USA setzen sich für Offene Himmel ein

WASHINGTON – (AD) – Der Verfasser des nachfolgenden Artikels ist der amerikanische Verkehrsminister Federico Pena. Übersetzung und Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Journal of Commerce, 16. April 1996.

Der internationale Luftverkehrsmarkt ist größer denn je. Er bewirkt konjunkturelle Aktivität im Wert von einer Billion Dollar und schafft mehr als 22 Millionen Arbeitsplätze. Eine Ausdehnung dieses Marktes hängt von verstärktem Wettbewerb ab.

Jedesmal wenn wir im Bereich der Dienste internationaler Luftfahrtgesellschaften die Konkurrenz verschärfen, wächst dieser Markt beträchtlich, wird die Beförderung für Reisende und Spediteure verbessert und der Handel zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Handelspartnern verstärkt. Unsere Strategie besteht in der Ausweitung von Dienstleistungen und Wettbewerb, wo das möglich ist. Unsere Herausforderung liegt darin, den amerikanischen Luftverkehrsgesellschaften die Chance zu geben, diese Dienstleistungen so effektiv und produktiv wie möglich zu gestalten, ohne Zwängen der Regierung ausgesetzt zu sein, die die vollständige Entwicklung des Luftverkehrsmarktes behindern.

1994 verkündete das Verkehrsministerium eine neue Politik, sich den Ländern anzuschließen, die einen unbeschränkten Luftverkehr anstreben. Gleichzeitig erkannten wir, daß einige unserer Handelspartner vielleicht nicht gewillt zur Unterstützung eines Systems wären, das sie nicht kontrollieren und zum Schutz ihrer eigenen Luftverkehrsgesellschaften einsetzen könnten. Wir ließen den Wunsch erkennen, beim Umgang mit solchen Partnern flexibel genug zu sein, den Markt langsamer zu öffnen, ohne bestehende Dienste einzuschränken.

Unbehinderter Wettbewerb bedeutet offenen Zugang zwischen zwei Ländern ohne Beschränkungen des Flugpreises oder der Dienstleistungen, einschließlich außerhalb dieser Länder erbrachter Dienstleistungen. Mit anderen Worten bedeutet er „Offene Himmel“. Und das ist unser oberstes Ziel.

Betrachten Sie sich nur einmal das neue Abkommen mit Kanada, das innerhalb einer dreijährigen Übergangszeit zu einem vollständig geöffneten Markt Dienste und Wettbewerb stark ausweitet. Bevor diese Übereinkunft vor einem Jahr ausgehandelt wurde, arbeiteten wir – als weltweit größter Handelspartner mit einem Handelsvolumen von 1 Milliarde Dollar an jedem Geschäftstag – im Rahmen eines restriktiven Luftfahrtabkommens, das aus den sechziger Jahren stammte.

In der zweiten Jahreshälfte 1995 verkehrten als Ergebnis unseres neuen Abkommens 1 Million zusätzliche Reisende zwischen unseren Ländern. Der Anstieg von Passagieren ist jetzt fünfmal so hoch wie früher. Das Grundprinzip? Verstärkte und konkurrenzfähige Luftfahrtdienste pumpten 2 Milliarden Dollar in unsere Volkswirtschaften.

Die Lektion lautet, daß der ökonomische Kuchen größer für alle wird, wenn die Märkte für Luftfahrtdienste geöffnet werden. Und wir haben beträchtliche Fortschritte dabei erzielt, unsere Handelspartner von diesen beiderseitigen Vorteilen zu überzeugen.

Schauen Sie einmal auf das Jahr 1992 zurück, als die internationale Situation weniger gut aussah. Länder wie Frankreich und Thailand hatten in dem Versuch zur Begrenzung des Wachstums von Dienstleistungen ihre Luftverkehrsabkommen mit den Vereinigten Staaten aufgekündigt. Deutschland drohte mit einer Kündigung seines Abkommens. Damals war der Trend bei der internationalen Luftfahrt, sich von einer Ausdehnung der Dienstleistungen und verstärktem Wettbewerb zu distanzieren.

Wir haben diesen Trend wieder umgekehrt. Unter der aktivistischen Luftfahrtstrategie Präsident Clintons unterzeichneten wir 35 Abkommen über die Vergrößerung des Luftverkehrsmarktes – mehr als in jeder anderen vergleichbaren Zeit in der Geschichte.

In Europa schlossen wir kurz nach der Bekanntgabe unserer neuen internationalen Luftverkehrspolitik Abkommen über Offene Himmel mit neun Ländern. Wir erzielten eine Übereinkunft über die schrittweise Einführung von Offene Himmel mit der Tschechischen Republik sowie über eine Liberalisierung der Dienstleistungen für die Ukraine.

In Südamerika schufen wir neue Möglichkeiten auf dem amerikanisch-peruanischen und dem amerikanisch-brasilianischen Markt. In Asien, wo amerikanische Luftfahrtgesellschaften mehr Erträge erzielen als im atlantischen Raum, schlossen wir Übereinkünfte mit Hongkong, den Philippinen, Indien und China, die allesamt wichtige Märkte vergrößern.

Selbst die Länder, die früher vor einer Ausweitung der Dienste zurückschreckten, haben jetzt die Vorteile des Wachstums erkannt. Thailand unterzeichnete vor kurzem ein neues Luftverkehrsabkommen über zusätzliche Unternehmungen. Deutschland paraphierte kürzlich eine neue Übereinkunft über Offene Himmel. Durch das deutsche Abkommen werden 40 Prozent des europäischen Luftverkehrsmarktes für Wettbewerb geöffnet. Und wir erwarten bald die Aufnahme informeller Gespräche über ein neues Luftfahrtabkommen mit Frankreich.

So erfolgreich wir auch waren, bleibt doch immer noch viel Arbeit zu tun. Letzte Woche traf ich bei einem Besuch in Chile mit 34 Verkehrsministern aus der gesamten westlichen Hemisphäre zusammen, um Möglichkeiten für diese Region zu sondieren. Letzten Herbst reiste ich nach Asien, um den Aufbau von Beziehungen auf diesem wichtigen Markt fortzusetzen. Derzeit arbeiten wir mit Polen und Ungarn an einer Ausweitung der Dienste.

Und natürlich müssen wir uns für eine Verbesserung der Bedingungen auf unseren beiden wichtigsten Märkten einsetzen – Großbritannien und Japan. Die Vereinigten Staaten und Großbritannien sollten einfach nicht zu den restriktivsten Luftfahrtmärkten der Welt zählen. Obwohl wir mit dem jüngsten Abkommen mit Japan über Luftfrachtdienste zufrieden sind, das die Chancen für beide Nationen erhöht, stellt Tokios restriktive Haltung gegenüber der Luftfahrt weiterhin eine große Herausforderung dar. Die Ausweitung der Dienste zwischen den Vereinigten Staaten und diesen wichtigen Verbündeten würde den Verbrauchern beträchtliche Vorteile bringen und den Handel erweitern.

Das Wachstum internationaler Luftverkehrsdienste ist entscheidend für die zukünftige wirtschaftliche Position der Vereinigten Staaten. Wir müssen weiterhin die Handelshemmnisse abbauen, damit unsere Gemeinden, Verbraucher und Luftfahrtgesellschaften in der Weltwirtschaft konkurrenzfähig sind.