Vielfältige Chancen für ausländische Investoren in den Vereinigten Staaten

Bild: US-Außenministerium/Doug Thompson

In diesem ShareAmerica-Artikel vom 14. August 2017 beschreibt Christopher Connell am Beispiel von Haribo, BMW und anderen Unternehmen, welche Möglichkeiten sich ausländischen Investoren in den Vereinigten Staaten bieten.

Soll Ihr Unternehmen wachsen? Dann denken Sie doch einmal über eine Niederlassung in den Vereinigten Staaten nach.

In den Vereinigten Staaten werden mehr ausländische Direktinvestitionen getätigt als in jedem anderen Land, und dortige Tochtergesellschaften ausländischer Firmen beschäftigen mehr als 6,4 Millionen amerikanische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das liegt unter anderem daran, dass die Vereinigten Staaten Zugang zum größten Verbrauchermarkt bieten und geistiges Eigentum von Unternehmen dort streng geschützt ist.

US-Bundesstaaten, Landkreise und Städte konkurrieren um ausländische Investoren. Um Kontakte zu ihnen herzustellen, wenden sie sich an die Handelsexperten des US-Wirtschaftsministeriums, die dazu beitragen, dass diese sich in den Vereinigten Staaten willkommen fühlen.

Viele Geschäftsverbindungen werden beim jährlichen SelectUSA-Investitionsgipfel geknüpft. Beim letzten Gipfel kamen 1.200 Investoren aus dem Ausland, Minister, Gouverneure, Bürgermeister und Hunderte Vertreter von Wirtschaftsentwicklungsagenturen überall aus den Vereinigten Staaten zusammen.

„Wir schaffen einen Ort, an dem Geschäfte tatsächlich zustande kommen“, sagte Wirtschaftsminister Wilbur Ross beim Gipfel im Juni. Er begrüßte die Entscheidung des deutschen Süßwarenunternehmens Haribo, für 250 Millionen US-Dollar eine Fabrik in Wisconsin zu bauen.

Gummibärchen (Bild: AP Images)
Die Haribo-Fabrik in Wisconsin wird die drittgrößte Süßwarenfabrik in den Vereinigten Staaten sein und 700 Arbeitsplätze schaffen. (Foto: AP Images)

Und obwohl sich die internationale Konzernzentrale von BMW in München befindet, produziert das Unternehmen in Spartanburg (South Carolina) mehr Autos als in Deutschland oder anderswo. Das Werk beschäftigt 70.000 amerikanische Arbeitnehmer, die über die erforderlichen Qualifikationen verfügen, um das Fertigungsziel des Unternehmens zu erfüllen.

Der Autobauer kam vor 40 Jahren in die Vereinigten Staaten und „es ist ein voller Erfolg“, sagt Ludwig Willisch, ehemaliger Präsident und CEO von BMW in Nordamerika. „Wir sind wegen der stabilen wirtschaftlichen und politischen Lage und den qualifizierten Arbeitnehmern gekommen.“

Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, macht vor, wie man Unternehmen aus anderen Ländern ins Land holt. Beim Gipfel gab er Investoren sogar seine private Handynummer, damit sie ihn bei Fragen jederzeit anrufen können.

Oracle-CEO Safra Catz zufolge erwirtschaftet der US-Technologieriese zwar die Hälfte seiner Einnahmen im Ausland, investiert aber 80 Prozent seines Forschungs- und Entwicklungsbudgets in den Vereinigten Staaten. „Uns werden phänomenale Unternehmer, ausgebildete Arbeitnehmer und der Schutz großartiger Ideen geboten“, erklärt sie.

Der Gipfel gab Unternehmen aller Größen die Chance, Kontakte zu knüpfen und etwas über die Möglichkeiten zu erfahren, Joint Ventures einzugehen, neue Niederlassungen zu gründen oder alte Produktionsstätten wiederzubeleben.

Das vietnamesische Unternehmen Thien Tan Investment and Construction of Quang Ngai, das Solarkraftwerke baut, ist ein Joint Venture mit einem Unternehmen für Milchprodukte in Temecula in Kalifornien eingegangen. Jetzt will es Immobilien kaufen und Häuser bauen. „Hier ist es sicher und offen. Jeder träumt davon, Geschäfte in den Vereinigten Staaten zu machen“, sagt Finanzvorstand Linh Mong Osteen.

Der pakistanische Unternehmer Malik Sohail Hussain, führendes Mitglied des pakistanischen Industrie- und Handelskammerverbandes, will Unternehmer in seiner Heimat dazu ermuntern, über eine Expansion in die Vereinigten Staaten nachzudenken.

„Viele Unternehmen investieren im Nahen Osten und in Joint Ventures in China“, so Bauunternehmer Hussain. „Warum nicht in den Vereinigten Staaten? Wir [Pakistan und die Vereinigten Staaten] arbeiten seit 70 Jahren zusammen.“

Jeffrey Immelt, der inzwischen pensionierte CEO von General Electric, hatte auf dem Gipfel eine Botschaft für internationale Konzernchefs: „Wenn Sie ihre Marke aufbauen wollen, investieren Sie nicht in Werbung. Bauen Sie Fabriken.“

Originaltext: International investors find plenty of opportunities in the U.S.