Vielseitig begabte Paralympics-Sportlerin bereit für die nächste Medaille

Die Paralympischen Winterspiele, die am 9. März in Pyeongchang (Südkorea) eröffnet werden, sind die vierten Paralympics, an denen die amerikanische Skiläuferin Oksana Masters teilnehmen wird. (Foto: Edward Miller/Getty Images)

Dieser Artikel über eine junge, beeindruckend willensstarke Frau auf dem Weg zu ihren vierten Paralympischen Winterspielen wurde am 5. März 2018 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums, veröffentlicht.

Nach jedem Schicksalsschlag erfindet sich die amerikanische Paralympics-Teilnehmerin Oksana Masters neu.

Nachdem sie bei Paralympischen Winter- und Sommerspielen in der Vergangenheit bereits Silber- und Bronze-Medaillen gewann, strebt die 28-Jährige bei den Paralympischen Winterspielen in Pyeongchang nun nach Gold im Ski-Langlauf.

Masters (28) wurde nur Monate nach der Tschernobyl-Katastrophe in der Ukraine geboren und kam aufgrund der radioaktiven Strahlung mit angeborenen Fehlbildungen zur Welt. Die ersten sieben Jahre ihres Lebens verbrachte sie in drei verschiedenen staatlichen Waisenhäusern. Ihre Adoptivmutter, Gay Masters, nahm sie 1997 mit in die Vereinigten Staaten.

Der Sport erleichterte ihr die Anpassung an das neue Leben. Trotz der Amputation ihres linken Beines als sie 9 Jahre alt war, lief sie Schlittschuh, spielte Volleyball und übte weitere Sportarten aus. Nachdem ihr mit 14 Jahren auch ihr rechtes Bein amputiert werden musste, wurde Pararudern ihr Ausweg.

Sie erbrachte herausragende Leistungen und gewann bei den Paralympischen Sommerspielen 2012 in London Bronze. Im darauf folgenden Jahr bekam sie während eines Rennens bei den Ruderweltmeisterschaften in Chungju (Südkorea) entsetzliche, stechende Schmerzen. Die Ärzte sagten ihr, sie müsse das Rudern aufgeben, um keine dauerhafte Schädigung ihres Rückenmarks zu riskieren.

„Danach dachte ich, mein Leben als Sportlerin sei vorbei“, sagt sie. Aber schon bald darauf fing sie mit Ski-Langlauf an, weil hier die gleichen Muskelgruppen wie beim Rudern beansprucht werden.

Die Kämpferin

Vierzehn Monate später gewann sie bei den Paralympischen Winterspielen 2014 in Sotschi im Ski-Langlauf Silber und Bronze. 2016 verpasste sie im Straßenrennen mit dem Handrad in Rio de Janeiro nur knapp eine Medaille; mit dieser Sportart hatte sie eigentlich nur angefangen, um sich außerhalb der Saison fit zu halten.

Auf Einladung der US-Botschaft in Kiew reiste Masters 2015 zum ersten Mal wieder in die Ukraine. Sie besuchte dort Waisenhäuser wie die, in denen sie aufgewachsen war, und traf verwundete Angehörige der ukrainischen Streitkräfte.

„Es war eine unwirkliche Erfahrung, Zeit mit Kindern und Soldaten zu verbringen und ein lebender Beweis dafür zu sein, dass sich die Dinge zum Guten wenden können“, schrieb sie in einem Essay für Publikation über Spitzensportler. Es zeigte mir, dass es, „ganz gleich, vor welchen Hindernissen ein Mensch steht, immer einen Ausweg gibt“.

Das nächste Kapitel

Frau auf Skischlitten im Schnee (Foto: Dmitry Lovetsky/AP Images)
Bei den Paralympics in Sotschi (Russland) 2014 gewann Masters zwei Medaillen. (Foto: Dmitry Lovetsky/AP Images)

Masters freut sich auf die Rückkehr nach Südkorea, wo sie damals das Rudern aufgeben musste. Wenn sie nun an diesen Rückschlag 2013 zurückdenkt, sagt sie: „Ich hätte mir nicht in einer Million Jahre vorstellen können, nach Südkorea zurückzukehren, um an Wettkämpfen im Schnee teilzunehmen.“

Originaltext: Versatile Paralympian poised for another medal run