Viele Amerikaner haben bereits gewählt

Ein Wahlhelfer teilt Sticker mit „Ich habe gewählt“ an Personen aus, die aus der Wahlkabine kommen. (Foto: AP Images)
Ein Wahlhelfer teilt Sticker mit „Ich habe gewählt“ an Personen aus, die aus der Wahlkabine kommen. (© AP Images)
Ein Wahlhelfer teilt Sticker mit „Ich habe gewählt“ an Personen aus, die aus der Wahlkabine kommen. (Foto: AP Images)

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag zu den US-Wahlen, der am 26. Oktober 2016 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, erschien. In dem Beitrag wird beschrieben, welche Möglichkeiten der vorzeitigen Stimmabgabe amerikanische Staatsbürger haben.

Zwei Wochen vor dem Wahltag am 8. November haben Millionen von Amerikanerinnen und Amerikanern ihre Stimme für den nächsten US-Präsidenten oder die nächste US-Präsidentin bereits abgegeben.

Und ja, das ist durchaus gesetzeskonform.

Jüngsten Daten des Pew Research Center zufolge wurden bis zum 22. Oktober bereits mehr als vier Millionen Stimmzettel abgegeben.

Die Amerikanerinnen und Amerikaner haben üblicherweise zwei Möglichkeiten, wenn sie am Wahltag nicht ins Wahllokal kommen können.

1. Bei der vorzeitigen Stimmabgabe ermöglicht der Bundesstaat die Stimmabgabe vor dem Wahltag an festgelegten Orten.

2. Bei der Briefwahl beantragen die Wähler den Stimmzettel und senden ihn vor der Wahl ausgefüllt per Post ein.

Dieses Jahr könnte die Zahl der vorzeitig abgegebenen Stimmen auf weit über 50 Millionen ansteigen, mehr als je zuvor. Experten gehen davon aus, dass insgesamt 130 Millionen Wählerinnen und Wähler ihre Stimme abgeben werden. Wenn sich diese Zahlen als richtig erweisen, würde das bedeuteten, dass 38 Prozent der Stimmen für den nächsten Präsidenten/die nächste Präsidentin vorzeitig oder per Briefwahl abgegeben wurden.

Vor vier Jahren, bei den letzten Präsidentschaftswahlen, nutzten fast 33 Prozent der Wählerinnen und Wähler eine dieser Möglichkeiten. 1996 waren es den statistischen Daten der US-Volkszählung zufolge etwa zehn Prozent.

In einigen Bundesstaaten lag dieser Prozentsatz höher. In Nevada, Arizona, Texas, North Carolina, Montana, Neu-Mexiko und Tennessee wurden bei den Wahlen 2012 dem Pew-Forschungsinstitut zufolge mehr als die Hälfte der Stimmen vorzeitig abgegeben oder per Briefwahl eingesandt.

Die vorzeitige Stimmabgabe beginnt heute im wichtigen Bundesstaat Florida. Für viele Amerikaner ist bereits Wahltag.  https://t.co/HoXi1HGObW pic.twitter.com/WFINKIftg0

— Pew Research Center (@pewresearch) October 24, 2016

Dezentralisiertes System

Anders als in den meisten anderen demokratischen Staaten haben die Vereinigten Staaten kein zentral verwaltetes Wahlsystem. Das heißt, jeder Bundesstaat – und in einigen Fällen sogar jeder Landkreis – bestimmt selbst, wie und wann seine Einwohner wählen. Dieses dezentralisierte System beugt Wahlbetrug vor.

Die Regelungen und Daten unterscheiden sich von Bundesstaat zu Bundesstaat, aber in mehr als der Hälfte der 50 Bundesstaaten gibt es eine Form der vorzeitigen Stimmabgabe, entweder persönlich an einem festgelegten Ort oder durch Briefwahl.

Oregon, Washington und Colorado führen die gesamten Wahlen als Briefwahlen durch.

In Kalifornien und im District of Columbia können die Wähler ihre Stimme vorzeitig entweder persönlich oder per Briefwahl abgeben, während es in anderen Bundesstaaten nur entweder die eine oder die andere Möglichkeit gibt.

Die Briefwahl wurde vor etwas über 100 Jahren während des amerikanischen Bürgerkriegs eingeführt, damit auch Soldaten im Einsatz wählen konnten. Mitte des 20. Jahrhunderts hatten dann die meisten Bundesstaaten eine Form der Briefwahl eingeführt; allerdings konnten die Wählerinnen und Wähler nur davon Gebrauch machen, wenn sie einen konkreten Grund dafür angaben, dass sie am Wahltag nicht persönlich wählen konnten.

Kalifornien, Oregon und Washington gehörten in den Siebziger- und Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts zu den ersten Bundesstaaten, die die Briefwahl ohne Angabe eines konkreten Grundes erlaubten, wie beispielsweise eine Reise am Wahltag, körperliche Gebrechlichkeit oder berufliche Gründe. Heute gestatten 27 Bundesstaaten und der District of Columbia ihren Einwohnern die Briefwahl „ohne Angabe von Gründen“.

Wollen Sie mehr über die US-Wahlen wissen? Hier finden Sie Informationen zum Wahlverfahren und zum friedlichen Übergang der Macht auf den nächsten Präsidenten.

Originaltext: For many Americans, Election Day is already here

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