Dies ist der Tag Amerikas

Der Präsident des Obersten Gerichtshofs, John Roberts, nimmt Joe Biden den Amtseid als 46. Präsident der Vereinigten Staaten ab. Jill Biden hält währenddessen die Bibel. (Foto: Saul Loeb/Pressefoto/AP)

Am 20. Januar 2021 leistete US-Präsident Joseph R. Biden im Rahmen einer Zeremonie vor dem Kapitol seinen Amtseid. Danach hielt der 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika seine Antrittsrede.

Herr Präsident des Obersten Gerichtshofs Roberts, Vizepräsidentin Harris, Speaker Pelosi, Minderheitsführer McConnell, Vizepräsident Pence, verehrte Gäste, Amerikanerinnen und Amerikaner.

Dies ist der Tag Amerikas.

Dies ist der Tag der Demokratie.

Ein geschichtsträchtiger und hoffnungsvoller Tag.

Ein Tag der Erneuerung und Entschlossenheit.

Durch eine beispiellose Feuerprobe wurden die Vereinigten Staaten von Amerika erneut geprüft und sind der Herausforderung gerecht geworden.

Heute feiern wir nicht den Triumph eines Kandidaten, sondern den Triumph einer Sache, der Sache der Demokratie.

Der Wille des Volkes wurde erhört, und der Wille des Volkes wurde respektiert.

Erneut haben wir gelernt, dass Demokratie kostbar ist.

Demokratie ist zerbrechlich.

Und in dieser Stunde, meine Freundinnen und Freunde, hat die Demokratie gesiegt.

Deshalb kommen wir heute hier an diesem geheiligten Ort zusammen, wo erst vor wenigen Tagen mit Gewalt versucht wurde, die Fundamente dieses Kapitols zu erschüttern. Wir kommen als eine Nation zusammen, unter Gott, unteilbar, um die friedliche Machtübergabe so zu vollziehen, wie wir es seit mehr als zwei Jahrhunderten tun.

Wir schauen auf unsere typisch amerikanische Art nach vorn – rastlos, kühn und optimistisch – und richten unser Augenmerk auf die Nation, von der wir wissen, dass wir sie sein können und sein müssen.

Ich danke meinen Vorgängern aus beiden Parteien für ihre Anwesenheit.

Ich danke ihnen von ganzem Herzen.

Sie wissen um die Widerstandskraft unserer Verfassung und die Stärke unserer Nation.

Auch Präsident Carter, mit dem ich gestern Abend gesprochen habe, kennt sie. Er kann heute nicht hier sein, aber wir verneigen uns vor seinem lebenslangen Einsatz für unser Land.

Ich habe soeben den heiligen Eid abgelegt, den jeder dieser Patrioten geschworen hat – den Eid, den George Washington als Erster leistete.

Aber die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika hängt nicht von einem von uns ab, auch nicht von einigen von uns, sondern von uns allen.

Von „uns, dem Volk“, das eine vollkommenere Union anstrebt.

Dies ist eine großartige Nation, und wir sind gute Bürgerinnen und Bürger.

Im Verlauf der Jahrhunderte haben wir es durch stürmische Zeiten und Auseinandersetzungen, in Frieden und Krieg, sehr weit geschafft. Doch es liegt noch ein weiter Weg vor uns.

Wir werden mit Tempo und der gebotenen Dringlichkeit voranschreiten, denn wir haben in diesem Winter der Gefahren und Möglichkeiten viel zu tun.

Es gibt viel zu reparieren.

Viel wiederherzustellen.

Viel zu heilen.

Viel aufzubauen.

Viel zu gewinnen.

Nur wenige Abschnitte in der Geschichte unserer Nation haben uns vor größere Herausforderungen oder Schwierigkeiten gestellt, als der, in dem wir uns jetzt befinden.

Ein Jahrhundertvirus schleicht lautlos durch das Land.

Es hat in einem Jahr mehr Leben gefordert als die Vereinigten Staaten im Zweiten Weltkrieg an Opfern zu beklagen hatten.

Millionen von Menschen haben ihren Arbeitsplatz verloren.

