US-Regierung fördert private Raumfahrt

Die private Firma SpaceX schickte den Starman, eine Puppe im Raumanzug, ins Weltall, um die weltweit leistungsstärkste Rakete, die Falcon Heavy, vorzuführen. (Foto: SpaceX)

Die privat finanzierte Luft- und Raumfahrt nimmt stetig zu. Inzwischen werden die entsprechenden Firmen auch von der US-Regierung unterstützt. Dieser Artikel, der am 23. Februar 2018 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, erschien, befasst sich u. a. mit Maßnahmen zur Förderung der Branche.

Elon Musks Luftfahrt-Startup SpaceX war durch den Start der weltweit leistungsfähigsten Rakete kürzlich überall in den Schlagzeilen, es wird aber nicht das einzige innovative Raumfahrtunternehmen bleiben, über das berichtet wird. Viele privatwirtschaftliche Unternehmen mit Sitz in den Vereinigten Staaten steigen in den Wettlauf ins Weltall ein, und die Regierung Trump will sie dabei unterstützen.

„Tausende Unternehmen im ganzen Land arbeiten inzwischen an der Erforschung des Weltraums durch die Vereinigten Staaten“, sagte Vizepräsident Pence am 21. Februar bei einem Treffen des National Space Council. In jedem der 50 US-Bundesstaaten, so Pence, „packen Frauen und Männer jeden Tag an, um die weltweit fortschrittlichsten Raketen, Satelliten und Raumfahrzeuge zu bauen“.

So schickt SpaceX beispielsweise erfolgreich Satelliten und Fracht in die Umlaufbahn und verwendet dabei seine Trägerraketen wieder, während der Chef von Amazon.com, Jeff Bezos, wiederverwendbare Raketen für den Transport von Menschen testet. Und Eren Ozmen von der Sierra Nevada Corporation plant, mit dem Raumfahrzeug Dream Chaser Entwicklungsländern Flüge ins Weltall anzubieten.

Wie @POTUS Trump sagte, ist es das Schicksal der Vereinigten Staaten, auf dieser Abenteuerreise ins große Unbekannte zu den führenden Nationen zu gehören. Mit der US-Wirtschaft und aufgrund des amerikanischen Erfindergeistes werden wir das nächste Kapitel dieses Abenteuers schreiben.

Während sich einige in den Vereinigten Staaten ansässige Unternehmen auf den Weltraumtourismus vorbereiten, arbeiten andere an Flugzeugen, die in der Lage sind, Satelliten aus der Luft zu starten. Privatwirtschaftliche Unternehmen schicken Satelliten hoch – einige sind nicht größer als ein Schuhkarton –, um Gemeinden, die von Naturkatastrophen betroffen sind, zu helfen, mit der übrigen Welt zu kommunizieren. US-Unternehmen führen regelmäßig Experimente auf der Internationalen Raumstation durch.

Zusätzlich zu den Aktivitäten auf dem Privatsektor tragen private Vertragspartner des Militärs zur Stärkung der Fähigkeiten auf dem Gebiet der nationalen Sicherheit im Weltraum bei.

Unterstützung durch die Regierung

Der erneut eingerichtete National Space Council kündigte an, er werde den Lizensierungsprozess für Weltraumflüge überarbeiten, um Innovation zu fördern.

Mann vor Raumfahrzeugen spricht ins Mikrofon (Foto: Matthew Staver/Bloomberg/Getty Images)
Am 5. April 2017 präsentiert Jeff Bezos von Amazon eine neue Raumkapsel, mit der Touristen ins Weltall reisen können. (Foto: Matthew Staver/Bloomberg/Getty Images)

„Die gegenwärtige Lizensierungspraxis für Weltraumflüge ist aufgrund staatlicher Vorgaben sehr umständlich“, sagte Pence. „Die Regierung hat die Anerkennung von Führerscheinen über die Grenzen von Bundesstaaten hinweg geregelt. Es gibt keinen Grund, das nicht auch bei Raketen zu tun.“

Pence empfahl, dass zwei Regierungsbehörden, das US-Verkehrsministerium und das US-Wirtschaftsministerium, die Vorgaben verschlanken sollten, um das Wachstum in der privaten Raumfahrtindustrie weiter zu fördern.

„Wir brauchen eine zukunftsfähige kommerzielle Raumfahrtagenda und einen rechts- und ordnungspolitischen Rahmen, der dies fördert“, sagte US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross und versprach, die zentrale Anlaufstelle zu sein, die die Industrie für Wachstum benötigt.

Zukünftiges Wachstum

Ein Bericht der Bank of America Merrill Lynch aus dem Jahr 2017 sagt für die kommenden drei Jahrzehnte ein Wachstum der kommerziellen Raumfahrtindustrie um das Achtfache ihres gegenwärtigen Volumens voraus. Schätzungen des Berichts zufolge wird sich der Markt 2045 auf 2,7 Billionen US-Dollar belaufen, da der Zugang zur Raumfahrt durch private Unternehmen noch leichter wird. „Wir stehen am Beginn einer aufregenden Ära im Weltraum, in der wir für die kommenden Jahrzehnte mehr Fortschritt erwarten als im Verlauf der gesamten Geschichte der Menschheit“, sagt der Bericht voraus.

Laut Bhavya Lal vom Institut für Wissenschafts- und Technologiepolitik, einem von der US-Regierung finanziertem Forschungs- und Entwicklungszentrum, sind die Vereinigten Staaten heute die führende Weltraummacht. Indem sie die Wirtschaft unterstützen, werden die Vereinigten Staaten weiterhin führend bleiben, sagte Lal. Sie ist davon überzeugt, dass die Vereinigten Staaten einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil haben: „ein innovatives Umfeld, das Kreativität, Unternehmergeist und Risikofreude belohnt“.

Originaltext: U.S. supports era of private spaceflight