürgerin.

Die Familie war durch Jilly Allenby-Ryan und ihre Schwester, Nicole Hutchings, vertreten. Beide sind Enkeltöchter von Arvid Harnacks Schwester, Inge Harnack. Als Teil der Zeremonie ließ der Berliner Künstler Gunter Demnig vor dem Haus in der Genthiner Straße 14, der letzten frei gewählen Adresse der Familie, zwei Stolpersteine auf dem Gehweg ein.

Weitere Redner waren: André Schmitz, Berliner Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten, Professor Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, und Joel Waldinger. Waldinger ist ein renommierter amerikanischer Journalist, der 2011 den Dokumentarfilm „Wisconsin’s Nazi Resistance: The Mildred Fish Harnack Story“ für das Wisconsin Public Television produzierte und für seinen Beitrag zur deutsch-amerikanischen Verständigung 2012 den International Media Award der RIAS-Komission Berlin erhielt.

Mildred Fish-Harnack, eine amerikanische Literaturhistorikerin und Absolventin der University of Wisconsin, heiratete Arvid Harnack, einen jungen deutschen Universitätsabsolventen, mit dem sie 1929 nach Deutschland zog. Beunruhigt durch den Aufstieg Hitlers und der Nationalsozialisten in den 30er Jahren traten die Harnacks mit anderen Gleichgesinnten einer Widerstandsgruppe bei, die später unter dem Namen „Rote Kapelle“ bekannt wurde. Arvid Harnack wurde 1942 verhaftet und hingerichtet. Mildred Fish-Harnack wurde am 16. Februar 1943 mit der Guillotine hingerichtet. Sie ist die einzige amerikanische Zivilistin, die auf direkten Befehl Hitlers exekutiert wurde. 1986 erklärte das Parlament in Wisconsin ihren Geburtstag, den 16. September, für ganz Wisconsin zum „Mildred Harnack Day“.