US-Außenminister Tillerson: „Afrika ist die Zukunft“

(Foto: incamerastock/Alamy)

Zur aktuellen Afrika-Reise von US-Außenminister Rex Tillerson erschien auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, am 6. März 2018 eine Zusammenfassung seiner im Vorfeld gehaltenen Rede zu den Beziehungen zwischen den USA und Afrika. Am 8. März besuchte Tillerson die Afrikanische Union in Addis Abeba (Äthiopien). Die Vereinigten Staaten sind das einzige nicht afrikanische Land, das eine Vertretung bei der AU unterhält.

Am Vorabend seines ersten offiziellen Besuchs in der Region südlich der Sahara stellte US-Außenminister Rex Tillerson einen neuen Rahmen für die amerikanisch-afrikanischen Beziehungen vor, der dazu beitragen soll, Afrika „zu einem Ort des Wohlstands und der Freiheit im 21. Jahrhundert“ zu machen.

Tillerson besucht auf seiner Reise vom 6. bis 13. März Tschad, Dschibuti, Äthiopien, Kenia und Nigeria, um mit führenden Politikern über die aktuellen Maßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus und zur Stärkung von Frieden und Sicherheit zu sprechen und zu erörtern, wie gute Regierungsführung gefördert und für beiden Seiten vorteilhafter Handel und Investitionen gesteigert werden können.

„Die Sicherheit und der wirtschaftliche Wohlstand der Vereinigten Staaten sind heute mehr denn je mit der Sicherheit und dem wirtschaftlichen Wohlstand Afrikas verknüpft“, sagte der Außenminister am 6. März in seiner Rede an der George Mason University in Fairfax (Virginia). Er wies darauf hin, dass unter den zehn in diesem Jahr am stärksten wachsenden Volkswirtschaften sechs afrikanische Länder sein werden.

Die gegenseitige Abhängigkeit zwischen den Vereinigten Staaten und Afrika werde sich in den kommenden Jahrzehnten intensivieren. Im Jahr 2030 wird ein Viertel der weltweiten Erwerbsbevölkerung in Afrika leben. „Um zu verstehen, wohin die Welt sich bewegt, muss man begreifen, dass Afrika die Zukunft ist.“

Die Rede des Außenministers baute auf seinem Treffen mit Vertretern 37 afrikanischer Länder und der Afrikanischen Union im vergangenen November auf, bei dem sich führende Politiker über Handel, Regierungsführung und Sicherheit austauschten.

Mehr Widerstandsfähigkeit

Die Vereinigten Staaten möchten ihre Beziehungen zu Afrika vertiefen, um afrikanische Länder „widerstandsfähiger und selbstständiger“ zu machen, so Tillerson. „Eine stabile Zukunft für unser aller Kinder und Enkelkinder dient den Interessen unserer Partner und auch denen der Vereinigten Staaten.

Stabilität ist jedoch eng mit Sicherheit verknüpft. Sie ist die Voraussetzung für wirtschaftlichen Wohlstand und stärkere Institutionen. „Ohne Sicherheit“, so Tillerson „kann keines der anderen Ziele erreicht werden.“

Als Reaktion auf die Bedrohung der Sicherheit haben die Vereinigten Staaten sieben der IS-Terrormiliz nahe stehende Gruppen und ihre Anführer mit Sanktionen belegt. Und auch afrikanische Länder ergreifen entsprechende Maßnahmen. Die Multinational Joint Task Force (gegründet von Nigeria, Niger, Tschad, Benin und Kamerun) und die Gruppe der fünf Sahel-Staaten G5 Sahel aus Burkina Faso, Tschad, Mali, Mauretanien und Niger bündeln Expertise und Ressourcen im Kampf gegen den Terrorismus, so Tillerson.

Bürgerkriege destabilisieren Afrika und führen immer öfter zu Hungersnöten. Tillerson kündigte an, dass die Vereinigten Staaten zusätzliche humanitäre Hilfe in Höhe von 533 Millionen Dollar bereitstellen werden, um Hunger und andere Auswirkungen der Konflikte in Somalia, im Südsudan, in Äthiopien und im Becken des Tschadsees zu bekämpfen.

Der Außenminister forderte die verbündeten afrikanischen Staaten ebenfalls auf, zusammen mit den Vereinigten Staaten friedlich Druck auf Nordkorea auszuüben, um dessen illegales Atomwaffenprogramm zu stoppen. „Das ist eine globale Anstrengung, und das muss sie auch sein“, sagte er. „Die afrikanischen Staaten müssen noch mehr tun.“

Verantwortungsvolle Entwicklung

Der Außenminister sagte, die Vereinigten Staaten begrüßten es, dass andere Länder zu Afrikas Entwicklung beitragen, wünschten sich aber „verantwortungsvolle Entwicklung und transparente marktwirtschaftliche Gepflogenheiten, die mehr politische Stabilität fördern“ und nicht, wie Chinas Herangehensweise, „Abhängigkeit begünstigen“.

Zum Thema Handel wies Tillerson auf den African Growth and Opportunity Act (AGOA) als Eckpfeiler der Afrika-Politik der USA hin. Er sagte: „Die Vereinigten Staaten wollen Handels- und Investitionshemmnisse für ihre afrikanischen Partner abbauen, um afrikanischen Ländern den Weg aus der Abhängigkeit hin zur Selbstversorgung zu ebnen und die Vergrößerung ihrer Mittelschicht und die stärkere Integration der afrikanischen Volkswirtschaften in die Weltwirtschaft zu unterstützen.“

Originaltext: Tillerson: ‘Africa is the future’