Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten von Amerika 2019

Foto: US-Botschaft

Bei der Feier der US-Botschaft Berlin zum diesjährigen Independence Day, die am 4. Juli 2019 im Hangar 7 auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof stattfand, hielt die Gesandte der Botschaft, Robin Quinville, die folgende Rede.

Als Diplomatin komme ich in den Genuss, den Unabhängigkeitstag an vielen verschiedenen Orten auf der Welt zu feiern. Wo auch immer sie stattfindet: Die alljährliche Party zum 4. Juli ist immer ein Highlight.

Aber die Feier hier am Flughafen Berlin-Tempelhof ist etwas ganz Besonderes. Wir lieben diese Stadt und das, was die Freiheit aus ihr gemacht hat. Wenn wir den amerikanischen Nationalfeiertag gemeinsam mit unseren deutschen Freunden begehen, denken wir an all das, was wir in der Vergangenheit erreicht haben und was die Zukunft noch bringen wird. Wir haben als Partner zusammengearbeitet, verbunden durch gemeinsame Werte und das Bekenntnis zu einer Zukunft, die auf der Sicherheit, dem Wohlstand und der Würde unserer Bürger und aller Menschen der Welt aufbaut.
Die Luftbrücke ist ein Symbol dieses Bekenntnisses. Sie läutete den Beginn einer neuen Ära der deutsch-amerikanischen Partnerschaft und Freundschaft ein.

Die Geschichte der Luftbrücke ist eigentlich unglaublich. Es war ein schwieriges Unterfangen – wie haben sie das nur geschafft? Fast ein Jahr lang wurden Nahrungsmittel und Brennstoffe – und manchmal auch Süßigkeiten – nach Berlin geflogen. Das war gefährlich: 32 amerikanische und 39 britische Crew-Mitglieder kamen ums Leben. Trotzdem wurde weiter geflogen, rund um die Uhr und bei jedem Wetter.

Heute beschweren sich die Menschen an einem Flughafen mitten in der Stadt über den ständigen Lärm. Nicht so die Berliner jener Zeit. Das Getöse der Flugzeuge bedeutete, dass – momentan – alles in Ordnung war. Verzögerungen im eng getakteten Flugplan, nach dem alle drei Minuten Flugzeuge starteten und landeten, fielen den Menschen sofort auf. Wenn es nachts plötzlich still war, wachten die Menschen auf. Sie fragten sich: „Ist alles in Ordnung? Werden sie weiter fliegen?“

Diese Sorgen waren im Berlin der Nachkriegszeit sehr real. Die Menschen hatten Angst. Sie waren hungrig. Wer damals Kind war, erinnert sich an den süßlichen Geschmack des Milchpulvers aus den Care-Paketen, an den Geruch des Schokoladenpapiers und an das Schulessen, das die alliierten Truppen nach Berlin brachten.

Die Erinnerung an diese Details mag mit den Jahren verblasst sein, aber ich hoffe, dass der Mut und das Engagement der alliierten Piloten, die den Berlinerinnen und Berlinern Hoffnung brachten, niemals in Vergessenheit geraten.
Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Botschaft möchte ich Ihnen allen dafür danken, dass Sie den 243. Geburtstag der Vereinigten Staaten von Amerika und den 70. Jahrestag der Berliner Luftbrücke mit uns feiern. Ich möchte insbesondere der Berliner Polizei sowie der Feuerwehr und den Rettungsdiensten für ihre Hilfe danken. Sie haben dieses Jahr wirklich außerordentliche Anstrengungen unternommen. Dafür sind wir Ihnen zutiefst dankbar.
Zuletzt möchte ich noch den Sponsoren der heutigen Feier meinen besonderen Dank aussprechen. Sie haben diese tolle Veranstaltung erst möglich gemacht.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und einen schönen 4. Juli!