Hunderttausende Unternehmen mussten schließen.

Der Ruf nach Gerechtigkeit zwischen den Rassen, der seit 400 Jahren immer lauter erschallt, bewegt uns. Der Traum von Gerechtigkeit für alle wird nicht mehr hintangestellt.

Die Erde selbst schreit um Hilfe. Dieser Schrei könnte verzweifelter oder deutlicher nicht sein.

Und jetzt sind wir mit zunehmendem politischen Extremismus und einem Vorherrschaftsanspruch von Weißen sowie Terrorismus im Inland konfrontiert, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen und die wir besiegen werden.

Diese Herausforderungen zu überwinden, die Seele Amerikas wiederherzustellen und unsere Sicherheit zu gewährleisten, erfordert mehr als Worte.

Es erfordert diese in einer Demokratie von allen am schwersten zu fassende Eigenschaft:

Einigkeit.

Einigkeit.

In einem anderen Januar, am Neujahrstag 1863, unterzeichnete Abraham Lincoln in Washington die Emanzipationsproklamation.

Als er zur Feder griff, sagte der Präsident: „Wenn mein Name jemals in die Geschichte eingeht, dann für diesen Akt, und meine ganze Seele steckt darin.“

Meine ganze Seele steckt darin.

Heute, an diesem Tag im Januar, steckt meine ganze Seele in Folgendem:

die Vereinigten Staaten von Amerika zusammenzuführen.

Unsere Bürgerinnen und Bürger zu einen.

Und unsere Nation zu einen.

Ich bitte alle Amerikanerinnen und Amerikaner, sich mir in dieser Sache anzuschließen.

Zusammenzukommen, um gegen die gemeinsamen Feinde zu kämpfen, denen wir uns gegenübersehen:

Wut, Groll, Hass.

Extremismus, Gesetzlosigkeit, Gewalt.

Krankheit, Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit.

Geeint können wir Großartiges vollbringen. Bedeutendes.

Wir können Unrecht korrigieren.

Wir können gute Arbeitsplätze schaffen.

Wir können unsere Kinder an sicheren Schulen unterrichten.

Wir können dieses tödliche Virus überwinden.

Wir können Arbeit belohnen, die Mittelschicht wiederaufbauen und Gesundheitsversorgung für alle gewährleisten.

Wir können Gerechtigkeit zwischen den Rassen schaffen.

Wir können die Vereinigten Staaten von Amerika wieder zu einer führenden Kraft des Guten auf der Welt machen.

Ich weiß, von Einigkeit zu sprechen, mag für viele wie ein Hirngespinst klingen.

Ich weiß, dass die Kräfte, die uns spalten, tief reichen und überaus real sind.

Ich weiß aber auch, dass sie nicht neu sind.

Unsere Geschichte war immer auch ein Kampf zwischen dem amerikanischen Ideal, dass wir alle gleich geschaffen wurden, und der harten und hässlichen Realität, dass Rassismus, Nativismus, Angst und Dämonisierung uns lange gespalten haben.

Es ist ein beständiger Kampf.

Man kann sich des Sieges nie sicher sein.

Im Bürgerkrieg, während der Weltwirtschaftskrise, im Zweiten Weltkrieg, bei den Anschlägen vom 11. September 2001, durch Opfer und Rückschläge hindurch haben sich immer unsere besseren Seiten durchgesetzt.

In diesen Zeiten fanden stets genügend von uns zusammen, um uns alle voranzubringen.

Das schaffen wir auch jetzt.

Geschichte, Glaube und Vernunft weisen uns den Weg, den Weg der Einigkeit.

Wir können einander als Nachbarn statt als Gegner sehen.

Wir können einander mit Würde und Respekt begegnen.

Wir können uns zusammentun, aufhören, uns anzuschreien und gelassener werden.

Denn ohne Einigkeit gibt es keinen Frieden, sondern nur Bitterkeit und Zorn.

Keinen Fortschritt, sondern nur kraftraubende Empörung.

Keine Nation, sondern nur ein Land im Chaos.

Dies ist unser historischer Augenblick der Krise und der Herausforderung, und der Weg nach vorn heißt Einigkeit.

