US-Olympiateilnehmerin nimmt Fahrt auf

Maame Biney bei der US-Olympiaqualifikation über 1.000 m Shorttrack der Frauen in Kearns (Utah). (Foto: AP Images)

Anlässlich des Black History Month im Februar 2018 veröffentlichen wir diesen Text von ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums. Er erschien am 12. Januar 2018 und basiert auf einem Bericht, der ursprünglich von Voice of America veröffentlicht wurde.

Zwölf Jahre nachdem sie aus Ghana in die Vereinigten Staaten eingewandert ist, um bei ihrem Vater zu leben, ist Maame Biney die erste Afroamerikanerin, die sich im Shorttrack einen Platz im amerikanischen Olympiateam sichern konnte.

Biney kam zum ersten Mal mit dem Sport in Berührung, als ihr Vater am Eisstadion in Reston (Virginia) ein Schild mit der Aufschrift „Lerne Schlittschuhlaufen“ sah. Er dachte, seine 6-jährige Tochter könnte einen Teil ihrer grenzenlosen Energie zum Eislaufen einsetzen.

Sie probierte es aus und erwies sich als Naturtalent. Als sie das Eis betrat, wirkte es beinahe sofort, als würde sie schon seit Monaten eislaufen, erinnert sich ihr Vater.

Biney versuchte es zunächst mit Eiskunstlauf, ihr Trainer erkannte aber ihre Schnelligkeit und ermutigte sie, es mit Eisschnelllauf zu versuchen. Sie nahm an regionalen Wettbewerben teil, bevor sie zu den US-Juniorenmeisterschaften ging, wo sie eine Bronzemedaille gewann.

Maame Biney in einer blauen Jacke an der Bande neben der Eisbahn (Foto: Christof Koepsel/ISU/Getty Images).
Überglücklich: Biney in einer Pause bei einem Eisschnelllauf-Wettbewerb in Innsbruck (Österreich). (Foto: Christof Koepsel/ISU/Getty Images)

Biney ist für ihre explosiven Starts und ihren kraftvollen Schritt bekannt und inzwischen eine der besten US-Shorttrack-Läuferinnen. Im Dezember gewann sie den 500-m-Lauf der Frauen und qualifizierte sich für das US-Olympiateam, das 2018 bei den Winterspielen in Pyeongchang (Südkorea) antreten wird.

Sie ist nicht nur die erste Afroamerikanerin, die die Vereinigten Staaten in dieser Sportart vertritt. Mit ihren 17 Jahren ist sie auch die Jüngste im US-Eisschnelllauf-Team. Dennoch nimmt sich die erfolgreiche Highschool-Schülerin, die Chemieingenieurin werden möchte, nicht allzu ernst. „Ich hoffe einfach, dass alle sehen, wie viel Spaß dieser Sport macht, wenn man einfach schnell laufen und cool sein kann“, so Biney. „Nicht, dass ich cool wäre, aber man fühlt sich halt einfach gut, das ist toll. Man kann stolz auf sich sein.“

Jubelnde Eisschnellläuferin im Vordergrund, dahinter zwei weitere Shorttrack-Läuferinnen (Foto: AP Images).
Biney jubelt, nachdem sie die Olympiaqualifikation für das US-Team im 500-m-Shorttrack-Finale der Frauen gewonnen hat. (Foto: AP Images)

Sie hofft, dass Mädchen, die sie sehen, sich von ihr inspirieren lassen, ihre Träume zu verfolgen. Biney hat Fans auf der ganzen Welt, auch in Westafrika, wo Eislaufen nicht verbreitet ist. „Da Eisschnelllauf oder andere Eissportarten in Afrika nicht wirklich in Frage kommen, möchte ich den Kindern dort einfach sagen: ‚Findet etwas, das euch begeistert, und seid glücklich.‛“, sagt Biney. „Denn warum sollte man etwas tun, das einem keinen Spaß macht?“

Bei den Olympischen Spielen im Februar, so Biney, wird ihre Strategie simpel sein: „Schnell laufen und nicht stürzen.“ Ihr Wettbewerb, die 500 Meter, sind die kürzeste Distanz und erfordern enorme Sprintfähigkeiten.

Obwohl Olympioniken unter großem Druck stehen, hofft Bineys Vater Kweku, dass seine Tochter den Augenblick einfach genießen und sich

Drei Shorttrack-Läuferinnen, die Medaillen um den Hals tragen (Foto: AP Images)
Biney (Mitte) zusammen mit zwei weiteren Eisschnellläuferinnen nach dem Sieg über 500 m Shorttrack der Frauen während der US-Olympiaqualifikation in Kearns (Utah). (Foto: AP Images)

an der Erfahrung erfreuen kann. „Wenn man sich konzentriert, klappt auch alles andere“, sagt er. „Sie muss keine Angst haben, und ich glaube, die hat sie auch nicht.“

Ihm, so Kweku, wird es schon reichen, seine Tochter bei der Eröffnungszeremonie mit dem US-Team einmarschieren zu sehen. Alles andere ist dann eine Zugabe.

Originaltext: U.S. Olympian hits her stride