Überlebende von COVID-19 in den Vereinigten Staaten spenden Blutplasma

Diana Berrent will COVID-19-Überlebende dazu motivieren, zu Forschungszwecken Plasma zu spenden. (Foto: Diana Berrent)

Der folgende Artikel über Blut- und Plasmaspender, die COVID-19 überlebt haben, erschien am 30. April 2020 auf ShareAmerica, einer offiziellen Website des US-Außenministeriums.

Als Diana Berrent im März eine der ersten war, die in Port Washington im Bundesstaat New York positiv auf COVID-19 getestet wurden, fragte sie sich, ob sie auch zu den ersten Überlebenden in den Vereinigten Staaten gehören würde.

Die Hoffnung, zu überleben und mit ihren Antikörpern möglicherweise andere retten zu können, brachten die Fotografin auf die Idee, das Netzwerk und die Facebook-Gruppe Survivor Corps ins Leben zu rufen, um COVID-19-Überlebende zu Blut- und Blutplasmaspenden zu motivieren. Diese Spenden helfen der Medizinforschung, die Krankheit besser zu begreifen, und können letztendlich auch zur effektiveren Behandlung von Patienten beitragen. Als Antikörper werden die Proteine bezeichnet, die die weißen Blutkörperchen zur Bekämpfung von Infektionen produzieren.

Das Netzwerk hat kürzlich die 40.000-Mitglieder-Marke überschritten und wird seit Kurzem von der NBA unterstützt, die über ihre Social-Media-Kanäle für die Blutspendeaktion wirbt.

Berrent äußerte sich dazu so: „Es ist im Grunde ein Handlungsaufruf an alle von COVID-19 betroffenen Amerikanerinnen und Amerikaner ein Teil der Lösung zu werden und die Wissenschaftsgemeinschaft auf jede ihnen mögliche Weise zu unterstützen. Ich freue mich, sagen zu können, dass wir massenhaft Freiwillige für [wissenschaftliche] Studien gewinnen konnten, sodass sich die Krankenhäuser darum nun nicht mehr selbst kümmern müssen.“

Nachdem Berrent ärztlich bestätigt wurde, dass sie virenfrei ist, und bei ihr eine hohe Zahl von Antikörpern nachgewiesen werden konnte, konnte sie im New York Blood Center für eine Studie des Irving Medical Center der Columbia University Plasma spenden.

Berrent bei der Blutplasmaspende im New York Blood Center (Foto: Diana Berrent)

Studienleiter Dr. Eldad Hod nannte die Studie eine gute Gelegenheit für Überlebende, „sich einzubringen und etwas zu tun, das die Situation national und international verbessern kann“.

Hod zufolge hofft man, dass Plasma von genesenen Patienten lebensrettende Antikörper enthält, die anderen helfen können.

Im März hatte die US-Zulassungsbehörde für Lebensmittel und Medikamente (Food and Drug Administration – FDA) den ersten Coronavirus-Antikörpertest in den Vereinigten Staaten zugelassen, der von Cellex, einem amerikanischen Biotechnologie-Unternehmen, hergestellt wird. Der Test liefert innerhalb von 15 bis 20 Minuten Ergebnisse.

Präsident Trump nannte den Cellex-Test „einen wichtigen Schritt, um Menschen zu identifizieren, die genesen sind und [der Medizin] helfen können, ihre Immunreaktion und ihr Immunsystem besser zu verstehen“.

Dass sich Amerikanerinnen und Amerikaner in Zeiten der Not freiwillig engagieren ist kein neues Phänomen. Schon im 19. Jahrhundert schrieb der französische Politikwissenschaftler und Historiker Alexis de Tocqueville in seinem Buch Democracy in America: „Bei einem Unfall auf der Schnellstraße eilen die Menschen den Leidenden zu Hilfe. Wenn eine Familie eine schwere und plötzliche Tragödie ereilt, öffnen tausende Fremde sofort bereitwillig die Brieftaschen, um ihre Not mit kleinen, aber dafür zahlreichen Spenden zu lindern.“

Berrent, die sagt, sie habe einen leichten COVID-19-Verlauf gehabt, wird alle sieben Tage Plasma spenden. Sie geht davon aus, dass ihre Bewegung noch weiter wachsen wird, und meint: „Wir müssen diesen Kampf als globale Gemeinschaft führen.“

Originaltext: U.S. survivors of COVID-19 donate plasma