Und wir müssen uns diesem Augenblick als Vereinigte Staaten von Amerika stellen.

Ich versichere Ihnen, wenn wir das tun, werden wir nicht scheitern.

Wir sind in Amerika noch nie, nie, niemals gescheitert, wenn wir gemeinsam gehandelt haben.

Machen wir also heute, hier und jetzt, einen neuen Anfang.

Wir alle.

Hören wir einander zu.

Bringen wir Verständnis füreinander auf.

Sehen wir einander.

Zollen wir einander Respekt.

Politik muss kein Feuer sein, das auf dem Weg, auf dem es wütet, alles zerstört.

Nicht jede Meinungsverschiedenheit muss zu einer Kriegserklärung führen.

Und wir müssen einer Kultur, in der selbst Fakten manipuliert und sogar erfunden werden, eine Absage erteilen.

Meine amerikanischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, so dürfen wir uns nicht verhalten.

Amerika muss besser sein.

Und ich glaube, dass Amerika besser ist.

Sehen Sie sich nur um.

Hier stehen wir im Schatten der Kuppel eines Kapitols, das inmitten des Bürgerkriegs fertiggestellt wurde, als die Union selbst auf dem Spiel stand.

Und doch haben wir durchgehalten und es geschafft.

Nun stehen wir hier und blicken auf die großartige Promenade, auf der Martin Luther King von seinem Traum sprach.

Wir stehen hier an der Stelle, an der vor 108 Jahren bei einer anderen Amtseinführung Tausende von Protestierenden versuchten, mutige Frauen daran zu hindern, für das Wahlrecht zu demonstrieren.

Am heutigen Tag wird erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten eine Frau als gewählte Vertreterin für dieses nationale Amt vereidigt: Vizepräsidentin Kamala Harris.

Erzählen Sie mir nicht, dass die Dinge sich nicht ändern können.

Wir stehen hier, gegenüber dem Nationalfriedhof Arlington auf der anderen Seite des Potomac, auf dem in ewigem Frieden jene Helden ruhen, die das letzte, größte Opfer gebracht haben.

Und wir stehen hier nur Tage, nachdem ein aufrührerischer Mob glaubte, er könne mit Gewalt den Willen des Volkes verstummen lassen, der Arbeit unserer Demokratie Einhalt gebieten und uns von diesem geheiligten Boden vertreiben.

Das ist nicht geschehen.

Es wird niemals geschehen.

Nicht heute.

Nicht morgen.

Niemals.

All denen, die unseren Wahlkampf unterstützt haben, möchte ich sagen, dass Ihr Glaube an uns mich demütig macht.

All denen, die uns nicht unterstützt haben, möchte ich Folgendes sagen: Hören Sie sich erst einmal an, was ich zu sagen habe. Bilden Sie sich ein Urteil über mich und mein Herz.

Wenn Sie dann immer noch anderer Meinung sind, dann sei es so.

Das ist Demokratie. Das ist Amerika. Das Recht, friedlich zu widersprechen, innerhalb der Leitplanken unserer Republik, ist vielleicht die größte Stärke unserer Nation.

Aber hören Sie mir genau zu: Meinungsverschiedenheiten dürfen nicht zu Zwietracht führen.

Und ich verspreche Ihnen: Ich werde ein Präsident für alle Amerikanerinnen und Amerikaner sein.

Ich werde ebenso unnachgiebig für diejenigen kämpfen, die mich nicht unterstützt haben, wie für diejenigen, die es getan haben.

Vor vielen Jahrhunderten schrieb Augustinus, ein Heiliger meiner Kirche, dass ein Volk eine Vielzahl von Menschen sei, denen die gleichen Dinge am Herzen liegen.

Was sind die Dinge, die uns am Herzen liegen und die uns als Amerikanerinnen und Amerikaner ausmachen?

Ich glaube, ich weiß es.

Chancen.

Sicherheit.

Freiheit.

Würde.

Respekt.

Ehre.

Und, ja, die Wahrheit.

Die vergangenen Wochen und Monate haben uns etwas Schmerzhaftes gelehrt.

