Tipps für Mädchen von jungen Wissenschaftlerinnen

Fünf Frauen in Laborkitteln (Mit freundlicher Genehmigung von L'Oréal USA)
Die For Women in Science Fellows 2016 erhalten eine Führung durch die Research & Innovation Labs von L’Oréal in Clark (New Jersey). (L’Oréal USA)

WASHINGTON – (AD) – Das Programm Women in Science unterstützt junge Frauen dabei, sich in der immer noch von Männern dominierten Welt der naturwissenschaftlichen Forschung durchzusetzen. Dieser Beitrag mit Ratschlägen junger Wissenschaftlerinnen für Mädchen erschien am 13. Oktober 2016 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums.

Als Frau hat man es in den von Männern dominierten wissenschaftlichen Forschungsbereichen nicht immer leicht. Studien zufolge sind weniger als ein Drittel der Forscher weltweit weiblich.

Wir haben mit einer Gruppe erfolgreicher junger Frauen gesprochen, die Ratschläge für Mädchen und Frauen hat, die an Naturwissenschaften, Ingenieurwesen oder Mathematik interessiert sind. Diese Mentorinnen wissen, wovon sie sprechen: Sie alle haben vor Kurzem Fellowship-Stipendien von L’Oréal USA For Women in Science erhalten, um zu habilitieren und einer jüngeren Frauengeneration als Vorbild zu dienen.

Hier berichten sie von den Hindernissen, die sie überwinden mussten, und ermutigen junge Frauen, ebenfalls diesen Weg einzuschlagen.

Frau mit verschränkten Armen (Mit freundlicher Genehmigung von  L'Oréal USA)
Amy Orsborn (L’Oréal USA)

„Warum meinen wir eigentlich, die Hälfte der Bevölkerung könnte den Bedürfnissen der ganzen Welt gerecht werden? Es müssen alle mitmachen“, erklärt die 32-jährige Amy Orsborn bei der Preisverleihungszeremonie von For Women in Science. Sie ist Neurowissenschaftlerin und studiert an der New York University.

„Ich hatte immer wieder mit Selbstzweifeln zu kämpfen“, sagt sie. „Ich glaube, wir müssen Frauen und Mädchen beibringen, dass Scheitern nicht bedeutet, dass man es nicht kann. Man muss es nur wirklich wollen, richtig ranklotzen, sich an die Arbeit machen und es erneut versuchen.“

Eine Frau hilft Schülerinnen im Klassenzimmer (Mit freundlicher Genehmigung von L'Oréal USA)
Anela Choy hilft Grundschülerinnen bei einem naturwissenschaftlichen Experiment. (L’Oréal USA)

Anela Choy, 33, rät jungen Wissenschaftlerinnen, „nie aufzuhören, nach Antworten zu suchen. … Es gibt immer mehr Fragen als Antworten, und manchmal kann einen das überfordern.“

Choy, Postdoktorandin im Bereich Biologie, Ozeanografie und Meeresökologie am Monterey Bay Aquarium Research Institute in Kalifornien, sieht die größte Herausforderung für Studentinnen der Naturwissenschaften darin, dass es nicht viele Frauen in Führungspositionen gibt. „Wenn man sich das Geschlechterverhältnis bei den Studierenden, Doktoranden und auch im Lehrkörper ansieht, so wird das Ungleichgewicht immer größer.“

Lächelnde Frau im Labor (Mit freundlicher Genehmigung von  L'Oréal USA)
Shruti Naik (L’Oréal USA)

Shruti Naik, 31, forscht als promovierte Wissenschaftlerin an der Rockefeller University in New York im Bereich Immunologie und Stammzellbiologie. Ihr Mantra: „Seid mutig.“ Wenn man nicht an euch glaubt, oder ihr selbst nicht an euch glaubt – und das kommt ziemlich häufig vor – dann seid einfach mutig und lasst es drauf ankommen. Ihr werdet überrascht sein, was ihr erreichen könnt, wenn ihr eure Ängste überwindet.“ Eine der größten Herausforderungen für Frauen sind ihre Selbstzweifel, sagt Naik.

„Frauen neigen dazu, ihre Fähigkeiten infrage zu stellen, und ich glaube, dass ihr Umfeld nicht wirklich dazu beiträgt, dem entgegenzuwirken. Wir müssen Frauen stärker ermutigen und anspornen und ihnen mehr Anerkennung zeigen.“

Frauen in Laborkitteln prüfen Schriftstücke (Mit freundlicher Genehmigung von L'Oréal USA)
Moriel Zelikowsky, Zweite von links (L’Oréal USA)

„Frauen haben ein besonderes Talent dafür, Probleme zu lösen und neue Lösungsmöglichkeiten zu finden, und meiner Meinung nach bringen wir einen frischen Blick auf die Sache und neue Perspektiven mit“, sagt die 33-jährige Moriel Zelikowsky. „Ich bin gespannt, wie das die Wissenschaft in Zukunft verändern wird.“

Die Postdoktorandin Zelikowsky, die als Neurowissenschaftlerin im Bereich Biologie und Bioengineering am California Institute of Technology forscht, erklärt, dass es in Wissenschaft und Technik zwar wenig Frauen in den höchsten Positionen gibt, inzwischen aber mehr Frauen Naturwissenschaften studieren und in diesen Bereichen promovieren.

„Wir müssen jetzt auf jeden Fall am Ball bleiben“, sagt sie. „In der Wissenschaft heißt es, dass die letzten zehn Prozent der Arbeit immer am schwersten sind. Deshalb dürfen wir jetzt auf keinen Fall auf- oder nachgeben.“

Die 31-jährige Laura Sampson ist Astrophysikerin an der Northwestern University in Illinois. Während ihres gesamten Studiums wurde sie in Mathe oder Physik nie von Professorinnen unterrichtet. Das inspirierte sie dazu, eine Mentorinnenprogramm für jüngere Studentinnen ins Leben zu rufen.

Ihr Rat an die nächste Generation: „Lasst euch nicht davon abschrecken, wie Wissenschaftler in der Populärkultur dargestellt werden. Man muss weder ein Mann sein noch wie besessen auf ein Ziel hinarbeiten, um Wissenschaftler zu werden“, sagt sie und erzählt, dass sie und andere Stipendiatinnen durchaus auch noch andere Interessen und Hobbies haben.

Wissenschaftlerinnen aus aller Welt

Frau vor einer Projektion des Weltraums (Mit freundlicher Genehmigung von L'Oréal USA)
Laura Sampson (L’Oréal USA)

Die L’Oréal-UNESCO For Women in Science International Awards wurden 1998 ins Leben gerufen, um herausragende Wissenschaftlerinnen aus aller Welt hervorzuheben und zu fördern. Im Rahmen des internationalen Programms und der annähernd 50 nationalen und regionalen Programme, zu denen auch das US-Programm gehört, erhielten fast 2.500 Wissenschaftlerinnen aus mehr als 100 Ländern Stipendien für ihre vielversprechenden Forschungsarbeiten.

Originaltext: Advice to girls from young women scientists