Es gibt die Wahrheit, und es gibt Lügen.

Lügen, die erzählt werden, um an Macht und Profit zu gelangen.

Und wir alle haben die Pflicht und die Verantwortung, als Bürger, als Amerikaner und insbesondere als Entscheidungsträger – als Regierungsvertreter, die geschworen haben, unsere Verfassung zu achten und unsere Nation zu schützen –, die Wahrheit zu verteidigen und Lügen zu bekämpfen.

Mir ist bewusst, dass viele Amerikanerinnen und Amerikaner mit einer gewissen Angst und Sorge in die Zukunft blicken.

Ich weiß, dass sie Angst haben, um ihre Arbeitsplätze, dass sie ihre Familien nicht versorgen können und vor dem, was auf sie zukommt.

Ich verstehe das.

Aber die Antwort ist nicht, sich nach innen zu kehren, sich in konkurrierende Lager zurückzuziehen und denen zu misstrauen, die nicht so aussehen wie man selbst, nicht denselben Glauben haben oder Nachrichten nicht aus denselben Quellen beziehen wie man selbst.

Wir müssen diesen unbürgerlichen Krieg beenden, in dem Rot und Blau, Land und Stadt, konservativ und liberal gegeneinander ausgespielt werden.

Das können wir schaffen, wenn wir unseren Geist öffnen, anstatt unsere Herzen hart werden zu lassen.

Wenn wir ein wenig Toleranz und Demut zeigen.

Wenn wir bereit sind, uns für einen kurzen Augenblick in andere hineinzuversetzen.

Denn im Leben ist es doch so: Niemand weiß, was das Schicksal für uns bereithält.

An manchen Tagen brauchen wir Hilfe.

An anderen Tagen werden wir gebeten, zu helfen.

So sollten wir miteinander umgehen.

Und wenn wir so miteinander umgehen, wird unser Land stärker, wohlhabender und besser auf die Zukunft vorbereitet sein.

Meine amerikanischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, bei der Arbeit, die vor uns liegt, werden wir einander brauchen.

Wir werden all unsere Kraft brauchen, um diesen dunklen Winter durchzustehen.

Wir treten gerade in die möglicherweise schwierigste und tödlichste Phase des Virus‘.

Wir müssen die Politik beiseitelassen und uns dieser Pandemie endlich als Nation stellen.

Ich verspreche Ihnen, wie es in der Bibel steht: Die Nacht ist noch voll Weinen, doch mit dem Morgen kommt die Freude.

Wir werden dies gemeinsam durchstehen.

Die Welt schaut heute auf uns.

Deshalb richte ich diese Worte an die Menschen jenseits unserer Grenzen: Amerika wurde auf die Probe gestellt und ist gestärkt daraus hervorgegangen.

Wir werden die Bande zu unseren Verbündeten wieder stärken und auf die Welt zugehen.

Nicht, um die Herausforderungen von gestern zu bewältigen, sondern die von heute und morgen.

Wir werden nicht nur durch Zurschaustellung unserer Macht führen, sondern auch kraft unseres starken Vorbilds.

Wir werden ein starker und zuverlässiger Partner für Frieden, Fortschritt und Sicherheit sein.

Wir haben als Nation sehr viel durchgestanden.

Als meine erste Amtshandlung als Präsident möchte ich Sie daher nun alle bitten, sich mir in einem stillen Gebet für all jene anzuschließen, die im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie von uns gegangen sind.

Für diese 400.000 amerikanischen Mitbürgerinnen und Mitbürger – Mütter, Väter, Ehemänner und -frauen, Söhne und Töchter, Freunde, Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen.

Wir werden ihr Andenken in Ehren halten, indem wir zu den Menschen, zu der Nation werden, von der wir wissen, dass wir sie sein können und sein sollten.

Beten wir still für all jene, die ihr Leben gelassen haben, für ihre Angehörigen und für unser Land.

Amen.

Wir werden auf die Probe gestellt.

Wir sehen uns einem Angriff auf Demokratie und Wahrheit gegenüber.

Einem grassierenden Virus.

Zunehmender Ungleichheit.

Dem Stachel des systemischen Rassismus.

Einer Klimakrise.

Der Frage nach der internationalen Rolle der Vereinigten Staaten.

Jede einzelne dieser Herausforderungen würde uns bereits viel abverlangen.

Wir stehen jedoch all diesen Herausforderungen auf einmal gegenüber und tragen als Nation die größte Verantwortung.

Wir müssen uns diesen Herausforderungen jetzt stellen.

Wir alle.

Es ist an der Zeit, mutig zu sein, denn es gibt sehr viel zu tun.

Eines ist sicher:

Man wird uns daran messen, wie wir mit den ineinandergreifenden Krisen unserer Zeit umgehen.

Werden wir uns der Situation gewachsen zeigen?

Werden wir in dieser außergewöhnlichen und schwierigen Zeit bestehen?

Werden wir unsere Pflicht tun und unseren Kindern eine neue und bessere Welt hinterlassen?

Ich glaube, das müssen und werden wir tun.

Und wir werden damit das nächste Kapitel der amerikanischen Geschichte schreiben.

Und diese Geschichte erinnert dann vielleicht an ein Lied, das mir sehr viel bedeutet.

Es heißt American Anthem.

„Jahrhunderte des Schaffens und der Gebete

haben uns zu diesem Tag geführt.

Was wird unser Vermächtnis sein?

Was werden unsere Kinder sagen?

Lass es mich im Herzen spüren,

wenn meine Tage gezählt sind.

Amerika

Amerika

Ich habe mein Bestes für dich gegeben.“

Tragen wir unser eigenes Schaffen und unsere Gebete zu dieser sich entfaltenden Geschichte unserer Nation bei.

Wenn wir das tun, wenn unsere Zeit gekommen ist, werden unsere Kinder und Enkelkinder von uns sagen: Sie haben ihr Bestes gegeben.

Sie haben ihre Pflicht getan.

Sie haben ein entzweites Land geheilt.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich habe mit einem heiligen Eid begonnen, und mit einem solchen möchte ich auch schließen.

Vor Gott und Ihnen allen gebe ich mein Wort:

Ich werde immer offen und ehrlich zu Ihnen sein.

Ich werde die Verfassung verteidigen.

Ich werde die Demokratie verteidigen.

Ich werde die Vereinigten Staaten von Amerika verteidigen.

Ich werde bei meiner Arbeit für Sie alles geben und dabei nicht an Macht, sondern an Möglichkeiten denken.

Nicht an meine eigenen Interessen, sondern an das Wohl der Allgemeinheit.

Zusammen werden wir eine amerikanische Geschichte schreiben, die von Hoffnung handelt und nicht von Angst.

Von Einheit und nicht von Spaltung.

Von Licht und nicht von Dunkelheit.

Eine amerikanische Geschichte, in der es um Anstand und Würde geht.

Um Liebe und Heilung.

Um Größe und Güte.

Möge dies die Geschichte sein, von der wir uns leiten lassen.

Die Geschichte, die uns inspiriert.

Die Geschichte, die zukünftigen Generationen davon erzählt, dass wir dem Ruf der Geschichte gefolgt sind.

Dass wir im richtigen Augenblick das Richtige getan haben.

Dass wir Demokratie und Hoffnung, Wahrheit und Gerechtigkeit in unserer Amtszeit nicht zugrunde gehen lassen, sondern gestärkt haben.

Dass unser Amerika die Freiheit in unserem Land geschützt und weltweit wieder seine Strahlkraft entfaltet hat.

Das schulden wir unseren Vorfahren, uns selbst und künftigen Generationen.

Wenden wir uns also bestimmt und entschlossen den Aufgaben unserer Zeit zu.

Getragen vom Glauben.

Angetrieben von unseren Überzeugungen.

Und einander und unserem Land, das wir alle von ganzem Herzen lieben, ergeben.

Möge Gott die Vereinigten Staaten von Amerika segnen und möge Gott unsere Soldatinnen und Soldaten schützen.

Vielen Dank, Amerika.

Originaltext: Inaugural Address by President Joseph R. Biden, Jr.